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Zögernd, aber sicher Cloud hält auch im Sozialwesen Einzug

| Autor / Redakteur: Dr. Dietmar Müller / Elke Witmer-Goßner

Eigentlich wäre das Sozialwesen in Deutschland für die Cloud prädestiniert – digitalisierte Dokumente wie Sozialhilfe- oder Pflegeanträge böten sich für eine schnellere Bearbeitung in der Cloud an. Die Beharrungstendenzen innerhalb der Branche waren aber hartnäckig – bislang.

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Der Anteil der IT-Nutzer in sozialen Organisationen hat sich weiter gesteigert.
Der Anteil der IT-Nutzer in sozialen Organisationen hat sich weiter gesteigert.
(Bild: gemeinfrei© Gerd Altmann / Pixabay )

Der jährliche „IT-Report für die Sozialwirtschaft 2020“ zeigt den Digitalisierungsgrad des Sozialwirtschaftssektors in Deutschland. Dessen wirtschaftliche Leistungen wird im Wesentlichen über den Staat refinanziert, die involvierten Organisationen gelten in der Regel als gemeinnützig. Wenig überraschend belegt die Untersuchung, dass der Anteil der IT-Aufwendungen am Gesamtumsatz der Organisationen so hoch wie nie zuvor ist. Damit habe die Cloud und damit generell die IT „im Katalog der Führungsthemen einen festen Platz gefunden“, so die Studienautoren.

An der Umfrage des von der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt herausgegebenen Reports haben 156 soziale Organisationen und 49 Software-Anbieter teilgenommen. In diesem Jahr wurden der Reifegrad und die Software-Unterstützung zentraler Prozesse der sozialen Organisationen sowie IT-Kompetenzen und die Zufriedenheit mit Ausstattung und Qualifikation betrachtet. Die gemessene IT-Aufwandsquote, also der Anteil der IT-Aufwendungen am Gesamtumsatz liegt mit 1,7 Prozent einerseits lächerlich gering, andererseits so hoch wie noch nicht zuvor gemessen.

Der Anteil der IT-Nutzer in den Organisationen hat sich weiter gesteigert und liegt unter allen Mitarbeitenden bei 80 Prozent. Zentral für die Organisationen sind inhaltlich die Themen „Datenschutz und IT-Sicherheit“, „Beschaffung von Hard- oder Software“ und „Ideen und Konzepte für neue Formen der IT-Unterstützung“. Ein Problem besteht darin, so zeigte die Studie, dass es den Organisationen kaum gelingt, gute IT-Fachkräfte zu finden und an sich zu binden.

„Der IT-Report für die Sozialwirtschaft 2020 zeigt, dass die Branche nun wirklich verinnerlicht hat, wie wichtig eine gute und sichere IT ist, und dass hier auch investiert werden muss. Das sollte aber nicht nur für Hard- und Software gelten, sondern für gut ausgebildete Fachkräfte bzw. kompetente Beratung“, so Dr. Martin Weiß von der akquinet AG, einem auf die Sozialbranche spezialisierten Systemintegrator aus Hamburg. Er sieht jedoch Hürden: „Die Organisationen planen eher ihre klassische IT. Sie sollten sich aber mehr mit Zukunftstechnologien beschäftigen wie Cloud- und Plattformlösungen oder Künstlicher Intelligenz, um den Anschluss nicht zu verpassen.“

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Über den Autor

Dr. Dietmar Müller

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Journalist