Suchen

Zahl der Anzeigen steigt 2010 BSA weiter erfolgreich im Kampf gegen Software-Piraten

| Redakteur: Elke Witmer-Goßner

Fast eine Million Euro Schadenersatz mussten deutsche Unternehmen im vergangenen Jahr zahlen, weil sie unlizenzierte Software im Einsatz hatten. Das ist deutlich mehr, als noch im Jahr zuvor. Die Business Software Alliance (BSA) zieht damit eine äußerst positive Bilanz in ihrem Kampf gegen Softwarepiraterie.

Der Zweck heiligt die Mittel: Der TV-Spot der BSA brachte viele Hinweise zu unrechtmäßiger Softwarenutzung.
Der Zweck heiligt die Mittel: Der TV-Spot der BSA brachte viele Hinweise zu unrechtmäßiger Softwarenutzung.
( Archiv: Vogel Business Media )

Die meisten Fälle wurden – wie auch schon im Jahr zuvor – aus Nordrhein-Westfalen (20%) und Bayern (18%) gemeldet. Insgesamt hatten die Ermittler in Deutschland 16.500 Rechner im Visier. Auf insgesamt 940.000 Euro belief sich die Summe der Schadenersatzzahlungen, die deutsche Unternehmer leisten mussten. Zusätzlich mussten noch Lizenzierungskosten in Höhe von rund 575.000 Euro nachgezahlt werden.

Risikobereite Agenturen

Vor allem Firmen aus dem Dienstleistungssektor sowie Werbe- und Medienagenturen taten sich bei der Nutzung illegaler Software unrühmlich hervor. Beide Branchen müssten sowohl in Zeiten des Wachstums als auch der Krise äußerst dynamisch reagieren, Stellen müssten oft schnell auf- aber auch abgebaut werden, erklärt BSA-Rechtsanwalt Dr. Oliver Wolff-Rojczyk. „Etliche Unternehmen ignorieren dabei wissentlich oder leichtfertig die Frage der ordnungsgemäßen Lizenzierung und passen den Bestand nicht an den tatsächlichen Bedarf an. Wir vermuten, dass die hohe Zahl an Hinweisen damit zu tun hat, dass in diesen Branchen überproportional viele schwarze Schafe tätig sind.“

Viele Hinweise erreichten die BSA im Zusammenhang mit der TV-Kampagne „Es gibt gute Gründe, illegale Software zu melden“. In Relation zur Einwohnerzahl kamen besonders viele Anzeigen aus Hamburg und Berlin. Die Wahrscheinlichkeit, erwischt zu werden, steigt also zusehendst. Die BSA will deshalb auch in Zukunft – neben konsequenter Rechtsverfolgung – weiter auf die Aufklärungsarbeit setzen.

Schadensausgleich gefordert

Georg Herrnleben, Director Zentral-, Mitteleuropa, Naher Osten und Afrika der BSA, würde aber gerne noch einen Schritt weiter gehen: „Angesichts des wirtschaftlichen Schadens benötigen wir aber auch stärkere staatliche Unterstützung, etwa durch die Möglichkeit, zum Ersatz des entstandenen Schadens pauschal eine doppelte Lizenzgebühr zu verlangen. Dabei geht es nicht um eine Bestrafung der Verletzer, sondern die Pauschalierung des tatsächlich entstandenen Schadens, der bei weitem nicht nur aus den entgangenen Lizenzgebühren, sondern unter anderem auch aus Kosten für die Aufdeckung und Verfolgung der Piraterie sowie die Durchführung von Aufklärungskampagnen besteht.“

Bislang sei diese Art der Schadensberechnung in Deutschland nur in seltenen Ausnahmefällen außerhalb der Softwarepiraterie erlaubt. In anderen Ländern wie etwa Österreich werde diese Berechnungsmethode indes seit Jahren auch bei der Nutzung nicht lizenzierter Software erfolgreich angewandt. Eine entsprechende EU-weite Regelung scheiterte bisher aber an am Widerstand Deutschlands, bedauert Herrnleben.

(ID:2050077)