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IPv6 und Internet der Dinge im gegenseitigen Einfluss Consol identifiziert die vier Megatrends für 2014

Redakteur: Sarah Gandorfer

Der Münchner IT-Dienstleister Consol Consulting & Solutions Software wagt einen Blick in die Zukunft und erläutert die vier wichtigsten Trends für 2014. In dieser Diskussion findet auch die NSA ihren Platz.

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Michael Beutner, Geschäftsführer Technik bei Consol Consulting & Solutions Software
Michael Beutner, Geschäftsführer Technik bei Consol Consulting & Solutions Software
(Bild: Consol)

Bei Consol hat der jährliche IT-Trend-Report schon Tradition. „Das Jahr 2014 wird spannend“, glaubt Michael Beutner, Geschäftsführer Technik bei Consol Consulting & Solutions Software. „Es wird ganz im Zeichen von Big Data stehen. Unternehmen haben schon vielfach Big-Data-Technologien im Einsatz, jedoch ohne ihren eigentlichen Mehrwert ausschöpfen zu können. Nun müssen sie den nächsten Schritt gehen und sich die Daten auch in Echtzeit nutzbar machen.“ Insgesamt machen die Münchner die folgenden vier Trends aus:

Big Data in der Produktion

Während in den vergangenen Jahren das Thema Big Data unter dem Aspekt der effizienten Verwaltung und Auswertung der riesigen Mengen von Nutzungs-, Sensor- oder Logfile-Daten im Vordergrund stand, geht es nun darum, sich diese Daten in Echtzeit nutzbar zu machen.

Aktuelle Entwicklungen im Bereich der In-Memory-Datenhaltung werden die Grenzen zwischen operativen Datenzentren und analytischen Data Warehouses verschwimmen lassen. Der durch den notwendigen Transport ins Data Warehouse (in der Regel über ETL-, Batch- oder Aggregationsmechanismen) entstehende Zeitversatz wird beseitigt. Denn durch eine verbesserte Datenhaltung im Hauptspeicher können nun sowohl operative als auch analytische Systeme denselben Datenbestand nutzen. Dies erlaubt Auswertungserkenntnisse und Prognosen in Echtzeit auf Basis operativer Daten und generiert Wettbewerbsvorteile für Unternehmen. Darüber hinaus werden völlig neue Geschäftsfelder und Funktionalitäten ermöglicht, zum Beispiel im Bereich dynamischer Preisberechnungen, bei Produktvorschlägen, Risikobewertungen und Planungen.

Technisch möglich wird diese Entwicklung durch stetig sinkende Preise für Hauptspeicher in Verbindung mit einem steigendem Reifegrad von In-Memory-Technologien. Zu diesen Lösungen gehören beispielsweise Terracotta, SAP Hana oder Hazelcast, die Datenmengen im Terabyte-Bereich hochperformant, ausfallsicher und skalierbar verwalten und in rasanter Geschwindigkeit sowohl für operative Systeme als auch für Auswertungen zur Verfügung stellen können.

Herstellerseitig bedeutet dies, dass viele etablierte Anbieter mit neuen In-Memory-Optionen für ihre relationalen Datenbanken aufwarten werden, um die analytischen Fähigkeiten der Datenbanken aufzuwerten. Nach SAP mit SAP Hana hat nun auch Oracle eine In-Memory-Option für das Database-Release 12c angekündigt.

Schutz der Privatsphäre

Als zweiten Trend sieht der IT-Dienstleister mehr Datenschutz. Die seit einigen Jahren heiß diskutierten Fragen rund um Datensicherheit zum Beispiel bei Cloud-Anwendungen nimmt durch die NSA-Bespitzelungsaffäre wieder einen hohen Stellenwert bei den Top-Themen der IT-Verantwortlichen ein. Neu dabei sei, dass die IT-Diskussion nun verstärkt unter dem politischen und rechtlichen Aspekt des Schutzes der Privatsphäre geführt werde. Vor allem für Deutschland prognostizieren die Consol-Sicherheitsexperten für 2014 eine große Verunsicherung und gesteigerte Zurückhaltung gegenüber international erbrachten Cloud-Diensten.

Im Umkehrschluss ist aber auch eine Zunahme oder ein stärkerer Fokus auf lokal erbrachte Services zu erwarten. Hier sehen die Consol-Spezialisten Chancen und neue Absatzpotenziale für lokal agierende Cloud-Anbieter mit einem deutschen Rechenzentrum, die sich „Managed & Stored in Germany“ auf die Fahne schreiben können.

IPv6 breitet sich aus

Auch IPv6 kommt nach einer langen Einführungsphase zum Zuge, so der Full-Service-Provider: Immer mehr Endanschlüsse erhalten Internetzugang auch oder ausschließlich über IPv6, und auch die Mobilfunkanbieter kündigen an, IPv6 in den Mobilnetzen zu realisieren. Hierdurch ergeben sich neue Anwendungsmöglichkeiten in der Kommunikation zwischen Servern und mobilen Clients wie auch in einer direkten Kommunikation der Clients untereinander, die von den Servern nur noch koordiniert und initiiert wird.

Gerade das in IPv6 integral enthaltene Multicasting erlaube dabei neue und hochskalierbare Kommunikationsszenarien. Gleichzeitig entstehen jedoch neue Sicherheitsrisiken, die sowohl Unternehmen als auch Konsumenten Probleme bereiten können.

Internet der Dinge kommt

Als vierten Punkt nennen die Münchner den Vormarch des Internet der Dinge. Die Technologie unterstütze beispielsweise die Industriesteuerung, die Sensorik im Verkehr oder im privaten Smart Home. Möglich ist dies durch die Verwendung offener Technologie- und Protokoll-Stacks in den Geräten (Stichwort: Embedded Systems).

Um das Internet der Dinge flächendeckend und in vielen Einsatzbereichen voranzutreiben, bedarf es zukünftig zudem der Integration und Implementierung der IPv6-Protokollfamilie direkt in der Hardware, um die Geräte Out-of-the-Box ohne Konfiguration in das vorhandene Netz einbinden zu können. So erst werden deren Informationen und Daten für andere Geräte und Steuerungssysteme nutzbar. Daraus ergeben sich eine Vielfalt neuer Anwendungen und Geschäftsmodelle für die Steuerung intelligenter Embedded Systems sowie der Aufbereitung, Visualisierung und Verwendung der gesammelten Daten. Die Consol-Experten erwarten für 2014 einen Meilenstein in dieser Entwicklung. □

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