Zwei HP-Experten zum Betrieb von SAP in der Cloud

„Der Mehrwert einer Private Cloud liegt in der Automatisierung“

22.08.2011 | Redakteur: Ulrike Ostler

Klaus Berle leitet das SAP Compenetce Center von HP und erläutert im Interview, warum SAP-Anwendungen in die private Cloud gehören - oder auch nicht. Bild: HP
Klaus Berle leitet das SAP Compenetce Center von HP und erläutert im Interview, warum SAP-Anwendungen in die private Cloud gehören - oder auch nicht. Bild: HP

Wenn aber 40 Prozent der installierten SAP-Anwendungen auf absehbare Zeit nicht virtualisiert werden, lassen sich diese Systeme dann nicht in einer Cloud betreiben?

Dirk Derichsweiler: Doch, Cloud Computing setzt nicht zwingend Virtualisierung voraus. Der Ansatz von HP hat den großen Mehrwert, dass wir zwar virtualisieren können. Wir müssen es aber nicht tun. Sämtliche Vorteile, über die wir im Kontext von Virtualisierung gesprochen haben, können wir auch nativ „auf dem Blech“ realisieren.

Bei einer Private Cloud für SAP kann es sich um eine virtualisierte Umgebung handeln, es kann aber auch eine physikalische sein. Wir sind in jeder Hinsicht flexibel: So wie wir eine Anwendung schnell auf eine virtualisierte Infrastruktur übertragen können, können wir sie ebenso schnell auf eine physikalische zurückholen.

Was bedeutet Cloud aus Sicht von HP?

Klaus Berle: Die Landschaft, die hinter einer Private Cloud beim Kunden steht, beschreiben wir in unserer Cloud-Referenzarchitektur. Im Kern geht es darin um die Aufgaben, die ein Kunde implementieren muss, um einen Service-orientierten Ablauf im Unternehmen zu gewährleisten. Ich rede von Aufgaben, nicht von Technologien. Die drei zentralen Funktionsbausteine heißen: Demand, Deploy und Supply.

„Demand“ bedeutet, dass ein Endnutzer den Bedarf an einem Service, beispielsweise einem SAP-System, hat. Diesen Bedarf meldet er in der Regel über ein Entry-Portal an. Bei „Deploy“ bewegen wir uns auf der Ebene:

Wo bekommt der Nutzer diesen Service her, unabhängig von den IT-Systemen dahinter. Besitzt er überhaupt die Berechtigung dazu? Mit welchen Service-Levels steht eine Anwendung bereit? In der traditionellen IT-Welt regelt man solche Dinge über ein Governance- Modell.

Bei „Supply“ geht es darum, das angeforderte System zur Verfügung zu stellen, mit den Technologien, die beim Kunden implementiert sind. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine physikalische oder virtuelle Infrastruktur handelt oder mit welcher Hypervisor-Technologie die Server virtualisiert sind.

Handelt es sich bei der Referenzarchitektur um eine Art Bauplan für die Cloud?

Klaus Berle: Ja, wir haben uns bei HP sehr viele Gedanken darüber gemacht, wie eine Cloud – unabhängig von unseren Technologien und Produkten – aussehen soll. Was muss ein Kunde beim Aufbau beachten und was benötigt er dazu? Also Dinge wie ein Entry-Portal, ein Nutzerverzeichnis mit Berechtigungskonzept, Approval-Prozesse, ein Repository, in dem die Services abgelegt sind, eine Billing-Strukur, et cetera.

Unternehmen müssen nicht zwingend Technologie-Komponenten von HP einsetzen, um den Bauplan zu realisieren?

Klaus Berle: Nein, unsere Referenzarchitektur ist offen. Es gibt keinen Vendor-Lock-in. Sie können den Bauplan auch mit Servern von Sun oder IBM realisieren. Allerdings bieten wir sofort einsatzfähige Lösungen an, mit denen Sie direkt starten und sehr schnell eine Private Cloud aufbauen können.

Diese Lösungen verknüpfen unsere Infrastruktur-Komponenten wie Server, Storage und Netzwerk mit intelligenter Management-Software. Das HP BladeSystem Matrix ist beispielsweise ein solches Komplettpaket für Infrastruktur-Services in der Private Cloud.

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