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Wie sich Zombies, Waisen und Agressive unter den VMs vermeiden lassen

Der Weg in die Cloud – Fünf Tipps für die rechte Virtualisierung

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Was ist VM Sprawl?

Die Virtualisierung und Konsolidierung der Server sollte dieses Problem beherrschen helfen. Es entsteht jedoch ein neues Phänomen, das mittlerweile als VM Sprawl bekannt ist.

Dadurch dass neue virtuelle Maschinen in nur wenigen Minuten einfach und schnell eingerichtet werden können, kommt es bei vielen Unternehmen und Organisationen dazu, dass die Zahl der virtuellen Maschinen in der Infrastruktur rasch anwächst, wobei viele dieser VMs für die eigentliche Geschäftstätigkeit überflüssig sind.

Das kann zu solchen Erscheinungen führen wie:

  • Zombie-VMs – virtuellen Maschinen, die ins Vergessen geraten sind, jedoch weiter versorgt werden und wertvolle Ressourcen verbrauchen;
  • aggressive VMs – virtuelle Maschinen, die potenziell Sicherheitsprobleme verursachen und so gut wie nicht gemanagt werden, aber mit dem Netzwerk der Organisation verbunden bleiben; und
  • verwaiste VMs – virtuelle Maschinen, die teilweise oder nicht ordnungsgemäß aus der Umgebung gelöscht wurden und daher weiter im Verzeichnis bleiben und wertvollen Speicherplatz verbrauchen.
Wer in die Cloud will, hat alte und neue Probleme im Gepäck. (Archiv: Vogel Business Media)

Wenn einem VM-Sprawl-Problem nicht nachgegangen wird, dann ist das Risiko groß, dass es zu einer Verstopfung Ihrer virtuellen Infrastruktur kommt, so dass die positiven Eigenschaften, die eigentlich den Ausschlag für die Virtualisierung gegeben haben, verloren gehen.

Eine gute und zuverlässige Performance ist von entscheidender Bedeutung in einer virtualisierten Umgebung, in der viele virtuelle Maschinen die gleichen Ressourcen gemeinsam nutzen. Nichts kann eine virtualisierte Umgebung schneller ausbremsen, als dass nicht für jede virtuelle Maschine angemessene Ressourcen verfügbar sind.

Wenn virtuelle Maschinen anfangen, gegen andere Maschinen um Ressourcen zu kämpfen oder diesen die Ressourcen zu entziehen, dann besteht ein dickes Problem. Admins müssen bei der Überwachung der Ressourcen den Überblick behalten, und gleichzeitig müssen Sie Prioritäten bei der Ressourcennutzung setzen.

Das Storage-I/O-Problem

Ein weiterer häufig anzutreffender Engpass in einer virtualisierten Umgebung, den viele von einer traditionellen Rechenzentrumsarchitektur so nicht kennen, ist das Problem Storage-I/O. Man bedenke, dass ein Server unter Umständen 15 bis 20 virtuelle Maschinen zu bedienen hat, die alle Bedarf an Speicherzugriffen haben. Dies kann Probleme mit Wartezeiten beim Speichern, mit dem Datendurchsatz und IOPs verursachen, die dann zu Leistungsproblemen bei den VMs selbst führen.

Mit der Virtualisierung ändert sich auch die Planung der Kapazitäten ganz entscheidend. Dies war bisher in der Regel eine Planung auf dem Papier, die sich über einen Zeitraum von mehreren Monaten erstreckte oder gar nur jährlich aktualisiert wurde. Jetzt aber wird die Kapazitätsplanung zu einem entscheidenden Bedienungs- und Optimierungselement, das in zeitlichen Abständen von Minuten, Stunden oder Tagen angepasst werden muss.

Kleine Änderungen, große Wirkung

Für Unternehmen, die eine Cloud-Umgebung anstreben, ist das Potenzial für Veränderungen weitaus größer. Vorhalten von Kapazität und Planung im Hinblick auf künftiges Wachstum ist eine ständige Aufgabe im Zusammenhang mit der Virtualisierung. Wenn Admins wissen, welche Ressourcen bereitzustellen sind und wann und wo sie benötigt werden, dann können sie immer genügend Kapazität verfügbar haben, ohne unnötig Geld für Ressourcen zu verschwenden, die gar nicht benötigt werden.

Die Tatsache, dass Ressourcen jetzt gemeinschaftlich nutzbar sind, macht die Planung der Kapazitäten allerdings bedeutend schwieriger. Die Administratoren sollten ihre Umgebung ganzheitlich betrachten, wenn sie die Kapazität erweitern. Damit ist gewährleistet, dass Sie Ressourcen der richtigen Art und im richtigen Umfang zu dem Zeitpunkt und an dem Ort, wo sie benötigt werden, bereit stehen.

Das Problem mit dem Konfigurations-Drift

Abdriften vermeiden! (Archiv: Vogel Business Media)

Der Begriff Konfigurations-Drift lässt sich definieren als die Varianz oder der Umfang der Veränderung einer bestimmten Einheit oder eines Systems in der Zeit. Da VMs und Hosts im Laufe der Zeit verwendet, angegliedert und aktualisiert werden, verändern sich ihre Konfigurationen. Gewisse Änderungen können beabsichtigt sein, andere nicht, und sie können bedeutend von den etablierten Best Practices abweichen.

Außerdem wird das Management der Konfigurationsänderungen angesichts der gewachsenen Komplexität und des dynamischen Charakters einer Virtualisierungs- oder Cloud-Umgebung zu einer schwierigen Disziplin, die es auszubauen, einzuordnen und zu beherrschen gilt. Veränderung ist eine der wenigen Konstanten in einem dynamischen Rechenzentrum.

Diese Dinge sollten jedoch keineswegs davon abhalten, Cloud Computing in Angriff zu nehmen. Nur wer sich der neuartigen Probleme nicht bewusst ist, glaubt womöglich, etwas falsch gemacht zu haben, wenn er sich mit einer der neuen Herausforderungen konfrontiertsieht. Oder noch schlimmer: Die Verantwortlichen sehen sich schon scheitern und geben Ihr Cloud-Vorhaben vorzeitig auf.

weiter mit: 3. Bilden Sie sich weiter und erwerben Sie eine Zertifizierung

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