Alle IT-Services für die Spiele sollen aus der Wolke kommen

Das Internationale Olympische Komitee setzt auf die Cloud

| Redakteur: Elke Witmer-Goßner

Die Olympischen Spiele sollen für Medien, Athleten und Zuschauer immer mehr zum Erlebnis werden – auch mit Hilfe des Cloud Computing.
Die Olympischen Spiele sollen für Medien, Athleten und Zuschauer immer mehr zum Erlebnis werden – auch mit Hilfe des Cloud Computing. (Bild: Atos)

Bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro wird Cloud Computing eine große Rolle spielen. Erstmalig werden die zentralen Planungssysteme per Cloud bereitgestellt, einschließlich der Systeme für Akkreditierung, Sportanmeldung und Qualifizierung, Personalmanagement sowie das Freiwilligenportal, das im August dieses Jahres an den Start ging.

Weltweiter, langjähriger IT-Partner des Internationalen Olympischen Kommitees (IOC) ist der IT-Dienstleister Atos, der zusammen mit Embratel, Cisco und EMC die Cloud-Computing-Lösung für die Spiele in der brasilianischen Metropole bereitstellen wird. Entsprechend einem im Jahr 2013 neu geschlossenen Vertrag zwischen Atos und dem IOC arbeiten die beiden Organisationen gemeinsam daran, sämtliche IT-Services bis zu den Olympischen Spielen 2018 in die Atos-Cloud zu überführen. Pünktlich zu den Olympischen Winterspielen 2018 im südkoreanischen Pyeongchang sollen alle IT-Dienstleistungen über Canopy, die Atos-Cloud-Tochtergesellschaft, verfügbar sein. Hierbei fließen auch die Erfahrungen aus den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi ein, bei denen die Ergebnisse auf der offiziellen Webseite der Spiele über die Cloud bereitgestellt wurden.

Für Patrick Adiba, Executive Vice President, Sales, Olympics and Major Events bei Atos, sind die sportlichen Großereignisse geradezu prädestiniert für Cloud Computing: „Als Ereignis, das nur alle zwei Jahre und jedes Mal an einem anderen Ort stattfindet, erfordern die Olympischen Spiele eine gewaltige Recheninfrastruktur und generieren enorme Datenmengen.“ Die IT-Infrastruktur eines so umfangreichen Projekts wie den Olympischen Spielen muss mehr als 80 Wettkampfstätten und weitere Veranstaltungsorte miteinander verbinden – einschließlich hunderter Server sowie tausender Laptops und PCs. Hier drängt sich der Paradigmenwechsel förmlich auf: von dem Modell „jedes Mal neu bauen“ hin zum Modell „nur einmal bauen“ und die Dienstleistungen über die Cloud bereitstellen.

Neues IT-Bereitstellungsmodell ab 2018

Rio 2016 soll ein wichtiger Meilenstein in diesem Wandlungsprozess werden. Waren bisher alle wesentlichen IT-Anlagen in der Gastgeberstadt installiert, werden nun Funktionen an einen zentralen Ort verlagert. Während der Spiele 2016 in Rio werden weiterhin wichtige Anlagen in der Austragungsstadt selbst bereitgestellt, etwa das Integration Lab und das Technology Operations Center. Zudem wird jedoch auch ein kleineres Technology Control Center an einem zentralen Ort außerhalb errichtet. Dieses kommt auch bei den folgenden Spielen 2018 in Pyeongchang und 2020 in Tokio zum Einsatz und stellt sichere Dienstleistungen über die Cloud bereit. Gemeinsam mit Canopy, der Atos-Cloud-Tochtergesellschaft und EMC als Partner sollen so höhere Effizienz, Beweglichkeit und Produktivität sichergestellt werden.

Der Startschuss für die IT-Vorbereitungen der Olympischen Spiele 2016 fiel bereits 2012 mit dem Design der Systeme sowie der Infrastruktur. Dieses Jahr liegt der Fokus darauf, die Systeme zu entwickeln und die Anlagen auf ihre Integrationsfähigkeit zu testen. Im Jahr 2015 starten die Abnahme sowie die Systemtests; ab August finden dann Testevents statt. 2016 sollen die IT-Anlagen an den Veranstaltungsorten implementiert werden sowie technische Probeläufe beginnen, gefolgt vom Höhepunkt für die Zuschauer, den Olympischen Spielen.

Als weltweiter IT-Partner für die Olympischen Spiele verantwortet Atos das Design, die Entwicklung und den Betrieb der IT-Systeme. Hierzu zählt auch, die Ergebnisse der Spiele bereitzustellen, 70.000 Freiwillige mit zu rekrutieren sowie 200.000 Akkreditierungen zu bearbeiten. Diese dienen gleichzeitig als Visum für Athleten, Personal, Freiwillige, Medien, Sponsoren, Offizielle und weitere Mitglieder der Olympischen Familie bei der Einreise nach Brasilien sowie für den Zutritt zu den Veranstaltungsorten. Atos wird Integrations- und Systemmanagement-Services, zentrale Hosting-Services sowie die wichtigsten Applikationen für die Olympischen Sommerspiele 2016, die Olympischen Winterspiele 2018 in Pyeongchang und die Olympischen Spiele in Tokio 2020 zur Verfügung stellen.

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