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Backups mit Snapshot-Katalog kombinieren Backup für physische und virtuelle Umgebungen

Autor / Redakteur: Michael Matzer / Peter Schmitz

Immer mehr Backup-Lösungen unterstützen gleichzeitig physische und virtuelle Umgebungen. Mit Kompression, Deduplizierung und Block-Sicherung nutzt eine solche Backup-Lösung ihre Storage-Kapazität effizient, doch bedarf es einer Kataloglösung, um schnellen Zugriff auf veraltete und unzulässige Dateien in beiden Umgebungen zu gewähren. Dieser Einblick bietet die Chance, belegten Plattenplatz zurückzugewinnen und Backups in virtualisierten Umgebungen zu beschleunigen.

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Backup-Lösungen für physische und virtuelle Umgebungen helfen mit Kompression, Deduplizierung und Block-Sicherung Storage-Kapazitäten effizient zu nutzen. Mit einer Kataloglösung lassen sich dann auch Backups in virtualisierten Umgebungen beschleunigen.
Backup-Lösungen für physische und virtuelle Umgebungen helfen mit Kompression, Deduplizierung und Block-Sicherung Storage-Kapazitäten effizient zu nutzen. Mit einer Kataloglösung lassen sich dann auch Backups in virtualisierten Umgebungen beschleunigen.
(Bild: VBM)

Es ist wie der Wettlauf zwischen Hase und Igel: Die IT verbessert ihre Backup- und Storage-Technologien permanent, doch der Umfang der Unternehmensdaten steigt pro Jahr zwischen 30 und 50 Prozent, ebenso nimmt die Anzahl der Virtuellen Maschinen in der Unternehmens-IT zu. Dadurch wird der erzielte Gewinn an Performance und Kapazität wieder zunichtegemacht - bis zur nächste Runde des Wettlaufs.

Mittlerweile hält die Virtualisierung Einzug in immer mehr unternehmenskritische Bereiche, so etwa in die Kernanwendungen für die Betriebswirtschaft. Die Sicherung virtueller Maschinen stellt aber andere Anforderungen an ein Backup-System als die Sicherung physischer Server und sie belastet die Hardware und das Netzwerk zunehmend.

Die Systembelastung ist durch virtuelle Entitäten (Server, VMs etc.) höher als durch physische und lässt sich durch NetApp SyncSort Integrated Backup (NSB) laut Hersteller signifikant senken.
Die Systembelastung ist durch virtuelle Entitäten (Server, VMs etc.) höher als durch physische und lässt sich durch NetApp SyncSort Integrated Backup (NSB) laut Hersteller signifikant senken.
(Bild: SyncSort)

Auch das Mailsystem, das vielleicht auf einem Exchange-Server läuft, ist mittlerweile entscheidend für Prozessabläufe, die auf Kommunikation basieren, etwa in Marketing, Vertrieb und Service. Dafür ist mitunter eine Speziallösung vonnöten. "Diese führen aber zu höherem Verwaltungsaufwand und höheren Kosten", gibt Mario Werner, Senior Sales Manager of Data Protection Sales beim Hersteller SyncSort, zu bedenken.

Zudem verkompliziert auch die zunehmende Auslagerung von Daten sowie die steigende Verwendung von mobilen Geräten die Backup-Prozesse. Dennoch müssen all diese Daten in Notfällen sofort auffindbar und wiederherstellbar sein, denn eine Verzögerung von nur wenigen Stunden kann hier bereits enorme Kosten verursachen.

Ein erster Schritt zur Problemlösung besteht darin, die Backup-Strategie flexibel auf diese neuen Anforderungen abzustimmen. Funktionen wie Datenkompression, Deduplizierung und Block-basierende Ansätze sparen Platz und Zeit. "Nach dem ersten Image braucht man dann nur noch Blocks abzuziehen", weiß Mario Werner. "Man braucht rund 90% weniger Backup-Volumen, der Job ist rund 90% schneller erledigt, die Netzwerkbelastung ist gering."

Nicht jeder Backup-Hersteller unterstützt jeden Hypervisor

Granulare Datensicherung und snapshotbasierte Verfahren, wie etwa bei NetApp oder SyncSort, steigern also die Effizienz. Lösungen, die in der Lage sind, alle Daten einer Anwendung inklusive ihrer Struktur und ihrem Leistungsverhalten zu erkennen, erlauben die strategische Priorisierung (aktuelle vs. alte Daten) und Verteilung von Backups auf kosteneffiziente Medien, evtl. also auch auf Tape Libraries.

Schließlich sollte eine ideale Backup-Lösung skalierbar sein und möglichst viele Freiheiten bieten, so etwa agentenbasierte oder agentenlose Backup-Verfahren. Ein Agent ist allerdings auf dem Zielgerät zu installieren und kostet Ressourcen. "Der Einsatz von Agenten", so Werner, "ist aber nötig für konsistentes Backup auf dem Hypervisor, dessen Performance schwankt." Nicht jeder Hersteller unterstützt alle Hypervisoren. SyncSort etwa unterstützt VMware voll, HyperV eingeschränkt und Xen gar nicht. "Xen ist sehr selten zu sehen, deshalb gibt es dafür kaum Entwicklungsbedarf im Hause SyncSort", begründet Werner diese Haltung.

Wer also eine Lösung für das Backup sowohl physischer und virtueller Umgebungen auswählen will, sollte die genannten Aspekte in Erwägung ziehen. Da nur Gesamtlösungen wirklich Kosten sparen helfen, seien hier folgende Backup-Suiten genannt:

  • 1. Symantec Backup Exec 2012 und Backup Exec 3600 Appliance
  • 2. Veeam Backup
  • 3. VMware Data Recovery
  • 4. Acronis VMprotect
  • 5. Quest Software vRanger
  • 6. NetApp OnTAP 8

Mit Ausnahme des NetApp-Produkts hat Security-Insider diese Lösungen bereits eingehend vorgestellt.

Die Unified-Storage-Lösung NetApp OnTAP 8 verfügt über umfassende Datensicherungsfunktionen sowohl für physische als auch virtuelle Server und kann Dateien, LUNs und VMs schnell wiederherstellen.

Snapshot-Katalog

Damit der Admin auch über die Löschung und Migration von unerwünschten bzw. unzulässigen Dateien Plattenplatz einsparen kann, hat NetApp zusammen mit SyncSort kürzlich den Enterprise Catalog ECX vorgestellt.

In vielen Storage-Systemen liegen Unmengen von Dateien vor, auf die seit über 90 Tagen nicht mehr zugegriffen wurde und die dadurch bereits obsolet sind. Dateien wie Musik oder Videos, die Mitarbeiter gemäß den Unternehmensrichtlinien gar nicht auf Unternehmenssystemen speichern sollten, blockieren ebenfalls unnötig Plattenkapazität. Doch wie lassen sich solche überflüssigen Lösungskandidaten zeitsparend aufspüren? Die Lösung heißt Netapp SyncSort Integrated Backup, kurz NSB. Online finden Sie dazu eingehende Funktionsbeschreibungen.

Die typische Systemarchitektur für die Backup-Software SyncSort BEX.
Die typische Systemarchitektur für die Backup-Software SyncSort BEX.
(Bild: SyncSort)

Das wirklich Interessante: Bei NetApp Syncsort Integrated Backup existiert jede Sicherungskopie in einem Snapshot in einem systemeigenen NetApp-Format, auf den, ungeachtet der Größe des Datensatzes, binnen Minuten direkt zugegriffen werden kann. "Wir nutzen hier die SnapShot Technologie von NetApp", erläutert Mario Werner. "Es erlaubt schnelle Wiederherstellung in 5 bis 7 Sekunden durch einen Remount auf einem beliebigen Server.

Snapshots katalogisieren

Verlorene oder andere Dateien sind leicht aufzufinden, da der Nutzer die Snapshots katalogisieren und durchsuchen kann. SyncSort Enterprise Catalog (ECX), ein Zusatzmodul für NSB, basiert auf diesen Netapp-Snapshots: Sie sind optimiert für die Suchfunktion, da sie von Syncsort indiziert und mit Metadaten versehen werden.

Das spart viel Zeit bei der Suche nach bestimmten Snapshots. Diese Technik unterscheidet sich von der bei VMware. VMwares VDMK-Format (Virtual Machine Disk Format) indiziert Files, die sich im VM-Container befindet, nicht jedoch Backup-Snapshots. ECX kann sowohl VDMK-Dateien (auf NetApp) als auch Net-Apps CIFS- und NFS-Daten katalogisieren.

Die Suche nach Snapshots von gesicherten VM-Dateien ist nicht immer so einfach wie die Nutzung einer Suchmaschine, hier mit dem Snapshot Katalog von Syncsort ECX im Internet Explorer.
Die Suche nach Snapshots von gesicherten VM-Dateien ist nicht immer so einfach wie die Nutzung einer Suchmaschine, hier mit dem Snapshot Katalog von Syncsort ECX im Internet Explorer.
(Bild: SyncSort)

SnycSort Enterprise Catalog (ECX) eignet sich nach Angaben von Mario Werner für alle Netapp-Primärspeicher-Kunden, denn es nutzt das NetApp-eigene SnapDiff-Protokoll: "ECX bietet zahlreiche Möglichkeiten im Bereich Katalogisierung, Indizierung, Durchsuchbarkeit und Visualisierung von Dateien." Für alle diese Aufgaben gebe es am Markt separate Tools; zum Teil von NetApp selbst, zum Teil von Drittanbietern. "Syncsort ECX ist hingegen das einzige und erste Tool am Markt, das diese Aufgaben umfassend vereint."

Sein Unternehmen liefert die Software als Virtual Appliance im OVA-Format aus. Minimale Voraussetzungen sind NetApp ONTAP 7.3.3.+ und VMware ESX 4 oder 5 sowie vSphere 4 oder 5. Das Frontend ist ein beliebiger moderner Browser, der JavaScript unterstützt. Die Hardware-Anforderungen sind nicht unerheblich, denn ECX verlangt 50 GB Plattenplatz für seine Datenbank, 4 GB für sich selbst sowie 8 GB RAM und zwei CPUs.

Diese Investition will also gut überlegt sein. Immerhin melden Nutzer der Vorabversion laut SyncSort erste Erfolge: "Ein Anwender war in der Lage, 2,5 Mio. Dateien zu identifizieren, auf die über zwei Jahre hinweg nicht zugegriffen worden war, und er brauchte nur acht Minuten, um diese Information zu sammeln."

Wer herausfinden will, welche veralteten Dateien er löschen oder migrieren könnte, um Storage-Platz zu sparen, muss erst einmal danach suchen - oder eine File-Analyse mit der Katalogfunktion von Syncsort ECX machen.
Wer herausfinden will, welche veralteten Dateien er löschen oder migrieren könnte, um Storage-Platz zu sparen, muss erst einmal danach suchen - oder eine File-Analyse mit der Katalogfunktion von Syncsort ECX machen.
(Bild: SyncSort)

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