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Kommentar von Benoit Dageville, Snowflake Cross Cloud – die Multi-Cloud ohne Grenzen

| Autor / Redakteur: Benoit Dageville / Nico Litzel

Daten nahtlos zwischen verschiedenen Regionen übertragen und sogar über verschiedene Cloud-Anbieter hinweg austauschen – davon träumen die meisten Unternehmen. Doch Umstände wie die geografische Lage und die Inkompatibilität von Cloud-Plattformen stehen der globalen Verfügbarkeit von Daten bis heute im Weg. Die Folgen sind ersichtlich: Unternehmen, die Daten unternehmensweit und darüber hinaus sicher austauschen möchten, stehen vor einem großen Fragezeichen.

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Der Autor: Benoit Dageville ist Co-Founder & President, Product bei Snowflake
Der Autor: Benoit Dageville ist Co-Founder & President, Product bei Snowflake
(Bild: Snowflake)

Die Vision, Daten überall auf der Welt speichern zu können, egal bei welchem Cloud-Anbieter, abrufbar wann und wo immer es nötig ist, ist jedoch schon real: Die aktuelle Strategie für ein solches Data Warehouse ist die Multi-Cloud. Und das ist nicht alles, denn mit der Cross Cloud, der Vision von morgen, ist noch viel mehr möglich.

Alles spricht für eine Multi-Cloud-Strategie

Der globale Markt für öffentliche Cloud-Dienste wird bis 2021 voraussichtlich 331,2 Milliarden US-Dollar erreichen – das entspricht einem Anstieg von 54,5 Prozent gegenüber 2019. Obwohl dieses Wachstum insgesamt auf die Verlagerung von lokalen Lösungen und Private Clouds zu Public Clouds hinweist, verfolgen bereits 84 Prozent aller Unternehmen eine Multi-Cloud-Strategie, 56 Prozent davon bezahlen für die Cloud-Dienste über 1,2 Millionen US-Dollar pro Jahr.

Eine Multi-Cloud-Strategie ermöglicht es Unternehmen, die Bindung an einen bestimmten Anbieter zu vermeiden und gleichzeitig von den unterschiedlichen Vorteilen der großen Cloud-Anbieter zu profitieren, insbesondere in den Bereichen Sicherheit, Anwendungsmigration sowie bei der Analyse und Anwendungsentwicklung. Egal, ob Amazon Web Services, Microsoft Azure oder Google Cloud Platform – jeder Cloud-Dienst hat andere Stärken und Schwächen. Für Unternehmen, die mit ihrem Data Warehouse global agieren möchten, ist eine Multi-Cloud-Strategie sinnvoll: Jede Abteilung innerhalb eines Unternehmens kann besondere Anforderungen an ihre Cloud haben. Anstatt zu verlangen, dass jede Abteilung denselben Anbieter nutzt, ermöglicht eine Multi-Cloud-Strategie die freie Wahl.

Die drei großen Herausforderungen einer Multi-Cloud

Obwohl die Vorteile einer Cloud nachvollziehbar sind, können Cloud-Anbieter ihr Versprechen noch immer nicht in vollem Umfang einlösen, das liegt an drei wesentlichen Faktoren:

  • Geografie: Das Funktionsprinzip der Bereitstellung erfordert von Cloud-Plattformen den Zugriff auf regionale Server. Der Grund: Dienste funktionieren am besten, wenn die Nutzer in unmittelbarer Nähe sind. Sonst führt die lange Latenzzeit zu großen Problemen, wenn ein Nutzer versucht Daten auf weit entfernten Servern abzufragen oder zu speichern. Deshalb erstellen Unternehmen oft einzelne Accounts für jede Region. Aus diesen Accounts ergibt sich dann ein physischer Ort, an dem Daten gespeichert und von lokalen Benutzern abgefragt werden. Für Unternehmen mit mehreren internationalen Standorten ist dieser Ansatz nicht ideal, denn die Daten lassen sich nicht ohne weiteres unternehmensweit nutzen.
  • Proprietäre APIs: Die wichtigsten Cloud-Plattformen (Amazon Web Services, Microsoft Azure, Google Cloud Platform) sind alle mit ihren eigenen selbstentwickelten APIs aufgebaut. Folglich müssen Unternehmen mit einer Multi-Cloud-Strategie ihre Daten über mehrere Cloud-Plattformen verteilen. Ohne eine einfache Möglichkeit zur gemeinsamen Nutzung werden Daten wieder in ein Silo gesteckt – diesmal in verschiedenen Cloud-Plattformen und nicht auf firmeneigenen Servern.
  • Datenportabilität: Die Übertragung von großen Datenmengen stellt für alle Unternehmen ein Problem dar, einschließlich derer, die Open-Source-Technologien und offene Datenformate verwenden. Selbst im Jahr 2020 gibt es noch keine einfache Möglichkeit, mehrere Petabytes an Daten auf eine andere Cloud zu übertragen – sei es durch Open Source oder auf eine andere Weise.

Die Vision war schon immer eine vernetzte Datenwelt auf einer einheitlichen Plattform. Diese Perspektive wird Wirklichkeit, wenn Unternehmen Brücken zwischen allen regionalen Instanzen und Cloud-Anbietern bauen, damit sich die Daten frei bewegen können. Um diesen Zustand zu erreichen, ist eine Cross Cloud nötig.

Definition und Anforderungen einer Cross Cloud

Mit einer Cross Cloud lassen sich Daten über Regionen und Cloudplattformen hinweg sicher und gemeinsam nutzen, sie löst die Herausforderungen einer Multi-Cloud-Strategie.

Zwei Voraussetzungen muss eine Multi-Cloud erfüllen, um der Definition einer Cross Cloud zu entsprechen: Zunächst ist eine einheitliche Datenmanagement-Plattform für die Nutzung regionaler Cloud-Speicher erforderlich. Die zweite Anforderung ist die Verbindung dieser Regionen durch ein Netz mit hohem Kommunikationsdurchsatz. Das ermöglicht den Daten, sich überall hin zu bewegen – sowohl räumlich innerhalb und zwischen Kontinenten als auch technisch zwischen unterschiedlichen Cloud-Anbietern.

Unabhängig davon, wo sich die Daten befinden oder welcher proprietäre Cloud-Anbieter verwendet wird, können die Datenmanagement-Plattform und das Netz auf jedem beliebigen Cloud-Dienst laufen. Das Ergebnis beseitigt alle Datenbarrieren und führt zu einem virtuellen und globalen Multi-Cloud-Rechenzentrum, in dem Daten einfach und kostengünstig zugänglich sind, unabhängig davon, wo sie gespeichert sind.

Mit der Datenmanagement-Plattform können Unternehmen:

  • Räumliche Entfernungen überbrücken und Daten problemlos austauschen. Derselbe Code kann auf mehreren Clouds ausgeführt werden, um globale Analysen durchzuführen.
  • Jede beliebige Cloud-Plattform nutzen und wirklich als Multi-Cloud verwenden. Die Sorge, an einen einzigen Anbieter gebunden zu sein, verschwindet.
  • Die Daten können durch Replikation an mehreren Orten zur Verfügung stehen, damit ist die Latenz ein Problem der Vergangenheit. Anstatt Daten zu verwenden, die in einer anderen Region oder auf einem anderen Kontinent gespeichert sind, können Unternehmen entfernte Daten replizieren und mit lokalen Daten kombinieren. Dadurch entsteht ein einzelner, zentraler Ort für den Zugriff auf alle globalen Daten.
  • Auch bei Cloud-Diensten gibt es Ausfälle, Gründe dafür sind Netzwerkprobleme, Software-Fehler oder Naturkatastrophen. Die Kosten für IT-Ausfallzeiten liegen durchschnittlich bei 5.600 US-Dollar pro Minute. Das Speichern von zwei oder mehr Datenkopien mit Hilfe moderner Replikation ist entscheidend für die Ausfallsicherheit und Aufrechterhaltung des Betriebs. Unternehmen können hochverfügbare Systeme zu einem Bruchteil der Kosten von herkömmlichen Replikationssystemen aufbauen.
  • Eine einheitliche Code-Basis für alle Cloud-Dienste vereinfacht alle Vorgänge rund um das Thema Sicherheit: Konfigurationen, Ereignisprotokolle und die Verschlüsselung der Daten gelten für alle Clouds. Die IT-Mitarbeiter müssen nicht auf diesen Bereich spezialisiert sein und sich nicht mit den Feinheiten einzelner Cloud-Anbieter auskennen.
  • Durch den zentralen Zugriff auf alle verfügbaren Daten, können Unternehmen entscheidende Zusammenhänge feststellen und eine datengetriebene Unternehmenskultur fördern.

Fazit: Cross Cloud als Antwort auf die Hindernisse der digitalen Transformation

Wir leben in einer globalen Unternehmenswelt. Grenzen werden aufgebrochen, und zu diesen Grenzen gehören auch Einschränkungen bei Cloud-Systemen. Unternehmen benötigen globale Daten, um fundierte datengestützte Entscheidungen zu treffen.

Cross Cloud hält, was globale Daten versprechen und befähigt Unternehmen, Multi-Cloud-Strategien vollständig umzusetzen. Indem die Daten frei und sicher übertragen und an einem zentralen Ort gespeichert werden, werden Unternehmen wirklich global.

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