TNS Infratest und T-Systems studieren: Wer braucht HANA?

Big Data und In-Memory sind zwei Paar Schuhe

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In-Memory lernt ohne Big Data laufen

Heute sind lediglich 15 Prozent der Daten strukturiert, also passend für relationale Datenbanken.
Heute sind lediglich 15 Prozent der Daten strukturiert, also passend für relationale Datenbanken.
(Bild: TNS Infratest/T-Systems)
Trotzdem rennen die Unternehmen den Anbietern von In-Memory-Produkten nicht gerade die Bude ein. Insgesamt setzen 16 Prozent der befragten Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen eine solche Technik ein, in den USA mehr als ein Drittel in der Schweiz und in Österreich 2 beziehungsweise 3 Prozent.

Das liegt an mehreren Faktoren:

  • Die meisten Unternehmen sehen überhaupt keinen konkreten Investitionsbedarf aufgrund von Big Data (siehe: Abbildung 3). Relevanz und Investitionsbedarf sehen vor allem Unternehmen aus den USA, Russland und Spanien. Im Vergleich zum Durchschnitt abgeschwächte Bedeutung hat das Thema in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie in Frankreich.
  • Vielmehr sieht sich die Mehrheit der Befragten gut aufgestellt, wenn es um ihre Data-Management-Strategie geht (siehe: Abbildung 4). Die Angaben der deutschen IT-Entscheider bewegen sich im Einklang mit den Gesamtergebnissen. Die Hälfte der Befragten sagen, ihre Strategie sei „entwickelt“ oder gar „sehr entwickelt“. Somit bringen die Firmen Big Data und In-Memory-Technik nicht zwangsläufig in Verbindung.
  • Allerdings speziell der öffentliche Sektor sowie der Handel sehen sich relativ zu den anderen Branchen hinsichtlich der Datenhaltung und Verarbeitung noch nicht ausreichend vorbereitet.
  • Die fehlende Deckungsgleichheit von In-Memory-Technik und Big Data zeigt sich auch dort, wo sie bereits im Einsatz ist. „Aktuell setzt fast die Hälfte der befragten „Unternehmen und öffentlichen Institutionen In-Memory-Technologien in erster Linie für Budget-to-Report-Prozesse (B2R) ein“, heißt es in der Studie, also „vorrangig für die Planung, Formulierung und Erstellung von wirtschaftlichen Bewertungen einzelner Geschäftsprozesse (siehe: Abbildung 5, 6).
  • In Deutschland Big Data zeigt sich, obwohl Big Data vergleichsweise „reserviert“ beurteilt wird, In-Memory-Technik bei der Hälfte der deutschen Befragten eine wichtige Rolle im Rahmen des Daten-Managements spielt. Der Grund dafür könnte sein, so die Studie, dass In-Memory-Technologien für Neuerungen wie mobile Technologien eingesetzt werden sollen. Diese werden aber erst in zweiter Linie mit Big Data identifiziert.
  • Zudem erfordert die Einführung einer In-Memory-Datenbank jede Menge Know-how und Budget (siehe: Abbildung 7): „Die Einführung einer In-Memory-Datenbank stellt ein eigenständiges IT-Projekt dar und erfordert dadurch höchste Fachkompetenz des Projekt-Teams, das für die Implementierung zuständig ist“, besagt die Studie.

Wer fliegt auf In-Memory?

Allerdings sind die Unternehmen, die bereits In-Memory-Techniken verwenden sehr zufrieden: „90 Prozent der ICT-Entscheider, die bereits Erfahrungswerte zu der Technologie teilen können, beurteilen die Erfahrungen als sehr gut beziehungsweise gut – und dies, obwohl die befragten Unternehmen sich oft schwer getan haben, Kosten und Nutzen in eigenen Assessments ex ante abzuschätzen“, heißt es.

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So sieht es also danach aus, als komme der In-Memory-Markt in Schwung, wenngleich Big Data eher als ferne Bedrohung wahrgenommen wird (siehe: Abbildung 8). Die Untersuchung zeigt, dass in deutschen Unternehmen 43 Prozent der Befragten In-Memory-Technik zur Datenauswertung bereits im Einsatz haben oder dies für die nahe Zukunft planen.

Generell geben 43 Prozent der Befragten eine „hohe“ oder „sehr hohe“ Kaufbereitschaft an. Rund 23 Prozent haben die Beschaffung von In-Memory-Datenbanken geplant und in ihre IT-Strategie aufgenommen (siehe: Abbildung 9).

Die Dienstleister öffnen den Geldbeutel

Dabei weichen allerdings die Angaben in einzelnen Ländern (siehe: Abbildung 10) und in den verschiedenen Branchen (siehe: Abbildung 11) recht unterschiedlich aus, insbesondere dann, wenn die konkrete Kaufbereitschaft von In-Memory-Technologien in Zusammenhang mit der allgemeinen Investitionsbereitschaft in puncto Big Data betrachtet wird.

„Während die Dienstleistungsbranche sowohl durch eine hohe In-Memory-Einsatzbereitschaft als auch einen hohen Investitionsbedarf hinsichtlich Big Data gekennzeichnet ist, haben der Handel, der Kommunikations- sowie der Finanzsektor niedrigen Big-Data-Investitionsbedarf und eine hohe Bereitschaft In-Memory-Verfahren einsetzen zu wollen.“

Diese Tatsache deutet laut Studie darauf hin, dass der Dienstleistungssektor die Technik als geeignetes Mittel für die Bewältigung der Big-Data-Herausforderungen sieht. Im Handel und der Kommunikationsbranche hingegen findet keine vordergründige Verknüpfung von In-Memory-Technologien und Big Data statt.

Zweifel zeigen offenbar der öffentliche Sektor und die Vorsorgungsunternehmen; ausgerechnet diese kennzeichnen sich durch „hohen Big-Data-Investitionsbedarf“ und „niedrigen Einsatzwillen hinsichtlich In-Memory-Technologien“.

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