Zwei HP-Experten zum Betrieb von SAP in der Cloud

„Der Mehrwert einer Private Cloud liegt in der Automatisierung“

22.08.2011 | Redakteur: Ulrike Ostler

Klaus Berle leitet das SAP Compenetce Center von HP und erläutert im Interview, warum SAP-Anwendungen in die private Cloud gehören - oder auch nicht. Bild: HP
Klaus Berle leitet das SAP Compenetce Center von HP und erläutert im Interview, warum SAP-Anwendungen in die private Cloud gehören - oder auch nicht. Bild: HP

Für größere Applikationen dürfte der Overhead, der durch die Virtualisierung verursacht wird, ein Problem sein?

Dirk Derichsweiler: Ja, der Hypervisor gibt die Leistung der physikalischen Server nicht vollständig an die virtuellen Maschinen weiter. SAP empfiehlt, mit Performance-Einbußen zwischen 15 und 20 Prozent zu kalkulieren. Das ist aus meiner Sicht zwar etwas hoch gegriffen. Tatsache ist aber, dass wir von der Bare-Metal-Performance noch ein Stück weit entfernt sind.

Klaus Berle: Wir sehen die Vorteile, die sich durch Virtualisierung ergeben, insbesondere was den vereinfachten Betrieb der Anwendungen angeht. Wir sehen aber auch die Grenzen. Eine realistischer Wert ist, dass sich 60 Prozent der SAP-Installationen virtualisieren lassen, 40 Prozent noch nicht. Daran wird sich mittelfristig nicht so viel ändern, so dass weiterhin beide Welten nebeneinander existieren werden. Virtualisierung ist noch nicht für jeden Kunden machbar, und ist nicht für jeden Kunden sinnvoll.

Worin liegen die Vorteile der Virtualisierung von SAP-Anwendungen?

Klaus Berle: Der ursprüngliche Nutzen liegt darin, die Server besser auszulasten und so die Hardware-Kosten zu senken. Das ist durchaus ein entscheidendes Kriterium und war für viele Kunden das ursprüngliche Motiv, ihre Infrastruktur zu virtualisieren. Man hatte Produktiv-, Test- und Entwicklungssysteme jeweils auf einzelnen Servern betrieben. Es liegt auf der Hand, dass sich die Auslastung erhöht, wenn man mehrere Systeme parallel auf einem Rechner fährt.

Dafür werden aber leistungsfähigere Rechner benötigt.

Dirk Derichsweiler: Ja, der Anwender benötigt weniger Server, aber hochwertigere. Damit steigen die Kosten pro Rechner. Unterm Strich wird aber die Auslastung der Hardware durch einen Virtualisierungs-Layer verbessert, weil sich die Ressourcen effizienter auszunutzen lassen.

Um wie viel Prozent verbessert sich die Auslastung, wenn man SAP-Systeme virtualisiert?

Dirk Derichsweiler: Darauf lässt sich keine pauschale Antwort geben. Das hängt von der Art der Anwendung ab und von der Anzahl der Systeme auf einem Server. Wir werden oft von Kunden gefragt: „Wie viele Systeme kann ich auf einem Server fahren?“ Das lässt sich genauso schwierig beantworten. In unserem Labor haben wir teilweise bis zu 20 kleine SAP-Systeme auf einen Rechner. Wenn Sie aber hochvolumige Systeme haben, kann selbst ein leistungsfähiger Server schon mit vier Workloads voll ausgelastet sein.

Ein Aspekt, der im Kontext von SAP und Virtualisierung immer wieder thematisiert wird, ist Hochverfügbarkeit.

Dirk Derichsweiler: Hochverfügbarkeit wird durch Virtualisierung vereinfacht. Wenn Sie Systeme hochverfügbar machen, arbeiten Sie üblicherweise mit einem Cluster. Das setzte bislang auf Seiten der IT-Mitarbeiter spezifische Kenntnisse darüber voraus, wie sich eine Applikation auf einem Cluster verhält.

Dirk Derichsweiler ist bei HP als Senior Consultant tätig.
Dirk Derichsweiler ist bei HP als Senior Consultant tätig.

Der Virtualisierungs-Layer bietet den Vorteil, dass wir nicht mehr in die Tiefe der Anwendung gehen müssen. Wir kontrollieren einfach die virtuelle Maschine und stellen dafür ein Regelwerk auf: Läuft die Maschine noch oder läuft sie nicht mehr? Wenn nicht, nehmen wir sie von dem einen Server herunter und schieben sie auf einen anderen.

weiter mit: Warum besitzt Hochverfügbarkeit für SAP-Anwender einen so hohen Stellenwert?

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 2052647 / Virtualisierung)