Suchen

Oliver Gürtler von Microsoft Deutschland im Interview Das „finale“ Windows und die Folgen

| Autor / Redakteur: Dr. Stefan Riedl / Florian Karlstetter

Windows 10 ist quasi das „finale Windows“, denn einen Nachfolger soll es nicht mehr geben. Wie es trotzdem immer auf dem neuesten Stand gehalten wird, erläutert Oliver Gürtler, der Windows-Chef bei Microsoft Deutschland, im Interview.

Firma zum Thema

Windows 10 im Unternehmen wird das letzte Betriebssystem von Microsoft sein.
Windows 10 im Unternehmen wird das letzte Betriebssystem von Microsoft sein.
(Bild: Microsoft)

Windows 10 soll im Rahmen einer Multiplattformstrategie nicht nur Desktops, sondern auch mobile Endgeräte sowie Apps sicher in die eigene einheitliche IT-Infrastruktur integrieren. Das klingt nach „Alles aus einer Hand“. Welche Rolle werden Geräte mit Nicht-Microsoft-Betriebssystemen in Firmennetzwerken spielen können?

Oliver Gürtler, Microsoft
Oliver Gürtler, Microsoft
(Bild: Microsoft)

Gürtler: Grundsätzlich ist unsere Strategie, dass wir uns als Plattformanbieter so breit wie möglich aufstellen. Das heißt, dass beispielsweise die mobilen Office-Applikationen neben Windows auch auf iOS und Android laufen. Allerdings – das sei an dieser Stelle eingeräumt – die beste User-Erfahrung gibt es in Verbindung mit Windows: Beispielsweise mit Sharing-Funktionen oder der digitalen Assistentin Cortana.

Laut dem „Windows lifecycle fact sheet“ gibt es ein offizielles Supportende für „Windows 10, released in July 2015“ und zwar „End of Mainstream Support“ am 13. Oktober 2020 und „End of Extended Support“ am 14. Oktober 2015. Wie passt das mit der Ankündigung zusammen, dass es kein Windows 11 mehr, sondern nur noch regelmäßige Updates für Windows 10 geben wird?

Gürtler: Eine der großen Innovationen von Windows 10 ist Windows as a Service. Unternehmen halten dank dieses Prinzips Windows 10 in Zukunft stets auf dem neuesten Stand. Insgesamt gibt es somit drei mögliche Arten, wie Windows 10 Aktualisierungen erhalten kann. Mit einem Beispiel lässt sich das am besten verdeutlichen: Bei einer kleinen Arztpraxis mag eine Consumer-Version von Windows 10 installiert sein. Hier werden alle Updates über Windows as a Service sofort automatisch eingespielt. In einem Krankenhaus mit einem IT-Administrator mag man sich dagegen für das Modell „Current Branch for Business“ entschieden haben. Hier hat die IT-Abteilung ein Fenster von rund vier Monaten, um Funktions-Updates einzuspielen. Und beim Röntgen-Gerät, welches nicht am Netz hängt und nur von einem Spezialisten gewartet werden darf, mag das Modell „Long Term Servicing Branch“ gelten. Hier legt die IT-Abteilung im Unternehmen selbst fest, wann sie Updates fahren. Für diese Anwender ist die Information zum Supportende entsprechend nach wie vor von Bedeutung.

Es wird kein Windows 11 mehr geben. Heißt das, konsequent weitergedacht, dass es auch die berühmten „Migrationseffekte“ – Stichwort „XP-Effekt“ – bei einem Microsoft-Betriebssystem-Launch langfristig nicht mehr geben wird?

Gürtler: Kurze Antwort: Ja, das ist korrekt. Große Migrationsprojekte gehören der Vergangenheit an, wie sie vom Wechsel von XP auf Windows 7 gegeben waren, die vielerorts wegen des auslaufenden XP-Supports anstanden. Die Migrationskosten werden sich durch die neue Herangehensweise deutlich reduzieren.

Erfahren Sie auf der nächsten Seite, warum Microsoft in Cortana mehr als nur eine Spielerei sieht und wie es um die Zukunft eigener Firmen-App-Stores in Windows 10 steht.

(ID:43557307)