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Abrechnung von Cloud-Services

Das richtige Billing für Cloud-Provider

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Alleine die zuvor genannten Beispiellösungen zeigen, dass es eine breite Auswahl an Möglichkeiten für die Abrechnung von Cloud-Services gibt. Dies erschwert zwar die Suche, macht es aber möglich, sich auf nahezu keine Kompromisse einlassen zu müssen. Es sollte natürlich nicht sein, dass man als Cloud-Anbieter sein Geschäftsmodell verändern muss, nur weil die entsprechende Abrechnung nicht oder nur sehr kompliziert umgesetzt werden kann.

Wird IaaS (Infrastructure as a Service) angeboten, ist es meist erforderlich, Unterscheidungen nach Standort Rechenzentrum, Rechenkapazität, Server, Speicherkapazität, Traffic, Support, Security- und Service-Level und angebotenen Zusatzdiensten wie Disaster Recovery zu machen. Bei PaaS (Platform as a Service) und SaaS (Software as a Service) spielt es meist eine Rolle, welche Hardware bzw. Software denn als Service angeboten wird. Das ist aber nicht alles.

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Wenn ein Cloud-Provider zum Beispiel einen kostenlosen Testzugang für eine definierte Zeit oder in einem definierten Umfang an verfügbaren Cloud-Ressourcen anbieten möchte, so sollte das Billing-System die passende Option anbieten. Ebenso sollten sich bei Bedarf bestimmte Rabatte für Cloud-Bundles vorsehen und abrechnen lassen. Als Billing-Positionen werden je nach Anbieter zeitabhängige Flatrates genauso benötigt wie eine nutzungsabhängige Abrechnung, die jeden Monat oder jedes Quartal stattfindet. Etwaige Zusatzgebühren für Änderungen oder Stornierungen könnten ebenso als Funktion im Billing-System notwendig sein. Was genau abgerechnet werden können muss, gilt es als Cloud-Provider im eigenen Lastenheft genau festzulegen, um so die Lösungssuche strukturieren zu können.

Eigene Vertriebswege unterstützen

Neben dem Preismodell in Richtung des Cloud-Kunden gibt es oftmals noch eine weitere Partei, die einzubeziehen ist. Wenn ein Cloud-Provider selbst Vertriebspartner einsetzt und diesen eine Abrechnungsfunktion anbieten will, ist dies eine spezielle Anforderung an das Rollen- und Berechtigungssystem der Billing-Lösung, aber auch an die Möglichkeiten, die Rechnungen zu gestalten (eigenes Branding für den Partner). Aber auch die Abrechnung an den Partner stellt eigene Anforderungen, so wird dieser einen speziellen Partner-Tarif nutzen können, den es abzubilden gilt. Nicht vergessen werden darf, ob der eigene Vertrieb oder der Partnervertrieb nur in Deutschland, in der EU oder gar weltweit erfolgt. Nicht zuletzt steuerliche Fragen müssen dann im Billing zu klären sein.

Wenn die von Cloud-Anwendern gewünschte nutzungsabhängige Abrechnung angeboten werden soll, darf ein genauer Bericht über den tatsächlichen Verbrauch der Cloud-Ressourcen nicht fehlen. Dort sollten auch die Cloud-Produkte benannt sein, die der Kunde bestellt hat sowie der vereinbarte Tarif. Vorsicht ist geboten, wenn der Bericht als Erläuterung der Abrechnung zu genau wird. So dürfen in der Abrechnung und im Reporting nur die personenbezogenen Daten enthalten sein, die zu Abrechnungszwecken tatsächlich erforderlich sind. Ein Nutzer-Tracking, das für eine Verhaltens- und Leistungskontrolle genutzt werden kann, sollte somit nicht enthalten sein.

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Über den Autor

Dipl.-Phys. Oliver Schonschek

Dipl.-Phys. Oliver Schonschek

IT-Fachjournalist, News Analyst und Commentator bei Insider Research