Aus Kubo von Pivotal und Google wird ein Hausstandard für Containerbereitstellung

Cloud Foundry Container Runtime freigegeben

| Autor: Ludger Schmitz

Die Cloud Foundry will die Verbreitung von Containern fördern
Die Cloud Foundry will die Verbreitung von Containern fördern (Bild: Cloud Foundry Logo)

Es soll einfacher werden und flexibler möglich sein, Container bereitzustellen und zu verwalten. Die Cloud Foundry möchte der allem Hype um Container zum Trotze geringe Verbreitung dieser Technik auf die Sprünge helfen.

Container versprechen zwar viel Vereinfachung im IT-Betrieb, sind selbst aber nicht gerate einfach bereitzustellen und zu verwalten. Pivotal und Google hatten dafür „Kubo“ entwickelt und im Juni diesen Jahres der Cloud Foundry gespendet. Nach weiterer Entwicklung ist daraus jetzt die „Cloud Foundry Container Runtime“ (CFCR) geworden.

Breite Branchenunterstützung für Cloud Foundry

CFCR ist, so die Organisation, „der standardmäßige Cloud-Foundry-Ansatz für das Bereitstellen von Containern, die Kubernetes und BOSH nutzen“. Das Wort „standardmäßig“ sollte nicht verwirren; es ist etwa gleichbedeutend mit „organisationseigen“. Und hinter der Cloud Foundry stecken außer den Kubo-Vätern eben Branchengrößen wie Cisco, Dell EMC, HPE, IBM, Microsoft, SAP und Suse.

Anwender können zwischen Container für das Bereitstellen von Kubernetes und Cloud Foundry Applikation Runtime (CFAR, früher Elastic Runtime von Pivotal) für eine Cloud Application Platform wählen. In beiden Fällen unterstützt BOSH die Bereitstellung von Infrastruktur. Mit BOSH lassen sich in beliebigen Clouds Kubernetes Cluster instanziieren, bereitstellen und verwalten. Die Container Runtime soll den Entwicklungszyklus vereinfachen und abkürzen.

Es entsteht ein Stack

Damit hat die CFCR das gleiche Ziel wie die Application Runtime der Cloud Foundry (und komplettiert sie mit BOSH zu einem Stack). Beide machen es möglich, Applikationen in einer beliebigen Sprache oder in einem beliebigen Framework in der Cloud auszuführen. Dabei lassen sich über die API Open Service Broker den Applikationen die benötigten Services zufügen.

Mit beiden Runtimes möchte die Cloud Foundry vor allem den Entwicklern entgegen kommen, die in immer kürzerer Zeit Anwendungen bereitstellen müssen und möchten. Dadurch hofft die Organisation mehr Anwenderunternehmen von Containern zu überzeugen. Denn nach eigenen Angaben beschäftigen sich zwar bis zu 70 Prozent der Unternehmen in irgendeiner Weise mit Container, aber nur 25 Prozent nutzen sie tatsächlich in produktiven Umgebungen.

Container-Hype jenseits der Realität?

Eine ganz neue Cloud-Foundry-Untersuchung speziell zur Application Runtime hat auch keine viel positiveren Einsichten gebracht. Selbst unter den Cloud-Foundry-Anwendern verwenden nur die Hälfte Container wie Docker oder rkt, während weitere 35 Prozent noch mit der Evaluierung von Container-Technik befasst sind. Und 45 Prozent der Anwender der Application Runtime verwenden sie erst seit diesem Jahr.

Gleichzeitig wächst aber der Druck auf die Applikationsentwicklung zu kürzen Veröffentlichungszyklen zu kommen – und da klopft sich die Cloud Foundry selbst auf die Schultern, nennt aber nicht die Vergleichszeiträume. Denn mit der Application Runtime sei der Anteil der Entwickler, die drei Monaten für eine Anwendung benötigen, von 51 Prozent auf 18 Prozent gesunken. Der Entwickleranteil mit Fertigstellungsfristen von weniger als einer Woche sei hingegen von 16 auf 46 Prozent gestiegen, seit sie die Runtime einsetzen.

Die größten Unternehmen ziehen vorweg

Diese Zahlen sprechen nicht unbedingt für eine Verkürzung der Entwicklungszyklen durch die Application Runtime, sie könnten (!) sie allerdings belegen. Die Angaben lassen sich auch anders interpretieren. Nämlich dahingegen, dass die Application Runtime zunehmend und in erster Linie da zu Einsatz kommt, wo es ohnehin um sehr knappe Entwicklungszyklen geht.

Ebenfalls keineswegs uneingeschränkt positiv sind weitere Angaben der Cloud Foundry. Demnach arbeiten bei 51 Prozent der Befragten mehr als zehn Entwickler und bei weiteren 28 Prozent mehr als 50 Entwickler mit der Application Runtime. In vier von fünf Fällen geht es also schon um nennenswerte Entwicklerstäbe. Das Bild wird noch deutlicher mit einer weiteren Angabe. Fast die Hälfte der Unternehmen mit Application Runtime sind sehr große Unternehmen mit mehr als einer Milliarde Dollar Jahresumsatz.

Die Cloud Foundry muss also noch eine Menge tun, um nur unter Großunternehmen nach hiesigen Maßstäben Fuß zu fassen – von mittelständischen Anwendern ganz zu schweigen. Eine Gelegenheit dazu – und um sich als Anwender mit der Organisation und ihrer Arbeit bekannt zu machen – bietet sich ab heute: Denn vom 11. bis 12. Oktober findet in Basel der Cloud Foundry Summit Europe 2017 statt.

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