Cryptokitties, Meta-Blockchains und Open-Source-Projekte

Blockchain-Entwicklungen im Jahr 2018

| Autor / Redakteur: Mirco Lang / Stephan Augsten

Kooperationen und Meta-Blockchains

Bitcoin, Hyperledger und Ethereum dürften derzeit die bekanntesten Blockchains sein – ein Dutzend weiterer relevanter Projekte ließe sich problemlos ausmachen. In der Regel konkurrieren neue Technologien um die Marktherrschaft. Setzen sich mehrere gleichermaßen durch, wird irgendwann konsolidiert oder über standardisierte Schnittstellen für Interoperabilität gesorgt.

In der Blockchain-Szene wird das Thema nahezu von Anfang an verfolgt, noch hat sich aber nicht die eine Meta-Blockchain oder die eine API oder auch nur das eine Konzept durchgesetzt. Aufgrund der allseits erwarteten Professionalisierung der Blockchain-Industrie, darf zumindest gehofft werden, dass die Wege geebnet werden – Tools, um Blockchain-übergreifend arbeiten zu können, sind langfristig unverzichtbar.

Ethereum wird der König

Gewinnen wird, wer die meisten Entwickler in sein Universum bekommt – und derzeit weht der Wind streng in Richtung Ethereum. Ein paar Zahlen: Der Ethereum-Provider Infura kommt auf über 2 Millarden Anfragen pro Tag, das Ethereum-Chrom-Plug-in MetaMask kommt auf weit über 500.000 Nutzer und die IDE Truffle wurde über 250.000 mal heruntergeladen. Noch kann Bitcoin mehr Commits bei Github verzeichnen, aber Ethereum wächst rasend schnell – und bietet als General-Purpose-Blockchain einfach viel mehr Möglichkeiten.

Proof of Stake wird erstarken

Zum 31.Dezember 2017 wurde bei Ethereum der Consensus-Algorithmus von „Proof of Work“ auf „Proof of Stake“ umgestellt. Proof of Work hat für Bitcoin bis heute meist recht ordentlich funktioniert – doch allein schon der enorme Stromverbrauch ist auf Dauer inaktzeptabel.

Laut Digiconomist verbraucht eine Transaktion mittlerweile 335 Kilowattstunden. Bei 10 Transaktionen pro Sekunde dauert es also keine zwei Minuten, bis die Bitcoin-Blockchain mehr Strom verbraucht hat als ein durchschnittliches Einfamilienhaus in Deutschland. Auf der anderen Seite starteten zuletzt etliche Projekte, die mithilfe der Blockchain die Revolution der Energieverteilung planen. Bei PwC gibt es einige Whitepaper zu dem Thema.

Energieverbrauch der Bitcoin-Blockchain – twitter.com/DigiEconomist

Zudem lohnt sich spezielle Mining-Hardware, so dass sich die Teilnahme an diesem im Grunde zutiefst demokratischen Prozess für Otto Normalverbraucher leider kaum lohnt. Und genau daher werden andere Consensus-Modell größer werden.

Security und Threats

Wo gehobelt wird ... naja, das kennen Sie: Das Business wächst, Blockchain-Software verbreitet sich mehr und mehr, immer mehr Quereinsteiger kommen in der Entwicklung hinzu, die Treiber Ideologie und Technik werden vom Treiber Business verdrängt und schon wachsen die Sicherheitsprobleme. Und wer steht garantiert schon in den Startlöchern? Genau, Cyber-Kriminelle – sie werden in 2018 Wege finden, ihren Profit zu generieren. Immerhin: So dürfte auch die IT-Security-Branche noch einen weiteren Schub bekommen.

IoT muss sicher werden

Das Internet of Things zählt zu den größten Gefahren bezüglich IT-Security und Datensicherheit. Hier sind die Lücken noch zu groß, die Hersteller zu uneins und Herangehensweisen zu heterogen, als dass Blockchain bereits in 2018 einen großen Beitrag zu mehr IoT-Sicherheit leisten könnten – aber es ist das Jahr der Hoffnung: Wenn Security by Design und by Default nicht ganz früh in die Welt der Blockchain-gestützten IoT-Geräte einfließt, erwartet uns wieder mal ein Jahrzehnte andauerndes Sicherheitsproblem.

Standards und Regularien werden kommen

Blockchains waren bis 2017 ein eher stiefmütterlich behandeltes Thema bei Behörden. Einen etwas oberflächlichen Artikel gibt es vom BSI und auch die Bafin ist am Thema Blockchain dran, doch Enthusiasmus klingt – selbst in Behördenkreisen – anders:

„Grundsätzlich hat die Aufsicht die Blockchain-Technologie als einen Technologietreiber erkannt, der potenziell umfangreiche Änderungen in der Finanzdienstleistungsbranche auslösen könnte. Daher verfolgen Aufsichtsbehörden wie die BaFin ebenso wie der Gesetzgeber ihre Entwicklung sehr aufmerksam.“

Insofern: Für 2018 ist damit zu rechnen, dass es – endlich – mehr und mehr Beiträge von staatlicher Seite geben wird. Auch die Standardisierung ist angestoßen: Als TC 307 „Blockchain and Distributed Ledger Technologies“ wird bei der ISO daran gearbeitet.

Wenn dieser internationale Standard einmal aktiv und etabliert ist, wird man ein, zwei Jahre später vermutlich von einem stabilen Blockchain-Ökosystem sprechen können – vielleicht so um das Jahr 2025.

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