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Windows To Go für die Installation auf USB-Sticks oder externe Festplatten Das Windows 8 für unterwegs

Autor / Redakteur: Thomas Joos / Ulrike Ostler

Microsoft bietet in „Windows 8 Enterprise“ die Funktion „Windows To Go“. Mit dieser ist es möglich, Windows 8 auf einem mindestens 32 GB großen USB-Stick oder einer externen Festplatte zu betreiben. Diese können Anwender mobil nutzen und Windows 8 starten.

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Das Betriebssystem Windows 8 gibt es per USB-Stick auch für unterwegs ...
Das Betriebssystem Windows 8 gibt es per USB-Stick auch für unterwegs ...
(Bild: ra2 studio/Fotolia.com)

Bei Windows To Go handelt es sich um ein vollständiges Windows 8, auf dem sich auch Anwendungen installieren und Daten speichern lassen.

Windows 8 auf einem Windows-To-Go-Datenträger lässt sich auch an das Netzwerk, an Domänen und auch das Internet anbinden. Auch WLAN steht zur Verfügung, sowie die Umsetzung von Gruppenrichtlinien. Für den Betrieb ist keinerlei Virtualisierung oder besondere Tricks notwendig. Anwender oder Administratoren installieren Windows 8 auf einem externen Datenträger, indem sie den Assistenten für Windows To Go in der Systemsteuerung verwenden.

Anwender können Windows To Go auch auf Computern verwenden, auf denen Windows 7 oder Windows 8 läuft und die zertifiziert für diese Betriebssysteme sind. Windows To Go lässt sich nicht auf Macs oder PCs betreiben, die nicht kompatibel mit Windows 7 und 8 sind.

Auch ARM-Prozessoren lassen sich mit Windows To Go nicht nutzen. Hier müssen Anwender auf Windows RT setzen.

Windows To Go in der Praxis

Windows To Go ist durch „Windows Defender“ bereits durch Viren geschützt. Administratoren können auf dem Datenträger aber auch weitere Anwendungen installieren, auch einen zusätzlichen Virenscanner.

Auch hier verhält sich Windows To Go wie ein herkömmlich installiertes Windows 8-System. Bei der Bedienung gibt es keine Unterschiede zwischen lokal installierten Betriebssystemen und Windows To Go. Im Microsoft-Technet sind ausführliche Informationen zu Windows To Go zu finden .

Um Windows To Go zu nutzen, benötigen Administratoren einen Computer, auf dem Windows 8 Enterprise installiert ist. Am schnellsten sehen ist die installierte Version zu sehen, wenn auf der Startseite der Begriff „winve“ eingetippt wird.

Außerdem ist ein WIM-Image mit der Enterprise-Edition von Windows 8 notwendig. Dieses können Administratoren aber problemlos mit dism.exe oder imagex.exe anpassen.

Unternehmen, die viele Windows To Go-Geräte auf einmal zur Verfügung stellen wollen, können zur Erstellung auch die Windows-PowerShell verwenden. Microsoft stellt dazu eine umfangreiche Anleitung zur Verfügung.

So geht es los

Das Starten des Assistenten von Windows To Go findet in der Systemsteuerung statt.
Das Starten des Assistenten von Windows To Go findet in der Systemsteuerung statt.
(Bild: Thomas Joos)
Ist Windows 8 Enterprise installiert, öffnen Administratoren die Systemsteuerung und geben im Suchfeld „windows“ ein. Im Suchergebnis ist dann die Option Windows To Go zu sehen.

Nach dem Start des Assistenten zeigt dieser nach einigen Sekunden alle angeschlossenen USB-Sticks und externe Festplatten an, die von Windows To Go unterstützt werden. Wählen Anwender einen nicht kompatiblen Datenträger aus, erhalten sie eine entsprechende Fehlermeldung.

Der Stick oder die externe Festplatte benötigt eine Größe von mindestens 32 GB. Außerdem muss der Stick oder die Festplatte USB 3.0/2.0 unterstützen, USB 1.0/1.1 ist nicht für Windows To Go zertifiziert und wird auch nicht unterstützt. Natürlich läuft Windows To Go auf Laufwerken, die an USB 3.0-Ports angeschlossen sind, wesentlich schneller.

Während der Erstellung eines Windows To-Go-Sticks wird der Datenträger neu formatiert und alle Daten vom Datenträger gelöscht. Anwender sollten daher eventuell vorhandene Daten vorher sichern. Alle Hardwarevoraussetzungen für Windows To Go sind in der Microsoft-TechNet auf der zu finden.

WIM-Image für Windows To Go auswählen

Wurde der Datenträger ausgewählt, müssen Anwender auf der nächsten Seite des Assistenten das WIM-Image auswählen, welches Grundlage für das mobile Image sein soll. Hierzu ist ein Windows 8-Datenträger notwendig. WIM-Dateien befinden sich, wie bei Windows 7, im Verzeichnis „sources“ der Installations-DVD. Administratoren können aber auch ein selbst angepasstes Image verwenden, welches bereits Anwendungen und Apps für Windows 8 umfasst. Allerdings muss es sich dabei um die Enterprise-Edition von Windows 8 handeln.

Im nächsten Schritt können Administratoren den Datenträger noch mit „BitLocker“ verschlüsseln. Dies ist sinnvoll, wenn die Daten auf dem Computer vor unberechtigtem Zugriff geschützt sein sollen. Aktivieren Administratoren BitLocker, müssen Anwender zum Starten des Computers ein Kennwort eingeben. Die Verwendung ist aber.

Im letzten Schritt klicken Administratoren auf die Schaltfläche Erstellen, damit der Assistent den Datenträger für Windows To Go vorbereitet. Dieser Vorgang kann sehr lange dauern, abhängig von der Geschwindigkeit des Sticks oder der externen Platte. Der Assistent erstellt auf dem Stick oder der externen Festplatte zwei Partitionen. Eine Systempartition mit dem Boot-Manager ist aus Kompatibilitätsgründen mit FAT32 formatiert, der eigentliche Datenträger mit NTFS.

Der Assistent hilft

Hat der Assistent den Windows To Go-Datenträger erstellt, können Administratoren im letzten Schritt auswählen, ob der Assistent die Boot-Optionen des aktuellen Computers so abändern soll, dass dieser immer von diesem USB-Stick startet.

Der Windows To Go-Assistent konfiguriert den externen Datenträger so, dass er in einem laufenden Betriebssystem keinen Laufwerksbuchstaben erhält. Microsoft empfiehlt, den Datenträger mit Windows To Go an keinem laufenden Betriebssystem anzuschließen, um die Stabilität des Systems nicht zu gefährden.

Mit Windows To Go arbeiten

Ist der Stick bzw. das externe Laufwerk erstellt, können Anwender den gewünschten Computer mit diesem booten. Die Festplatten des entsprechenden Computers blendet Windows 8 aus Sicherheitsgründen nicht ein, Anwender können aber Daten auf dem Stick oder der externen Festplatte selbst speichern.

Der USB-Stick erscheint als Laufwerk C: in „Windows“. Administratoren können auch den Remotedesktop aktivieren und sich hierüber mit dem Windows To Go-System verbinden. Der Windows Store funktioniert in Windows To Go standardmäßig nicht.

Administratoren können aber in der Datenträgerverwaltung von Windows To Go, die sie in der Datenträgerverwaltung mit „diskmgmt.msc“ starten, die lokalen Festplatten online schalten und auf die Daten der internen Festplatten zugreifen. Anwender müssen Windows 8 auf dem Stick immer herunterfahren.

Keine Unterstützung für TPM

Der Ruhezustand und der Standby-Modus sind nicht aktiv, um Datenverlust zu vermeiden. Verwenden Administratoren BitLocker, müssen Anwender immer ein Kennwort eingeben. TPM (Trusted Platfom Module) wird nicht unterstützt.

Sobald Anwender einen Computer mit Windows 8 starten, wird eine Hardware-Erkennung durchgeführt und die entsprechenden Treiber werden installiert. Beim nächsten Start erkennt das mobile Windows bereits die installierten Treiber und lädt diese. Anwender haben auch die Möglichkeit, Windows To Go auf mehreren PCs, Notebooks oder Netbooks zu verwenden.

So geht es schneller

Booten Anwender einen PC mit Windows To Go, erscheint zunächst die Eingabe des BitLocker-Kennworts, falls Administratoren BitLocker aktiviert haben. Danach startet Windows 8 Enterprise. Beim ersten Start von Windows To Go auf einem neuen PC müssen zunächst Treiber installiert und die Oberfläche eingerichtet werden. Starten Anwender das nächste Mal mit dem Stick oder externen Laufwerk den PC, erfolgt der Start wesentlich schneller.

Im gestarteten Windows 8 von Windows To Go lassen sich auch manuell Anwendungen installieren, genau wie in herkömmlichen Installationen von Windows 8. Administratoren können für Einstellungen des lokalen Systems den Editor für lokale Gruppenrichtlinien einsetzen.

Der Autor:

Thomas Joos schreibt als freier Autor Handbücher unter anderem über Windows und SQL Server und bloggt auf DataCenter-Insider.de.

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