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WAN muss große Datenmengen bewältigen können „Cloud Computing ist super, wenn das Netzwerk funktioniert“

Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Wer Cloud-Services ordern möchte, sollte prüfen, ob seine Netzwerkinfrastruktur für die speziellen Cloud-Anforderungen ausgelegt ist. Andernfalls könnte ein Cloud-Computing-Projekt schnell in einem Debakel enden, warnt WAN-Optimierer Silver Peak Systems.

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„Erst das Netzwerk prüfen, dann Cloud-Services ordern”, rät Jeff Aaron, Vice President Marketing bei Silver Peak Systems.
„Erst das Netzwerk prüfen, dann Cloud-Services ordern”, rät Jeff Aaron, Vice President Marketing bei Silver Peak Systems.
(Bild: Silver Peak Systems)

Cloud Computing bringt einem Unternehmen Vorteile wie niedrigere Kosten, Rechenleistung und Software nach Bedarf oder Zugriff auf ausgefeilte Funktionen wie Disaster Recovery und Datenreplizierung in einem Cloud-Data-Center. Doch laut Jeff Aaron, Vice President Marketing bei Silver Peak Systems, übersehen viele potenzielle Cloud-Nutzer dabei die zentrale Rolle der Weitverkehrsverbindungen, die das Firmenrechenzentrum mit dem Data Center eines Cloud-Service-Providers verbinden. Gleiches gelte für die WAN-Strecken, über die Außenstellen und Filialen auf zentrale IT-Ressourcen in der Firmenzentrale zugreifen, etwa im Rahmen einer Private Cloud. „Wenn das Wide Area Network nicht die großen Datenmengen bewältigen kann, die zwischen dem Firmennetz und einer Cloud hin und her transportiert werden müssen, sind die Vorteile von Cloud Computing schnell passé“, so Aaron.

Eine Folge von WAN-Leitungen mit zu niedriger Bandbreite oder unzureichender Qualität sei, dass die Performance einbricht. „Das kann dazu führen, dass cloudbasierende Anwendungen dem Endanwender nur in einer inakzeptablen Qualität zur Verfügung stehen“, so Aaron weiter. „Für ein Coud-Computing-Projekt bedeuten solche negativen Folgen möglicherweise sogar das Aus.“

Laut Jeff Aaron besteht daher der erste Schritt in Richtung Cloud Computing darin, die Netzwerkinfrastruktur einer kritischen Prüfung zu unterziehen. „Das betrifft nicht nur das lokale Netzwerk, sondern vor allem die Weitverkehrsstrecken“, betont der Manager. Speziell bei WANs sei mit Problemen zu rechnen, etwa mit zu großen Latenzzeiten (Latency) bei der Übermittlung von Datenpaketen, aber auch mit der Überlastung von WAN-Strecken. Die Folge sei, dass Übermittlungssysteme wie Router bei Überlastung Datenpakete „wegwerfen“ oder neu übermitteln. Für Echtzeitanwendungen wie Voice und Video over IP könne dies fatale Folgen haben.

Ein weiterer Schwachpunkt seien WAN-Links mit zu niedriger Bandbreite: „Es kann richtig teuer werden, wenn ein Unternehmen im Nachhinein bei einem Service Provider Verbindungen mit einer höheren Kapazität ordern muss, damit Cloud-Services in der gewünschten Qualität bereitstehen“, warnt Aaron. Sein Rat: „Firmen und Organisationen, die Cloud Computing nutzen möchten, sollten einen netzwerkorientierten Ansatz wählen. Das schließt eine proaktive Analyse und Optimierung der WAN-Infrastruktur mit ein. Erst dies stellt sicher, dass das Netzwerk für die Cloud bereit ist und der Nutzer in den Genuss der Vorteile von Cloud Computing kommt.“

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