Dauerzustand Digital

Der Weg zum digitalen Business

| Autor / Redakteur: Dr. Wolfram Jost* / Stephan Augsten

Mit Co-Innovation zum Erfolg

Es führen einige Wege in die digitale Geschäftswelt. Die Veränderung beginnt zum Beispiel beim Designen der Geschäftsprozesse oder dem Analysieren der Kundendaten, die man in seinem Geschäft gesammelt hat. Prinzipiell drängt sich hier keine klare Reihenfolge auf, das Unternehmen liefert mit seiner IT und seinen Geschäftsaktivitäten den Ausgangspunkt. An seiner Seite steht dabei der IT-Dienstleister als Softwareexperte.

Zusammen erarbeitet man zunächst eine Roadmap für die Digitalisierung. Dort werden die digitale Strategie des Unternehmens, Geschäftsziele und -modelle sowie die passende App-, IoT- und Cloud-Strategie festgehalten. Auf dieser Grundlage basiert die sogenannte ‚Digital Capability Map‘, die einen Überblick über die zukünftigen digitalen Fähigkeiten und die neue IT-Struktur des Unternehmens gewährt.

Für diese Findungsphase sind erfahrungsgemäß bis zu zwei Monate einzukalkulieren. Anschließend trainiert der IT-Dienstleister die IT- und Fachabteilung in der Nutzung der neuen Systeme. Möglichst praxisnah wird den Anwendern beispielsweise gezeigt, wie man Cloud-Systeme integriert und mit dem Back-End verbindet.

Ziel für die User ist es, unter anfänglicher Aufsicht bei der Implementierung, Ausführung und Überwachung möglichst selbständig innerhalb der neuen Geschäftsprozesse zu handeln, aus ihnen zu lernen und durch weitere Innovationen zu verbessern. Für einen solchen Innovationszyklus setzten erfahrene Dienstleister rund sechs Monate an.

Anwenderunternehmen sollten sich darauf konzentrieren, das Minimum der notwendigen Innovation schnellstmöglich zu planen, zu realisieren und später souverän weiterzuentwickeln. Beide Seiten dürfen dabei jedoch nicht die Roadmap aus den Augen verlieren und müssen sicherstellen, das nötige Wissen in kleinen Schritten zu vermitteln und die Anwender nicht zu überfordern.

Hält man sich nicht daran, dann wäre mitunter der gesamte Digitalisierungsprozess gefährdet. Außerdem bedingen diese agilen Methoden für die Teams einen gewissen Freiraum, sich mit den Digitalisierungsprozessen auf eigene Faust vertraut zu machen. Das erfordert für manche Firma ein Umdenken, IT-Projekte selbst zu gestalten.

Zukunftssicher dank digitaler Business Plattformen

Doch digitales Wirtschaften setzt eine offene und schnelle IT voraus. Neben der genutzten Technologie spielt es eine entscheidende Rolle, ob und wie rasch ein Unternehmen zündende Geschäftsideen entwickelt, umsetzt und verbessert. Wer all die Faktoren vereint, ist erfolgreich – ob als digitaler Akteur in der Wirtschaft oder im öffentlichen Dienst. Das und die Möglichkeit, alte Prozesssteuerungen im Back-End zu integrieren, sind die Vorteile der Plattformstrategie.

Eine Plattform verfolgt einen generischen Ansatz, kommt also ohne Geschäftslogik aus, bietet Funktionen, Software zu designen, zu überwachen, zu managen und zu entwickeln. Dabei handelt es sich nicht um Softwarepakete, sondern um flexible, veränderbare, am Bedarf orientierte, individuelle Anwendungen. Dazu zählen Cloud-fähige Dienste, In-Memory-Datenbanken, CEP-, Integrations- und Prozess-Engines.

Plattformen für das digitale Business vereinen diese und andere Funktionen in modularen Kernkomponenten, die sich einzeln implementieren und erweitern lassen, aber auch aufeinander aufbauen und wie Zahnräder ineinander greifen. Diese Bausteine lassen sich verschiedenen Ebenen zuordnen, wie Datenmanagement und -analyse, Integration, Modellierung oder Prozess- und Programmlogik.

Ein Aufbau, der es Unternehmen erlaubt, sich bekannter Schwachstellen sofort zu widmen und mittelfristig durch schrittweisen Ausbau der Plattform weiterhin konkurrenzfähig zu bleiben. Denn die Situation des digitalen Marktes ist ständig im Flux, und prozessrevolutionierende Innovationen sind immer schwerer zu prognostizieren.

Dr. Wolfram Jost
Dr. Wolfram Jost (Bild: Software AG)

Monolithische ERP-Systeme sind überholt. Nur digitale Plattformen erlauben hier größtmögliche Flexibilität und Reaktionsschnelle, um für alle Eventualitäten der immer weiter vorwärts eilenden Digitalisierung gewappnet zu sein.

* Über den Autor

Dr. Wolfram Jost ist CTO bei der Software AG.

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