Digital Workplace Experten-Roundtable

Der digitale Arbeitsplatz sichert die Wettbewerbsfähigkeit

| Autor: Elke Witmer-Goßner

Digital Workplace steht für ein ganzheitliches Arbeitsplatzmodell, das die klassischen Software- und Hardwarekategorien überwindet. Darüber war sich die geladene Expertenrunde weitgehend einig. Vorbei seien die Zeiten von Intranet sowie Unified Communication and Collaboration (UCC), hieß es. Zum einen wollen die Anwender nicht mehr mit Informationen aus Portalen überhäuft werden und erwarten flexibleren, ortsunabhängigen Zugriff. Zum anderen gelten Chat, Voice, Video und Telefonanlagen-Integration inzwischen als Commodity.

Für Annette Rust, Digital Strategy Lead bei Avanade, definiert sich der Digital Workplace durch das Zusammenführen von Informationen und Zusammenarbeit in einem intelligenten Kontext und der Rolle des Mitarbeiters. Anwender sollen dabei abhängig von ihrem Profil an jedem Ort die relevanten Funktionen und Daten erhalten. Wie das in der Praxis aussehen kann, schilderte sie anhand der Arbeitsumgebung bei einem Rückversicherer: „Früher benötigte der Underwriter für die Risikobewertung einer japanischen Fabrik lediglich sein Underwriting-Tool. Heute benötigt er dafür Input aus diversen Datenquellen wie Klima, Vergleichszahlen anderer Unternehmen sowie eine integrierte Kommunikation mit dem Client-Manager – alles in einer einheitlichen Umgebung.“

Dass das nicht der Endpunkt der Entwicklung ist, unterstrich anschließend Tolga Erdogan, Director Solutions & Consulting bei Dimension Data. Er prognostizierte als nächste Schritte das Zusammenwachsen klassischer Arbeitsplatz-Umgebungen mit dem Internet der Dinge, Virtual Reality und Augmented Reality: „Die VR-Brille Oculus ist für mich die Vision des komplett digitalisierten Arbeitsplatzes. Um solche Themen wird Enthusiasmus entstehen, während das Interesse für Collaboration-Tools zurückgehen wird.

Konkrete Lösungen

Etwas pragmatischer sieht Matthias Sommermann, Leiter Cloud-Lösungen bei der Datev, die Entwicklung. Unternehmen würden heute in dem vorgeschriebenen bürokratischen Aufwand quasi ertrinken. Daher sind „in unserem Kundenumfeld konkrete Lösungen für die Automatisierung zeitraubender Arbeitsprozesse rund um Zahlungsverkehr, Geschäftssteuerung und Belegwesen gefragt. Außerdem geht es um medienbruchfreie Möglichkeiten der digitalen Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und ihren Steuerberatern.“ Die schnellere Bewältigung der Prozesse ist ein schlagkräftiges Argument: Heute arbeiteten bereits 125.000 deutsche Unternehmen via Datev online mit ihren Steuerberatern zusammen, so Sommermann.

Die Digital-Workplace-Expertenrunde (v.l.): Christoph Witte, Axel Oppermann (Avispador), Marc Hoffer (Avepoint), Matthias Sommermann (Datev), Tolga Erdogan (Dimension Data), Annette Rust (Avanade) und Wolfgang Miedl.
Die Digital-Workplace-Expertenrunde (v.l.): Christoph Witte, Axel Oppermann (Avispador), Marc Hoffer (Avepoint), Matthias Sommermann (Datev), Tolga Erdogan (Dimension Data), Annette Rust (Avanade) und Wolfgang Miedl. (Bild: IT meets Press)

Wie eine solche Automatisierung im Datev-Kundenumfeld aussehen kann, schilderte aus Anwendersicht Stefan Fichtl, Gründer der SFS Steuerberatungsgesellschaft: „Dank intelligenter Verknüpfung diverser Datenquellen stehen uns heute diverse Frühwarnfunktionen zur Verfügung, die mir auf einem Bildschirm per Ampelsignal den Status mehrerer Hundert Mandanten darstellen. Und bei einem Mandanten aus der Gastronomie können wir heute beispielsweise die Umsatzzahlen ihn Bezug zu den Wetterdaten setzen, um die Plausibilität seiner Geschäftszahlen zu kontrollieren.“

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