Digital Workplace Experten-Roundtable

Der digitale Arbeitsplatz sichert die Wettbewerbsfähigkeit

| Autor: Elke Witmer-Goßner

Wie Unternehmen Workplace-Konzepte umsetzten, war ein weiterer Diskussionspunkt. Startet man auf der sprichwörtlichen grünen Wiese, oder müssen sich neue Arbeitsplatzlösungen in bestehende Infrastrukturen eingliedern? Marc Hoffer, Leiter Enterprise Sales bei Avepoint, konstatiert große Hürden, die einen Neuanfang erschweren: „In vielen Kundenumgebungen finden wir tief in die Prozesse verankerte Bestandssysteme wie Lotus Notes. So etwas migriert man nicht mal schnell, dafür braucht es eine schlüssige Integrationsstrategie.“ Oppermann hingegen plädierte für einen Start auf der grünen Wiese: „Manchmal muss man alte Zöpfe einfach abschneiden. Denn oft wird an überkommenen Dingen aus nostalgischen Gründen festgehalten.“

Kurz gesagt: Alte Plattformen hemmen die Innovation. Die Cloud bietet hier die Möglichkeit, die „grüne Wiese“ mit der Bestands-IT zu vereinigen. Daher sind auch Hybrid-Cloud-Szenarien in Deutschland – meist der konservativen Kundschaft mit großen Sicherheitsbedenken geschuldet – besonders häufig anzutreffen. Allerdings werden hybride Cloud-Umgebungen genauso wie bimodale IT-Szenarien („IT der zwei Geschwindigkeiten“) von den Experten kritisch betrachtet: diese Lösungsansätze könnten zwar eine Brücke schlagen, aber zu keinem langfristig zufriedenstellenden Ergebnis führen. Der alte Ballast sei schließlich immer noch da, warnte Oppermann. Und Rust wertete die hybride Cloud gar als „gewagte Strategie“.

Mit oder gegen die Schatten-IT

Breiten Raum nahm in der Runde der Themenkomplex Cloud und Schatten-IT ein. Die Cloud gilt allen Experten als ideale Basis für die Einführung des Digital Workplace. „Workplace-Plattformen in der Cloud erleichtern das Auslagern neuer Services und entlasten die Unternehmen von Aufwänden für Infrastruktur und Betrieb“, sagte Rust. Für die IT-Organisationen bedeutet das, dass sie sich umorientieren müssen. Wenn die Budgets für IT-Dienste in die Geschäftsbereiche fließen, ist es an der Zeit, die eigene Rolle und die Aufgabenfelder neu zu definieren. Andernfalls wandern die Nutzer einfach in die Schatten-IT ab, warnte Erdogan: „Wenn die IT nicht schnell genug ist und zeitgemäße Dienste aufsetzt, wechseln die Anwender auf allgegenwärtige Dienste wie Dropbox. Da hilft auch kein Blockieren übers Netzwerk, weil dann einfach über Mobilgeräte ausgewichen wird.“ Sommermann hielt solche Szenarien für bedenklich und warnte davor, dass sie die Cloud-Akzeptanz mindern könnten. „Wir brauchen solide Geschäftsmodelle für Cloud-Lösungen, dann lassen sich auch solche Sicherheitsfragen umfassend lösen.“

Hoffer ergänzte, dass vor allem die Akzeptanz der Anwender über den Erfolg neuer Workplace-Konzepte entscheide und auch dem Drang zur Schatten-IT entgegenwirke. Das heißt vor allem, die Mitarbeiter dort abzuholen, wo sie sind: „Wenn die User heute Dokumente per Attachment verschicken, dann sollte man das nicht verbieten, sondern diese etablierte Arbeitsgewohnheit unterstützen. Beispielsweise per intelligenter Software-Automatik im Hintergrund, die ein Attachement durch einen Dokumentenlink ersetzen, so dass die Daten im geschützten Unternehmenskontext bleiben.“

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