Microsoft-Technik als Untergrund für die SAP-Systeme beim Klinikum Stuttgart „Blech weg!“ – 24 Stunden für die IT-Modernisierung

Autor / Redakteur: Kai-Uwe Wahl / Ulrike Ostler

„Nach einer routinemäßigen Betriebskostenanalyse haben wir beschlossen, unsere Datenbank MaxDB und den Itanium-Server für die SAP-Systeme abzuschaffen.“ Das war der Beginn vom Projekt „Blech weg“ im Klinikum Stuttgart.

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Andreas Pfeiffer, Fachbereichsleiter Systeme im Servicecenter IT beim Klinikum Stuttgart, sagt über das Modernisierungsprojekt: „Wir haben all unsere Projektziele erreicht: Kosten gesenkt, den Betrieb optimiert, die Datenbank verkleinert und Unicode eingeführt. Und das alles schneller als gedacht.“
Andreas Pfeiffer, Fachbereichsleiter Systeme im Servicecenter IT beim Klinikum Stuttgart, sagt über das Modernisierungsprojekt: „Wir haben all unsere Projektziele erreicht: Kosten gesenkt, den Betrieb optimiert, die Datenbank verkleinert und Unicode eingeführt. Und das alles schneller als gedacht.“
(Bild: Michael Bührke, Pixelio.de)

Das Klinikum Stuttgart zählt mit über 2.100 Planbetten und rund 6.800 Mitarbeitern zu den größten Krankenhäusern in Deutschland. 50 Kliniken und Institute bieten ein umfassendes Leistungsspektrum in nahezu allen medizinischen Fachdisziplinen.

In den vier Häusern des Klinikums werden jährlich über 87.000 Patienten stationär und 425.000 Patienten ambulant behandelt. Für möglichst reibungslose Betriebsabläufe sorgen unter anderem zahlreiche SAP-Systeme.

Diese liefen bis vor Kurzem noch mit „Itanium“-Server und „MaxDB“-Datenbanken. Was dann passierte, erläutert Andreas Pfeiffer, Fachbereichsleiter Systeme im Servicecenter IT beim Klinikum Stuttgart: „Wir wollten weg vom Blech, unsere Server virtualisieren, die Daten komprimieren und dadurch schneller werden.“

Die Kombination SAP und Microsoft

Mit Unterstützung des IT-Dienstleisters Realtech entstand das Konzept für eine neue SAP-Systemplattform. Eine kostengünstige x86-Architektur und „Microsoft SQL-Server“ sollten die Basis für einen effizienteren und schnelleren Betrieb der Anwendungen legen.

Dazu Alexander Raach, Realtech-Projektleiter: „Technik von Microsoft werden als Basis für SAP-Systeme häufig unterschätzt. „In zahlreichen Projekten konnten wir hiermit jedoch eine sehr stabile und leistungsfähige Basis für die SAP-Landschaft schaffen.“

Die Herausforderung bei diesem Modernisierungsprojekt: Für die Datenbankmigration inklusive einer Unicode-Konvertierung stand dem IT-Team des Klinikums eine Downtime von nur 24 Stunden zur Verfügung. Länger durften die Systeme nicht stillstehen, um den Krankenhausbetrieb und damit die Gesundheit der Patienten nicht zu gefährden.

Gut geplant ist die halbe Miete

„Systemausfälle können wir uns nicht leisten“, sagt Pfeiffer. „Deshalb führen wir frühzeitig neue, bessere Technologien ein. Zudem wurde uns die Wartung des bestehenden Itanium-Servers zu aufwendig und teuer. Und außerdem wollten wir eine kleinere Daten-bank sowie schnellere Antwortzeiten vom SAP-System.“
„Systemausfälle können wir uns nicht leisten“, sagt Pfeiffer. „Deshalb führen wir frühzeitig neue, bessere Technologien ein. Zudem wurde uns die Wartung des bestehenden Itanium-Servers zu aufwendig und teuer. Und außerdem wollten wir eine kleinere Daten-bank sowie schnellere Antwortzeiten vom SAP-System.“
(Bild: Klinikum Stuttgart)
Vor der Migration wurde die Realisierung zunächst sorgfältig geplant, damit die vorgesehenen Aufgaben in dem zur Verfügung stehenden Zeitfenster auch tatsächlich zu realisieren sind. Auf Basis dieses Konzepts führte das gemeinsame Projektteam, bestehend aus IT-Experten des Klinikums Stuttgart und Realtech, einen Proof of Concept in einer Sandbox-Umgebung durch. Hierbei wurden die Machbarkeit in Bezug auf Laufzeiten, Unicode-Konvertierung und Betriebsverfahren geprüft.

Bei dieser zeigte sich, dass die betagte Itanium-Plattform zu viel Zeit für das Auslesen der Daten benötigt. Außerdem waren einige der Schnittstellen zu Fremdsystemen nicht Unicode-fähig und mussten mit den Entwicklern der Drittsysteme zunächst modernisiert werden.

Vor dem geplanten Umstellungstermin setzte das Projektteam zusätzlich einen finalen Testlauf an. Hierbei wurden insbesondere die Laufzeiten von Daten-Export und -Import sowie die Unicode-Konvertierung möglichst realitätsnah simuliert.

Konvertierung in Unicode

Am Ende war sich das Team sicher, dass das Zeitfenster von 24 Stunden für die Migration ausreichen sollte. Für alle Fälle wurde noch ein Plan zum Wiederherstellen der Altsysteme entwickelt, sollte die Umstellung nicht wie geplant ablaufen.

Am Stichtag liefen die Datenmigration sowie die Unicode-Konvertierung wie geplant ab. Zeitgleich mit dem Datenbank-Export erfolgte die Konvertierung der Datensätze nach Unicode.

Bereits nach 18 Stunden waren die Daten auf der neuen Infrastruktur gesichert. Hierbei zeigte sich, dass insbesondere die präzise Planung aller Aufgaben im Vorfeld eine optimale Nutzung des Zeitfensters ermöglichte.

Schneller trotz Standard-Technik

Durch die Migration konnten die Antwortzeiten innerhalb des SAP-Systems halbiert werden und die Datenbankgröße reduzierte sich von 900 Gigabyte auf 300 Gigabyte. Anwender an den SAP-Arbeitsplätzen können heute deutlich zügiger arbeiten.

Zudem spart das Stuttgarter Klinikum Hardwarekosten. Denn die kostenintensiven Itanium-Server konnten erfolgreich durch die günstigere x86-Architektur ersetzt werden. Die Virtualisierung von IT-Ressourcen erhöht zudem die Flexibilität in der IT-Bereitstellung. Benötigt ein Fachbereich heute einen neuen Applikationsserver, kann dieser auf Basis einer virtuellen Maschine innerhalb von kurzer Zeit eingerichtet werden.

Der Autor:

Kai-Uwe Wahl ist freier Journalist aus Frankfurt.

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