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Logicalis migriert IT von PlanetHome in die Oracle Cloud Der bedachtsame Weg in die Cloud

| Autor / Redakteur: Dirk Franke* / Elke Witmer-Goßner

Viele Unternehmen sind ihn schon gegangen, einige beschreiten ihn noch: den Weg in die Cloud. Er ist ein zentraler Bestandteil der digitalen Transformation, denn es bietet einige Vorteile, die Daten nicht auf einem festen Server in einem Rechenzentrum zu lagern.

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Gehen Unternehmen schrittweise und geplant in die Cloud, sind sie mit einer individuellen Lösung zukunftssicher aufgestellt und können beim Wettbewerb in der digitalen Transformation mithalten.
Gehen Unternehmen schrittweise und geplant in die Cloud, sind sie mit einer individuellen Lösung zukunftssicher aufgestellt und können beim Wettbewerb in der digitalen Transformation mithalten.
(Bild: © sdecoret - adobe.stock.com)

Neben dem geräte-, zeit- und ortsunabhängigen Zugriff auf die Daten und Ressourcen im Unternehmen sind beispielsweise das flexible Skalieren und das Einsparen von Investitionskosten Pluspunkte einer Cloud-Lösung. Auch Missstände wie zu geringe Personalkapazitäten im IT-Betrieb, die Entstehung einer Schatten-IT sowie eine zu lange Launch-Zeit von Produkten können Gründe für den Weg in die Cloud sein.

Ansprüche definieren

Auch wenn es für ein Unternehmen verlockend sein kann, seine Daten möglichst schnell in die Cloud zu migrieren, ist es ratsam, diesen Weg organisiert und bedacht zu gehen. Denn ohne die nötige fachliche Expertise kann es schwierig werden, die passende Lösung zu finden und deren Vorteile dann auch voll auszuschöpfen. Schlimmer noch: Fehlendes Know-how kann mangelnde Sicherheit, erhöhte Kosten und steigende Komplexität zur Folge haben.

Daher sollten sich die Verantwortlichen vor der Einführung einer Cloud-Lösung verschiedene Fragen stellen, allen voran: Welche Herausforderung soll die Lösung meistern können? Müssen wir unsere vorhandene IT-Infrastruktur für die Cloud optimieren? Sind unsere Daten in der Cloud sicher? Und: Welche ist die beste Lösung für die Anforderungen unseres Unternehmens? Denn jedes Unternehmen steht vor unterschiedlichen Herausforderungen, die es mit der Cloud meistern will und kann. Es gilt deshalb, eine Cloud-Lösung zu finden, die individuell auf die Bedürfnisse eines Unternehmens zugeschnitten ist.

Praxisbeispiel: Viele Daten – doch in welche Cloud damit?

Wie wichtig die richtige Herangehensweise an ein Cloud-Projekt ist, zeigt ein Praxisbeispiel: Auch die PlanetHome Group, einer der führenden Immobiliendienstleister und größten unabhängigen Immobilienfinanzierer Deutschlands mit Hauptsitz in München/Unterföhring, stand vor der Frage „Wollen wir unsere Daten in die Cloud migrieren?“ Das im Jahr 2000 gegründete Unternehmen mit mehr als 700 Mitarbeitern und über 100 Standorten ist auf die Vermittlung und Finanzierung von Wohnimmobilien spezialisiert und arbeitet eng mit Banken, Versicherungen und Finanzdienstleistern zusammen. Diese berät PlanetHome dabei, ihr Angebot an Dienstleistungen rund um die Immobilie für ihre Kunden optimal zu ergänzen.

Um die aufkommenden Datenmengen zu bewältigen und die digitale Transformation als wichtige IT-Strategie im Unternehmen weiter voranzutreiben, zog das Unternehmen uns als externen IT-Dienstleister hinzu. Auf unser Anraten hin migrierte PlanetHome seine Oracle-Datenbanken und Applikationsserver in die Oracle Cloud Infrastructure. Aber warum und wie?

Die monatlichen Kosten begrenzen, die Flexibilität erhöhen – das ist das Ziel vieler Unternehmen, die den Weg in die Cloud gehen. So auch das von PlanetHome. Bis Ende 2019 betrieb dort ein Rechenzentrumsdienstleister die zentralen Systeme der Oracle-Umgebung samt Datenbank- und Applikationsserver. Einige Applikationen des Unternehmens lagen bereits in der Azure Cloud. So schien es logisch, auch „den Rest“ in die Microsoft Azure Cloud zu migrieren. Auf unseren Rat hin entschied sich das Unternehmen dann aber für die Oracle Cloud Infrastructure. Dass diese als Unternehmens-Cloud der zweiten Generation speziell auf die Anforderungen unternehmenskritischer Anwendungen ausgerichtet ist, war das überzeugende Argument.

Ausschlaggebend war aber auch, dass diese Cloud-Variante unter anderem leistungsstarke Berechnungs- und Netzwerkfunktionen bietet. Geringere Lizenz- und Betriebskosten sowie zusätzliche Sicherheitsmechanismen, zum Beispiel verschlüsselte Datenbanken, rundeten die Entscheidung ab. Insbesondere in puncto Datensicherheit profitierte PlanetHome von der externen Expertise. Denn: Sind an dieser Stelle keine Spezialisten am Werk, können schwerwiegende Sicherheitslücken entstehen, die wiederum zu wirtschaftlichen Schäden für das Unternehmen führen können.

Kurze Projektzeit – trotz unvorhergesehener Hürden

Das gemeinsame Ziel von PlanetHome und uns als IT-Berater war es, die Datenbanken bis Ende 2019 in die Oracle Cloud Infrastructure zu migrieren. Da die Quelldatenbank aber einen alten Zeichensatz verwendete und daher zunächst komplett neu konvertiert werden musste, geriet diese Zeitplanung ins Wanken. Ein Migrationsskript, das die Daten aus dem Altsystem mitsamt Zeichensatzkonvertierung in der Oracle Cloud bereitstellte, konnte schnell Abhilfe schaffen; der Test der Kernapplikationen verlief anschließend reibungslos.

Inklusive Abstimmung und Aufbau des Virtual Cloud Networks in der Oracle Cloud Infrastructure, VPN-Anbindung an das On-Premises-Netzwerk und dem Bereitstellen der Web-, Application- und Datenbank Server in der Cloud, betrug die Projektdauer nur vier Monate. Mit positivem Effekt: PlanetHome ist nun zukunftssicher aufgestellt – dank Kostenersparnissen im Betrieb und entscheidender Mehrwerte wie wesentlicher Sicherheitsaspekte, mehr Verfügbarkeit und gesteigerter Flexibilität.

In drei Schritten zum Ziel

Damit Unternehmen – wie PlanetHome – den Weg in die Cloud zielführend und sicher gestalten können, müssen sie grob drei Schritte beschreiten, deren Umsetzung externe IT-Dienstleister wie Logicalis unterstützend wie folgt begleiten können:

1. Strategie
Die Experten müssen zunächst feststellen, ob die IT-Infrastruktur des Unternehmens gut für die Cloud gerüstet ist. Daraufhin entwickeln sie eine Strategie, die die umzusetzenden Maßnahmen bei der Migration der Daten in die Cloud beinhaltet.
2. Transformation
Anschließend transformieren sie die Kundenlösungen anhand eines erprobten Vorgehensmodells in eine moderne Cloud-Infrastruktur. Dabei beachten die Experten Security-, Compliance- und Governance-Vorgaben.
3. Managed Services
Auf Wunsch können externe Experten die Cloud-Infrastruktur auch nach deren Einrichtung betreuen. Monitoring, Operation und Reporting sind dann keine Aufgabe mehr für die interne, oft voll ausgelastete IT-Abteilung, sondern werden ausgelagert durchgeführt. Der internen IT-Abteilung bleibt so mehr Zeit für strategische Aufgaben.

Dirk Franke, Logicalis GmbH.
Dirk Franke, Logicalis GmbH.
(Bild: Logicalis)

Beachten Unternehmen diese Schritte, sind sie mit einer individuellen Cloud-Lösung zukunftssicher aufgestellt und können beim Wettbewerb in der digitalen Transformation mithalten. Denn nur wenn Unternehmen ihre wachsenden Datenmengen ressourcensparend und sicher lagern, sind sie dazu in der Lage, ihren Kunden einen umfassenden digitalisierten Service zu bieten.

* Der Autor Dirk Franke ist Director Application & Information Management bei der Logicalis GmbH.

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