Acht-Punkte-Plan für eine erfolgreiche Cloud-Strategie Cloud-Projekte erfordern durchdachtes IT Service Management

Redakteur: M.A. Dirk Srocke

Nicht jede Anwendung muss in die Cloud ausgelagert werden, sagen die Berater von Exagon Consulting & Solutions und raten zu einer mittelfristigen Analyse möglicher Potenziale. Unternehmen sollten dabei auch Auswirkungen auf das IT Service Management und veränderte Anforderungen an Mitarbeiter beachten. Ein Acht-Punkte-Plan gibt konkrete Hilfestellung.

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Exagon gibt Praxistipps zur systematischen Vorgehensweise bei der Einführung von Cloud-Services.
Exagon gibt Praxistipps zur systematischen Vorgehensweise bei der Einführung von Cloud-Services.
( Archiv: Vogel Business Media )

Mit jetzt vorgestellten Best Practices hält Exagon zwar kein Plädoyer gegen die Cloud, mahnt aber zur Zurückhaltung. Geschäftsführer Werner Stangner erläutert: „Weder biete es sich für die meisten Unternehmen an, alle derzeit diskutierten Cloud-Kandidaten zu nutzen, noch erscheint im Regelfall eine sehr breit angelegte Auslagerung erforderlich oder sinnvoll.“ In seinem ersten Praxistipp rät der Experte folgerichtig, Cloud-Potenziale zu ermitteln und in einer Matrix für eine mittelfristige Strategie festzuhalten.

Auf Basis der erstellten Matrix sollten Unternehmen gemäß Punkt zwei Konsequenzen für das IT Service Management (ITSM) ziehen. Zumindest tendenziell sollte geklärt werden, welche Prozesse, Ressourcen und Verantwortlichkeiten unmittelbar oder mittelbar betroffen sind. Zudem sind Sicherheitsfragen bei anstehenden Auslagerungen neu zu stellen und Handlungserfordernisse abzuleiten.

Multisourcing-Probleme erkennen und beheben

Mit vielfältigen Cloud-Aktivitäten kämen auf Unternehmen zudem typische Multisourcing-Probleme zu, sagt Exagon. Das Management von Service Level Agreements (SLA) werde zum erfolgskritischen Faktor. Auftraggeber sollten prüfen inwieweit ausgelagerte Services in interne IT-Prozesse übernommen werden können und wie sich Leistungsvereinbarungen aufeinander abstimmen lassen.

Gerade Unternehmen die auf Cloud-Dienste setzen sollten IT-Prozesse in hohem Maße standardisieren. Mittel der Wahl sei ITIL. Nur so ließen sich eingehende Dienstprozesse ausreichend automatisiert den Benutzern zuführen, begründet Exagon und verweist auch auf wirtschaftliche Vorteile.

Auch in Sachen Schnittstellen rät Exagon zur Standardisierung. Definierte Prozesse für Schnittstellen zu externen IT-Partnern ermöglichten nicht nur eine zielgerichtete und störungsfreie Leistungssteuerung. Zusätzlich vereinfache dieser Ansatz auch einen schnelleren Provider-Wechsel.

Cloud-Verträge prozessorientiert gestalten

Das Management von Schnittstellen zwischen externen und internen Prozessen sollte sich auch in den Leistungsvereinbarungen widerspiegeln, sagt Exagon. Werden lediglich technische Leistungsangaben und Mengenbeschreibungen definiert könne es zu erheblichen Leistungsproblemen kommen. Prozessorientierte SLAs verbesserten dagegen das Zusammenspiel von Cloud-Partnern.

Welche Dienste von Organisationsbereichen oder Mitarbeitern genutzt werden können sollten Unternehmen in Service-Katalogen festhalten. Diese sind idealerweise an die jeweiligen Geschäftsprozesse angepasst und per Selfservice-Portal abrufbar.

Abschließend sollten auch Mitarbeiterkompetenzen überdacht und neu gestaltet werden. Mit einer Cloud-Strategie werden möglicherweise Kompetenzen an Dritte abgegeben, so dass diese intern nicht mehr benötigt werden. Auch der umgekehrte Fall ist laut Exagon wahrscheinlich: So verlangen ausgelagerte Services möglicherweise mehr steuernde Fähigkeiten innerhalb des Unternehmens.

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