Interview mit Christoph Höinghaus, CEO der Trivadis AG

Daten als DNA für Big Data und Cloud-basierte Technologien

| Redakteur: Florian Karlstetter

„Die Cloud ist definitiv angekommen und ihre Nutzung wird weiter zunehmen. Viele unserer Kunden haben ihre Digitalisierung bereits voll in Angriff genommen haben und sehen Cloud als fixen Bestandteil ihrer Strategie“, erklärt Christian Höinghaus, CEO der Trivadis AG.
„Die Cloud ist definitiv angekommen und ihre Nutzung wird weiter zunehmen. Viele unserer Kunden haben ihre Digitalisierung bereits voll in Angriff genommen haben und sehen Cloud als fixen Bestandteil ihrer Strategie“, erklärt Christian Höinghaus, CEO der Trivadis AG. (Bild: gemeinfrei (geralt / pixabay) / CC0)

Cloud Computing ist ein wesentliches Element der Digitalen Transformation, lassen sich damit doch viele Services bedarfsgerecht, schnell und kostengünstig einkaufen und zur Verfügung stellen. Welche konkreten Herausforderungen damit einhergehen und welche Cloud-Strategie verfolgt werden sollte, das erklärt Christoph Höinghaus, CEO der Trivadis AG in einem Interview.

Unzählige Anbieter besetzen den Bereich Cloud Computing, vom kleinen Garagenstartup bis hin zum gigantischen Riesenkonzern. Wieso sollten Unternehmen beim Umstieg in die Cloud gerade auf Trivadis setzen? Was unterscheidet Ihre Firma von den anderen am Markt aktiven Playern?

Christoph Höinghaus: Die Fähigkeit, Daten intelligent zu nutzen, bildet die Voraussetzung für die zukünftige Entwicklung von Märkten. Nur wer es versteht, sich diese Daten für den Geschäftserfolg nutzbar zu machen, geht erfolgreich aus der digitalen Transformation hervor. Das gelingt, indem die traditionelle IT mit den modernen Technologien − wie etwa Big Data, Internet der Dinge und Cloud-Computing – über Modernisierungs- und Integrationsprojekte zusammengeführt wird. Die größte Herausforderung dabei wird es sein, die Komplexität, die dieser Prozess für die Kunden mit sich bringt, zu reduzieren. Und genau hier kommt Trivadis ins Spiel – denn ‚Daten‘ sind unsere DNA seit mehr als 20 Jahren. Wir helfen Kunden, ihre bestehenden IT-Systeme soweit zu modifizieren und mit neuen Technologien anzureichern, dass sie Big Data oder Cloud-basierte Technologien oder auch das Internet der Dinge, in ihre IT-Welt integrieren können.

Datenbanken als Schlüsseltechnologie zur Verarbeitung sehr großer Datenmengen sind seit langer Zeit ein Teil der Kernkompetenz der Trivadis, sei es im Oracle-, Microsoft- oder Open Source Stack. Dieser Fokus führt dazu, dass wir unseren Kunden die gesamte Bandbreite an IT-Services auch in der Cloud bieten können: von Office 365 bis zu Database-as-a-Service. Zudem ist das Kernelement eines nachhaltigen und erfolgreichen Cloud-Computing-Einsatzes – die Garantie von Services mit SLAs – seit jeher fester Bestandteil in unserem Geschäftsbereich Managed Services.

Trivadis hat erst vor kurzem eine eigene Cloud Business Unit gegründet. Welche Strategie hat Sie zu diesem Schritt bewegt?

Höinghaus: Während wir bisher aus unseren bestehenden Abteilungen hinaus unsere Angebote automatisch um Cloud-Services erweitert haben, bedient über die neue Business Unit nun ein Team für das ganze Unternehmen fokussiert und zielgerichtet alle Cloud-Themen. Damit kommen wir den Anforderungen unserer Kunden und Interessenten nach, die vermehrt konkret nach Cloud-Lösungen fragen. Unser Ziel mit dieser Business Unit ist es, zu den Top-Anbietern von Cloud-Services in der Schweiz zu gehören.

Wie erleben Sie die Akzeptanz von Cloud Computing im Unternehmen? Ist die Cloud in Deutschland angekommen?

Höinghaus: Die Cloud ist definitiv angekommen und ihre Nutzung wird weiter zunehmen. Viele unserer Kunden haben ihre Digitalisierung bereits voll in Angriff genommen haben und sehen Cloud als fixen Bestandteil ihrer Strategie.

Ein großes Hemmnis in Deutschland, wenn es darum geht, Daten oder Systeme in die Cloud zu verlagern, ist immer noch das ganze Thema rund um Datenschutz und Datensicherheit. Das liegt aber vor allem an der Unkenntnis darüber, was technologisch und juristisch heutzutage schon alles möglich ist, um genau diesen Gefahren entgegenzustehen.

Welche Rolle spielt Cloud Computing für die digitale Transformation?

Höinghaus: Cloud Computing ist ein wesentliches Element der Digitalen Transformation. Durch Cloud Services lassen sich viele Prozesse vereinfachen, viele Services bedarfsgerecht, schneller und kostengünstiger einkaufen oder zur Verfügung stellen. Nur wenn Speicher- und Rechenleistung von jetzt auf gleich skalierbar nach Bedarf angeboten werden können, lassen sich digitale Geschäftsmodelle umsetzen.

Sehen Sie bei allen Vorteilen auch Risiken bei der Realisierung von Cloud-Projekten?

Höinghaus: Das Risiko besteht – wie bei vielen IT-Projekten – darin, zu viel zu wollen, die Erwartungen zu hoch zu schrauben oder schlecht vorbereitet zu sein. Vor allem eine gute Planung sowie eine sorgfältige Bewertung der verschiedenen Service-Provider bereiten eine gute Ausgangslage für die sichere Migration in die Cloud. Unternehmen sollten sich bereits im Vorfeld auch Gedanken über Datensicherheit und Datenschutz machen, etwa auch Serverstandorte und Speicherorte, etwa von Kundendaten. Grundsätzlich sollten Unternehmen überlegen, ob sie in sensiblen Bereichen nicht eine Rückholbarkeit einplanen; es muss nicht alles in der Cloud passieren und schon gar nicht gleich und sofort.

Was sind Ihrer Meinung nach die größten Markttrends im Bereich Cloud? Wo geht es hin?

Höinghaus: Eine neue Generation der Hybrid Cloud wird kurz- und mittelfristig dominieren. Wir können das aus der Beobachtung bei unseren Kunden bestätigen. Für viele Unternehmen wird es unabdingbar sein, Anwendungen zwischen Public, Private und Hybrid Clouds zu verschieben und On-Premise-Applikationen schnell in die Cloud auszulagern oder wieder zurückzuholen. Die große Herausforderung dabei besteht darin, den Überblick zu behalten. Hier sind die Hersteller mit ihren Technologien, aber auch die Systemhäuser mit ihrem Know-how, stark gefordert, Unternehmen auf diesem manchmal recht steinigen Weg der Integration zu unterstützen.

Ein weiterer wichtiger Trend sind Managed Cloud Services. Immer mehr Unternehmen setzen auf das Cloud-Modell, verfügen aber intern nicht über die notwendigen Ressourcen und Kompetenzen. Hier kommen die IT-Dienstleister auf den Plan, die den Cloud-Einsatz nachhaltig entwickeln und strukturieren sowie die Systeme, Applikationen und virtuellen Umgebungen ihrer Kunden betreiben und absichern. Unternehmen, die hier verstärkt auf einen kompetenten Partner setzen, können sich auf ihr Kerngeschäft fokussieren.

Was haben Kunden von Trivadis im Bereich Cloud für konkrete Herausforderungen und welche Ziele verfolgen sie mit ihrer Cloud-Strategie?

Christoph Höinghaus, CEO der Trivadis AG.
Christoph Höinghaus, CEO der Trivadis AG. (Bild: Trivadis)

Höinghaus: Eigentlich sind es immer drei Ziele, die auch die Herausforderungen gut beschreiben. Diese Ziele treten in unterschiedlichen Prioritäten und Gewichtungen auf: Vereinfachung, neue Services, Kosteneinsparung. Wobei die Kosteneinsparungen sich langfristig sicher realisieren lassen, bedingt auch durch die hohe Flexibilität von Cloud-Lösungen. Es ist allerdings selten, dass Unternehmen nur aus Kostengründen nach Cloud-Lösungen fragen. Meistens ist es die Anforderung, neue Services einzuführen oder bestehende Services zu modernisieren. Generell geht es darum, schneller am Markt zu agieren und die Renditen zu erhalten – dabei kann aus technologischer Sicht die Cloud helfen.

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