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Interessantes aus aller Welt - soziale Kontrolle der Fitheit anderer Business-Sportler suchen Motivation mit Wearables

Autor / Redakteur: Bernhard Schoon / Rainer Graefen

Fitness-Armbänder, also am Körper tragbare elektronische Messgeräte, heizen die Phantasie der Entwickler offenbar mehr an als die Kaufbereitschaft der Sportler. Während die einen das Potenzial erkennen, wollen die anderen mit ihren Messergebnissen angeben. Diese Lücke wird wohl erst weitere Miniaturisierung schließen

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Mehr Lifestyle als Computer: Das Nike+ FuelBand SE kommt in den Technik- und Fitness-Blogs überhaupt nicht gut weg.
Mehr Lifestyle als Computer: Das Nike+ FuelBand SE kommt in den Technik- und Fitness-Blogs überhaupt nicht gut weg.
(Foto: Nike)

Für Sportgeräte und Fitnessstudios wird gerne viel Geld ausgegeben. Waren vor wenigen Jahren Schrittzähler mit USB-Anschluss und Auswerte-Software der Einstieg in den Beweis der eigenen Fitness, so werden nun die Fitness-Computer zum modischen Accessoire.

War die Quantify-Yourself-Bewegung bislang eine Ansammlung verschrobener selbstbezogener Sammler privater Körperdaten, so unterwirft sich der Mensch von morgen mit dem modischen Zubehör am Handgelenk gleich der globalen sozialen Kontrolle.

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Die Hersteller versprechen dem Träger genaue Daten seiner sportiven Aktivitäten inklusive der verbrauchten Kalorien und tragen gleichfalls Sorge, dass alle Welt von dem erschreckend hohen respektive niedrigen Leistungsniveau Kenntnis bekommt.

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Auch für technische Dummies geeignet

Am Besten verkauft sich zurzeit das Nike+ Fuelband SE, das die Konkurrenten von Jawbone und Fitbit deutlich hinter sich lässt. Das Fitness-Armband ist seit November 2013 im Fachhandel und dem Apple Store erhältlich, und SE steht für "Second Edition", die dem Erstling vom Vorjahr folgte.

In vier Farben erhältlich, bietet das Nike+ Fuelband nur einen Bedienknopf, eine LED-Anzeige und eine im Verschluss integrierte USB-Schnittstelle. Die Funktionsweise: Sensoren erfassen die Armbewegung des Trägers, daraus werden die Schrittzahl, die verbrauchten Kalorien und die Fantasie-Einheit Fuel-Points nach Woche, Monat oder Jahr berechnet.

Olympia zu Hause

Zur Auswertung und Darstellung der Anwenderdaten synchronisiert das Fuelband die Messwerte mit dem iPhone und iPod touch der 5. Generation. Eine dazu gehörende App ist nur für iOS verfügbar. Das Fuelband lässt sich mit der Software "Nike+ Connect" zwar auch über USB mit einem Macintosh oder PC synchronisieren, doch verliert man dadurch mehrere Features der App. Die Daten lassen sich auch im Wettbewerb mit Freunden, Familie oder Kollegen abgleichen.

Die LED-Anzeige wird mit einem Druck auf den Bedienknopf aktiviert, zur Zeitanzeige muss man den Knopf zwei Mal drücken. Im Gegensatz zu anderen Wearables fehlt dem Fuelband eine Weckfunktion und die Aufzeichnung des Schlafrhythmus´.

Technisch betrachtet gibt es bessere Messinstrumente. Bei einem Listenpreis um 140 Euro ist das Fuelband eigentlich keine Konkurrenz zu teuren Sportuhren mit GPS und Messung der Herzfrequenz.

Gefundenes Fressen für kritische Blogger

Das Fuelband wurde auch in mehreren Technik- und Fitness-Blogs vorgestellt und kommentiert. Kurz nach dessen Markteinführung testete der Blogger Nick Crocker das Fuelband eine Woche lang. Zunächst vom zeitgemäßen Design und der LED-Darstellung begeistert, fand er dann doch keines der Features "vital or necessary". Der Doppelklick zur Zeitanzeige erschien ihm ebenfalls zu umständlich.

Im Fitness-Elektronik-Blog findet sich eine Auflistung der Vor- und Nachteile. Zu den "Pros" gehören das Aussehen, die Akkulaufzeit und die Motivation, sich mehr zu bewegen.

Nachteilig hingegen sind die ungenaue Berechnung der Kalorien, das Fehlen von GPS und der Doppelklick zur Zeitanzeige.

Das Fazit: Für Einsteiger ganz nett, wer jedoch ernsthaft Sport treiben möchte, sollte sich für eine Uhr mit GPS und Messung der Herzfrequenz entscheiden.

Begeisterung sieht anders aus

Der Blog Jawbone gegen Nike gibt ohne großes Federlesen dem Konkurrenzprodukt von Jawbone den Vorzug, da es auch die Körperaktivitäten während des Schlafs aufzeichnet und sogar die Tiefschlafphasen erkennt. Ebenso kommt die alleinige Messung der Schrittzahl nicht gut weg, da intensive sportliche Betätigung wie Gymnastik oder Zirkeltraining ein nur niedriges Laufpensum voraussetzt.

Blog-Autorin Kat Menze weist darauf hin, dass sie in nur neun Monaten bereits drei Exemplare der ersten Fuelband-Generation verschlissen hat.

Dabei waren diese keinen besonders schweren Belastungen ausgesetzt. Ob sie das Fitness-Band ihren Freunden empfehlen würde? Vielleicht, so die Autorin, aber nur vielleicht.

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