Strategiewechsel

Der BWL-Blick auf den Cloud-Einsatz

| Autor / Redakteur: Götz Piwinger* / Elke Witmer-Goßner

Will man seine Software über eine Cloud beziehen, stellen sich mehrere Auswahlmöglichkeiten. Eine Private Cloud kann ein eigenes Rechenzentrum mit „Cloud-Features“ sein. Konsequenterweise würde man diese Dienste dann auch fremden Kunden oder Tochtergesellschaften anbieten. Diese Lösung ergibt nur bei größeren Gebilden Sinn. Die Private Cloud kann auch in einem externen Rechenzentrum liegen. Dort mieten sie Rechner an (physikalisch oder virtuell), um Zutrittssicherheit, Brandschutz, Klima und USV etc. gewährleisten zu können. Die Softwareverwaltung erfolgt in Eigenregie als Infrastructure-as-a-Service (IaaS). Auch wenn die Lösung Platform-as-a-Service (PaaS) gewählt wird, wo bereits das Betriebssystem inklusive aller Sicherheits- und Pflegeservices vom Rechenzentrum geliefert wird, braucht es immer noch Pflege und Wartung durch eigenes Personal. Aus dieser Umgebung werden den Mitarbeitern wartungsfreie Anwendungen über Webbrowser zur Verfügung gestellt. Die eigentliche Herausforderung liegt hier in der Schaffung einer skalierbaren IT-Infrastruktur, um die tatsächlichen Mehrwerte nutzen zu können.

Die Public Cloud oder öffentliche Cloud ist ein Angebot eines frei zugänglichen Providers, der seine Dienste offen über das Internet für jedermann zugänglich macht. Wir kennen Dienste wie Webmailer aus dem privaten Gebrauch. Auf dieser Basis werden professionelle B2B-Anwendungen angeboten, die häufig 95 Prozent aller Geschäftsprozesse in KMU abdecken. Denn CRM, FiBu, ERP, Office oder Outlook aus der sicheren Cloud sind heutzutage Standard, beispielsweise beim Team von M94 oder bei der Forcont. Wenn der komplette Service aus einer Hand geliefert wird, spricht man von Software-as-a-Service (SaaS).

Zwei-in-eins-Modelle

Als Hybrid Clouds werden Mischformen dieser beiden Ansätze bezeichnet. So laufen bestimmte Services bei öffentlichen Anbietern über das Internet, während bestimmte Anwendungen und Daten im Unternehmen betrieben und verarbeitet werden. Die Herausforderung liegt hier in der Trennung der Geschäftsprozesse in datenschutzkritische und -unkritische Workflows. Voraussetzung ist eine saubere und konsequente Klassifizierung der im Unternehmen vorhandenen und verarbeiteten Daten, die wiederum mit eigenem Fachpersonal betrieben werden müssen.

Es wäre also konsequent für KMU und Mittelstand, sich auf SaaS zu konzentrieren. Denn nur hier laufen alle Vorteile zusammen: Haftungsreduktion beim Datenschutz, minimaler Administrationsaufwand, Liquiditätsvorteil durch Wegfall der Rückstellungen, wartungsfreie Anwendungen, Reduktion der Hardwarekosten, Verfügbarkeit an jedem Ort und auf allen Endgeräten. Ganz wichtig ist die Skalierbarkeit, um in jeder Unternehmens-Situation flexibel agieren zu können. Um alle Vorteile sicher nutzen zu können, müssen sich die Anbieter einige Fragen gefallen lassen, auf die wir im letzten Kapitel eingehen.

Mitarbeiter mitnehmen

Neben der Entscheidung zur Cloud-Strategie als ersten Schritt der Digitalisierung des Unternehmens wollen auch die Mitarbeiter als wichtiger Faktor entsprechend eingebunden werden. Eigentlich ist der Prozess der Digitalisierung nichts anderes als eine Modernisierung oder ein Change-Prozess. Der Unterschied liegt im Wesentlichen im Handlungsdruck, um mittelfristig überhaupt wettbewerbsfähig zu bleiben und in der unglaublichen Chance für Wachstum. Der Wechsel ist nicht ad hoc möglich, diese Modernisierung kann nur mittelfristig erfolgen. Die wichtige Zeit, um die Beschäftigten in jeder Phase „mitzunehmen“ muss eingerechnet werden.

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