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Jeder zweite Bundesbürger nutzt laut Studie soziale Netzwerke in Deutschland Bitkom warnt vor mehr Datenschutz bei Social Networks

Redakteur: M.A. Dirk Srocke

Höhere Datenschutzstandards für Social Networks erhöhen Kosten für Endanwender und bremsen die deutsche Internetwirtschaft aus, warnt der Bitkom anlässlich der Vorstellung der Auftragsstudie „Soziale Netzwerke in Deutschland“. Der Verband fordert von Politikern und Verbraucherschützern eine offene Kommunikation zum Thema zielgerichteter Werbung.

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Bitkom-Logik: Mehr Datenschutz führt zu Werbe-Popups.
Bitkom-Logik: Mehr Datenschutz führt zu Werbe-Popups.
( Archiv: Vogel Business Media )

Jeder zweite Bundesbürger bewegt sich in Social Networks und macht dort meist nur gute Erfahrungen, so das Ergebnis der jetzt vom Bitkom vorgestellten Studie „Soziale Netzwerke in Deutschland“. Der Verband erkennt darin eine tiefe Verankerung sozialer Netzwerke in der Gesellschaft und verbindet damit politische Forderungen.

Achim Berg, Vizepräsident des Bitkom, führt aus: „Wer den Datenschutz an die digitale Welt anpasst, sollte dabei das neue Verhältnis, dass die Menschen zu ihren persönlichen Daten zu entwickeln beginnen, berücksichtigen.“ Konkret meint Berg damit: Nutzer sozialer Netze sollten die Datenschutzbestimmungen der jeweiligen Anbieter genau prüfen sowie Einstellungen zur Privatsphäre gezielt und eigenverantwortlich treffen. Eine Erhöhung deutscher Datenschutzgesetze hätte dagegen negative Folgen für Communitys in Deutschland.

Der Bitkom bestreitet, sich generell gegen verschärfte Datenschutzbestimmungen für Social Communitys auszusprechen. Aufmerksame Beobachter könnten dem Verband aber genau das vorwerfen, denn Berg zeichnet ein düsteres Szenario; dessen Zusammenhänge sollten auch Politiker und Verbraucherschützer offen kommunizieren.

Werde zielgerichtete Werbung im Internet eingeschränkt, würden heute noch kostenlose Angebote zwangsläufig kostenpflichtig angeboten werden müssen oder an Qualität verlieren. Als Beispiel nennt Berg die persönliche Startseite von Facebook. Diese böte US-Nutzern schon heute mehr Informationen als deutschen Anwendern.

Auch einen Rückschritt zu mit Werbe-Popups zugepflasterten Webseiten hält der IT-Experte für möglich. Zudem bremse man mit härteren Vorschriften auch deutsche Unternehmen aus, die sich im Markt sozialer Netzwerke engagieren wollen.

Weitere Zahlen der Bitkom-Studie „Soziale Netzwerke in Deutschland“ (PDF) sind online verfügbar. Die Erhebung zeichnet ein umfassendes Bild über Nutzer und Anbieter für Social Media in Deutschland. Die repräsentativen Zahlen basieren auf einer Erhebung des Marktforschungsinstituts Forsa. Das hat 1.001 deutschsprachige Internetnutzer ab 14 Jahren befragt.

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