ITSM für die Cloud – mehr Transparenz bei Cloud Services Cloud Service Manager: Alle Cloud-Parameter im Blick

Autor / Redakteur: Oliver Schonschek / Florian Karlstetter

Gerade Unternehmen, die mehrere Cloud-Dienste nutzen, brauchen Cloud Service Manager als professionelle Werkzeuge zur Steuerung und Überwachung. Diese Tools ermöglichen eine einheitliche Sicht auf alle aktiven Cloud Services.

Firmen zum Thema

Cloud Service Manager: Toolset zur Überwachung von Status, Ressourcenausnutzung, Service Level, entstandenen Nutzungskosten bis hin zu Sicherheitsparametern.
Cloud Service Manager: Toolset zur Überwachung von Status, Ressourcenausnutzung, Service Level, entstandenen Nutzungskosten bis hin zu Sicherheitsparametern.
(© Nmedia - Fotolia.com)

Zu den fünf Trends im Cloud Computing, die die Cloud-Strategien bis 2015 am stärksten beeinflussen werden, gehört laut Gartner die Entwicklung, dass Unternehmen mehrere Cloud-Plattformen parallel nutzen werden, Public Clouds zusammen mit Private Clouds.

Schon heute folgt die Mehrzahl der Unternehmen, die Cloud Computing nutzen, diesem mehrgleisigen Ansatz, wie eine Umfrage von RightScale zeigt. Demnach nutzen mehr als 68 Prozent der Cloud-Anwender mehr als einen Cloud-Dienst, 53 Prozent kombinieren Public und Private Clouds. Dieses Hybrid Cloud Computing erfordert von den Unternehmen einiges an Übersicht und Kontrolle. Ziel sollte es sein, die verschiedenen Clouds einheitlich zu verwalten, wie Teile einer einzigen Cloud.

Bildergalerie

Cloud-Transparenz mit Cloud Service Managern

Möglich wird solch eine einheitliche Sicht durch Cloud Service Manager, speziellen Softwarelösungen zur Steuerung und Überwachung der jeweils genutzten Cloud-Dienste. Cloud Service Manager wie CloudStack, der Cloud Service Manager (CSM) von Teamup Technology, die EMC Atmos Cloud Delivery Platform und der Cloud Service Manager von Avanade (PDF) übernehmen im Prinzip die Aufgaben des IT-Service-Managements, das in vielen Unternehmen für die interne IT-Infrastruktur geregelt ist, für Cloud-Dienste jedoch oftmals noch fehlt.

ENISA-Umfrage zeigt mangelnde Transparenz

So zeigt eine Umfrage von ENISA (Europäische Agentur für Netz- und Informationssicherheit), dass nur 16 Prozent der Cloud-Nutzer Berichte über die Backups ihrer Cloud-Dienste erhalten, Berichte zur Cloud-Verfügbarkeit sehen nur 15 Prozent der Cloud-Nutzer, obwohl 75 Prozent der Cloud-Nutzer Anforderungen zur Verfügbarkeit in den Service Level Agreements (SLA) vereinbart haben. Mit einem Cloud Service Manager lässt sich die Transparenz verbessern.

Das leisten Cloud Service Manager

Mit einem Cloud Service Manager lässt sich nicht nur die Verfügbarkeit der genutzten Cloud-Dienste überwachen. Cloud Service Manager begleiten und steuern den kompletten Lebenszyklus eines Cloud-Dienstes, von der Definition des Services bis zur Beendigung eines nicht mehr erforderlichen Cloud-Dienstes.

Zu den grundlegenden Funktionen eines Cloud Service Managers gehören die Übersicht zu den verfügbaren Cloud Services, Berichte zum aktuellen Status wie den genutzten Kapazitäten, den noch verfügbaren Kapazitäten, den entstandenen Nutzungskosten und Übersichten zu Sicherheitsparametern und zu Konfigurationsänderungen bei den Services.

Unternehmen können mit einem Cloud Service Manager die Ressourcenausnutzung optimieren und so Kosten senken, die Leistung und Qualität ihrer Cloud Services überwachen, die Sicherheit und Verfügbarkeit der Daten in den Clouds im Auge behalten, Cloud-Dienste schneller den Nutzern bereitstellen und notwendige Änderungen und Release-Wechsel einheitlich steuern, über die Grenzen einzelner Clouds hinweg.

Steuerung von der Rechenkapazität bis zu den Zugriffsrechten

Unter der Oberfläche eines Cloud Service Managers lassen sich für mehrere Cloud-Dienste gleichzeitig sowohl Ressourcen wie Rechenleistung, Speicherkapazität und Anwendungen überwachen und steuern als auch Workflows für die Cloud-Dienste definieren sowie Zugriffsrechte und Rollen festlegen und Nutzern zuordnen.

So bietet zum Beispiel myCloud von RightScale die einheitliche Verwendung von Sicherheitsrichtlinien und Nutzerrollen für Public und Private Cloud Ressourcen, der Cloud Service Manager von Teamup Technology spezielle Wizards zur Definition und Zuordnung der Cloud-Dienste und die EMC Atmos Cloud Delivery Platform ein Messmodul zur Überwachung der Auslastung und für die Zuordnung der Ressourcennutzung zu den einzelnen Anwender, auch für interne Abrechnungszwecke.

Bei dem Avanade Cloud Service Manager zum Beispiel vereinfacht eine grafische Drag-and-Drop-Benutzeroberfläche die Möglichkeit, neue private Cloud Services schneller zu entwickeln und zu validieren. Laut Avanade konnte zum Beispiel ein großes Unternehmen die Bereitstellungszeit bis zur Nutzung einer neuen Cloud-Umgebung von zuvor über 22 Tagen mit den automatisierten Self-Service Tools auf weniger als 22 Minuten minimieren.

Cloud Service Management über Browser und Smartphone

Cloud Service Manager bieten in der Regel nicht nur eine Administratoroberfläche, sondern unterstützen auch das Angebot eines Self-Service-Portals für die Endnutzer. Der Cloud Service Manager des Cisco-Partners Teamup Technology und die Cloud-Management-Software CloudStack von Citrix zum Beispiel erlauben bei Bedarf die einfache Entwicklung einer individuellen Benutzeroberfläche.

Die Bedienung eines Cloud Service Managers erfolgt meist über einen Webbrowser, kann aber je nach Anbieter auch mobil über Smartphones und Tablets geschehen, zum Beispiel bei Teamup Technologys Cloud Service Manager. Es gibt auch App-basierte Cloud Service Manager für spezielle Cloud-Dienste wie zum Beispiel den mobilen Cloud Services Manager von Mobile Innovations für Amazon Web Services.

Cloud Service Manager: Kontrolle, Transparenz und Automatisierung

Wie die Beispiele zeigen, vereinfachen Cloud Service Manager die Kontrolle der genutzten Cloud-Dienste, sie erhöhen die Transparenz zum aktuellen Status der Cloud Services und beschleunigen die Definition, Zuordnung und Beendigung von Cloud-Diensten durch Automation vieler Abläufe im Cloud-Management.

Gartner sieht für die nahe Zukunft eine wesentliche Aufgabe der IT-Abteilungen im Cloud Service Brokerage, der bedarfs- und anforderungerechten Bereitstellung von Cloud-Diensten verschiedener Anbieter für die Nutzer im Unternehmen. Die Cloud Service Manager sind die richtigen Werkzeuge dazu und sollten deshalb bei Unternehmen, die Cloud Computing umfassend einsetzen möchten, nicht mehr fehlen.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:34578140)