CIOs gegen wildes Filesharing

Collaboration geht nur in der Cloud

| Autor / Redakteur: Dr. Dietmar Müller / Elke Witmer-Goßner

Naturgemäß wird eine solche Lösung am ehesten in der Private Cloud offeriert – das liegt nahe, nutzen die meisten Firmen in Deutschland doch weitaus häufiger private als öffentliche Clouds. Dabei ist zudem ein „inländischer Fokus“ festzustellen, so Schulte. Nach dem Aus für das Safe-Harbor-Abkommen mit den USA im Herbst vergangenen Jahres aus Datenschutzgründen würden verstärkt deutsche Lösungsangebote nachgefragt, so der IDC-Analyst. 82 Prozent der Befragten erklärten, dass der Standort des Rechenzentrums eines Cloud-Anbieters in Deutschland seitdem noch wichtiger für sie geworden ist.

Das Urteil des Europäischen Gerichtshofes gegen Safe Harbor hat aber auch noch ganz andere Effekte: CIOs bekämpfen das wilde Filesharing nun noch mehr als vorher, so Schulte. Damit suchen sie Verstöße gegen die Charta der Grundrechte der Europäischen Union, wie das Recht auf den Schutz personenbezogener Daten, zu verhindern. Bislang scheinbar mit wenig Erfolg, wie die Umsatzzuwächse von Dropbox und ähnlicher Angebote einerseits, die Absicht, schnellstmöglich eine rechtskonforme Filesharing-Lösung in wenigstens 50 Prozent aller Unternehmen einzuführen andererseits, deutlich vor Augen führt.

Ein weiterer Effekt der Ablehnung von Safe Harbor ist laut Schulte, dass nun auch US-amerikanische Anbieter verstärkt Rechenzentren in Deutschland aufbauen. Der Zug zum deutschen Rechenzentrum befördert aber auch seltsame Effekte: Mitarbeiter deutscher Firmen im Ausland sind nun gezwungen, auf deutsche Server in deutschen Rechenzentren zuzugreifen, auch wenn sie sich gerade in Asien oder Lateinamerika aufhalten. „Das bringt also ganz neue Probleme mit sich“, so Schulte.

Kriterien für Filesharing

Alte Probleme hin, neue Probleme her: Filesharing kommt immer öfter aus der Cloud. Und wie üblich sind „Großunternehmen dem Mittelstand bei der Nutzung von EFSS einen großen Schritt voraus“, so Schulte. Die Anwender setzen sie zuallererst zum Teilen von Dokumenten mit Kollegen, die am gleichen Standort sitzen, ein (50 Prozent), darauf folgen die Kollegen, die sich an einem anderen Standort befinden (44 Prozent) und dann das Synchronisieren von beziehungsweise der Zugriff auf Dateien mit meinem Desktop oder Laptop am Arbeitsplatz (43 Prozent).

Was ist das entscheidende Kriterium für den Kauf einer EFSS-Lösung? Man möchte es nicht glauben, aber die Betroffenen geben die Einfachheit der Nutzung, also die Usability eines Werkzeuges, als oberste Voraussetzung an. Da wird doch nicht etwa einmal ausnahmsweise an den Nutzer gedacht worden sein? Wohl doch: Denn wenn eine Filesharing-Lösung unhandlich ist, dann wird sie ganz schnell durch eine „private“ und simple Lösung ersetzt – am CIO vorbei, versteht sich.

Unhandlich werden Lösungen in der Regel durch überbordende Sicherheits-Features. Doch an denen kommt kein Nutzer in einem Unternehmen vorbei, das Identitiy and Access-Management steht dabei an oberster Stelle. Klar: Das Filesharing muss ohne Datenverluste passieren, sonst ist der Sinn der Einführung nicht gegeben. Also muss eine Vergabe und Rücknahme von Zugriffs- und Nutzungsrechten (50 Prozent der Befragten unterschreiben dies) möglich, eine Sichere Authentifizierung gegeben (49 Prozent) und eine zentrale Datenverwaltung (46 Prozent) sowie ein Schutz vor jedwedem Datenverlust (44 Prozent) sichergestellt sein.

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