AWS Data Migration Service

Datenbanken wandern in die Amazon-Cloud

| Autor / Redakteur: Michael Matzer / Florian Karlstetter

Neu im Amazon-Sortiment: der AWS Database Migration Service, mit dem sich alle möglichen on-premise-Datenbanken ins Internet migrieren lassen.
Neu im Amazon-Sortiment: der AWS Database Migration Service, mit dem sich alle möglichen on-premise-Datenbanken ins Internet migrieren lassen. (Bild: AWS)

Amazon Web Services hat vor kurzem einen Migrationsdienst für produktiv genutzte Datenbanken verfügbar gemacht – auch in der Frankfurt/Main Region. Zuvor konnten AWS-Kunden den Data Migration Service in einer Betaphase testen. Mit der Möglichkeit, on-premise-Datenbanken in die Cloud zu überführen, sehen Analysten den Krieg gegen Datenbankanbieter als eröffnet an.

Der Migrationsdienst ist ein Managed Service wie etwa AWS Relational Database Service (RDS). DynamoDB oder RedShift. Damit können Nutzer von Datenbanken wie Oracle, SQL Server, MariaDB, PostgreSQL oder MySQL ihre produktiven Datenbestände in mehreren einfachen Schritten in die Cloud von AWS überführen.

So mancher Kunde möchte die hohen Kosten für Datenbanklizenzen sparen und beispielsweise auf eine quelloffene Datenbank migrieren, für die nur Supportkosten einer Enterprise-Lizenz anfallen. Doch den Aufwand der Migration scheut so mancher Datenbank-Admin, weil ja während des Umzugs der Datenbankserver vom Netz genommen werden müsste. Diese Ausfallzeit kann für ein Unternehmen, das ständig auf aktuelle Transaktionsdaten angewiesen ist, kostspielig werden. An diesem Punkt setzt der neue AWS-Dienst an: Die Migration soll nun so schmerzlos wie möglich erfolgen können. Das ist etwa so, als wollte man bei einem Auto während der Fahrt den Motor austauschen.

Replikation

Der wesentliche Vorgang dieser heiklen Operation besteht in der Replikation. Zuerst wird per Replikation eine Zielinstanz auf AWS erzeugt, und diese holt sich die Daten von der Original-Datenbank, um eine beliebige Ziel-Datenbank zu befüllen. Alle Änderungen am Original werden solange repliziert, bis der Admin entscheidet, dass der richtige Zeitpunkt für das Umschalten gekommen ist. Das stellt sich sicher, dass das Replikat vollständig mit dem Original übereinstimmt, was die Inhalte anbelangt.

Auf diese Weise kann der Nutzer Daten nicht nur homogen zwischen Oracle und Oracle replizieren, sondern auch heterogen zwischen Oracle und beispielsweise SQL Server. ((Bilder 2-4) Auch eine Datenbankkonsolidierung ist realisierbar. Der Vorgang kann komplette Terabyte-Datenbanken umfassen oder nur einzelne Tabellen. Chief Evangelist Jeff Barr erklärt den Vorgang in seinem Blog Schritt für Schritt (siehe auch Bildergalerie).

Umzug mit dem Schema Conversion Tool

Um die Struktur der Datenbank zu erhalten, stellt AWS das Schema Conversion Tool bereit. Das SCT-Werkzeug ist etwa dann sinnvoll, wenn Datenbank-Schemata und Stored Procedures in eine neue Datenbankplattform migriert werden sollen, also entweder ein Upgrade auf eine neue Version des gleichen Produkts – etwa SQL Server 2016 - stattfindet oder die Migration zu einer anderen Plattform. Die Vorteile liegen laut Barr in einer elastisch skalierenden Plattform wie EC2, einer leistungsfähigeren Datenbank-Engine von AWS oder in einer für andere Zwecke geeigneteren Datenbank.

Eine sonderbare Kostenfrage

Last but not least soll die Migration auch Kosten sparen helfen. So etwa können Kunden die bislang notwendigen Datenbankserver plus die nötige Storage-Infrastruktur einsparen. Die Migration selbst soll sich mit wenigen Mausklicks binnen Minuten bewerkstelligen lassen. Und selbst wenn ein ganzes Terabyte an Daten umzuziehen ist, soll dies nur etwa 3 US-Dollar kosten. Soviel kosten die Datenverarbeitungsressourcen bei AWS.

Ausführliche Preisinformationen finden sich hier. Dabei lässt sich der Preisunterschied zwischen einer Instanz in Irland und einer in Frankfurt/Main entdecken. Der maximale Unterschied liegt im teuersten Tarif bei 1,404 USD (Irland) vs. 1,575 USD (Frankfurt). Wie AWS diesen Unterschied rechtfertigt, wird nicht angegeben. Aber deutsche Kunden sollten sich seiner bewusst sein.

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