Amazon Web Services veranstaltet Summit 2018 in Berlin

AWS verleiht Region Frankfurt/Main mehr Gewicht

| Autor / Redakteur: Michael Matzer / Elke Witmer-Goßner

Glenn Gore, Chief Architect bei Amazon Web Services (AWS), bei seiner Keynote.
Glenn Gore, Chief Architect bei Amazon Web Services (AWS), bei seiner Keynote. (Bild: © Karolina Kovac/AWS)

Amazon Web Services (AWS) stellte auf dem diesjährigen Summit in Berlin mehrere Neuheiten vor, die seit kurzem in der Frankfurt/Main-Region verfügbar sind. VMwares Cloud (VMC) steht künftig auf AWS bereit, ebenso der Elastic Container Service für Kubernetes (EKS).

Rund 6.000 Teilnehmer drängten sich auf dem Berliner Gelände der STATION, um zwei Keynotes und rund 120 Präsentationen oder Breakout Sessions zu lauschen. Der Informationshunger war groß, denn wie Klaus Bürg, Managing Director von AWS Germany, sagte, hat AWS 2017 rund 1.430 signifikante Features und Services (im Vorjahr waren es 1.017) freigegeben.

Go Build!

Die Besucher konnten mit 65 Partnern in der Ausstellung sprechen sowie mit 17 Start-ups auf Tuchfühlung gehen. Das Wachstum im deutschen Markt habe sich nach den Worten von Glenn Gore, Chief Architect bei AWS, auf 49 Prozent jährlich beschleunigt. Der Markt gibt aber noch mehr her. Unter dem Motto „Go Build!“ will AWS eine noch breitere Zielgruppe erreichen, nämlich die sogenannten „Builders“. Dazu zählt Gore nicht nur Entwickler, sondern auch Administratoren und Analytiker bzw. Data Scientists. Diese erweiterte Zielgruppe muss nicht mehr so viele Infrastrukturkomponenten programmieren und verwalten können, sondern verstehen, wie eine Serverless-Architektur funktioniert. Diese aus Microservices zusammengesetzte Architektur erlaubt etwa eine einfachere und schnellere Umsetzung von Technologien wie beispielsweise Machine Learning.

Hinsichtlich Containern unterstützt Amazon Web Services bereits Docker mit dem Elastic Container Service (ECS). Um jedoch die Funktionalität Richtung Cluster Management zu erweitern, stellt AWS den Elastic Container Service for Kubernetes (EKS) seit kurzem zur Verfügung. Der Service AWS Fargate soll in Kürze nicht nur Docker, sondern auch Kubernetes unterstützen, erklärte Constantin Gonzalez, Principal Solutions Architect AWS. „EKS erleichtert die Bereitstellung, Verwaltung und Skalierung von auf Containern ausgeführten Anwendungen.“

Die AWS-Region Frankfurt am Main

Wie Gore schon 2017 sagte, ist Deutschland einer der dynamischsten AWS-Märkte der Welt. „Wir haben in Deutschland mehrere 10.000 Kunden, in allen Branchen und mit allen Firmengrößen.“

Hier befindet sich die AWS Region Frankfurt, aktuell bestehend aus drei Verfügbarkeitszonen. Außerdem gibt es die Hauptstandorte in Berlin und München sowie die Produktentwicklungsstandorte in Dresden und Berlin. Die Infrastruktur einer AWS-Region besteht immer aus mehreren Availability Zonen und „viele weitere gehen bis 2019 weltweit online“, kündigt Gore an. Ab 1. Juli 2018 wird nicht mehr die US-Zentrale Vertragspartner sein, sondern Amazon Web Services EMEA SARL, so dass auch in dieser Hinsicht EU-Recht wie etwa die DSGVO Anwendung findet.

VMware Cloud on AWS

Die Frankfurt/Main-Region soll auch von der zweiten Neuigkeit der Konferenz profitieren. Die VMware Cloud on AWS gab es bislang nur zweimal in den USA und seit März in London, doch mit der Bereitstellung im deutschen Rechtsraum dürfen die AWS-User aufatmen: Hürden wie drohender Brexit oder gar die DSGVO tangieren sie nun kaum noch. Druva, ein Anbieter für Cloud-Datenschutz und Informationsmanagement, hat in einer Marktstudie herausgefunden, dass „VMware-Umgebungen in hohem Tempo in die Cloud migriert werden, wobei AWS der bevorzugte Anbieter für die Workload-Migration ist“, erklärt Rick Powles, Senior Vice President EMEA bei Druva.

VMware Cloud on AWS expandiert in Europa

Mehr Funktionen für Migration und Anwendungsschutz

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23.05.18 - Der bereits im vergangenen August zur VMworld 2017 verkündete On-Demand-Cloud-Service „VMware Cloud on AWS“ startet jetzt auch in Europa richtig durch. Ab sofort können Partner von VMware bzw. Amazon Web Services die Hybrid Cloud Services nicht nur aus dem AWS-Rechenzentrum in London, sondern auch – und dies sollte für viele deutsche Kunden interessant sein – in Frankfurt am Main anbieten. lesen

Durch das neue Angebot verringert sich die Latenzzeit für den Datentransfer erheblich. Die Nutzer können ihre auf VMware basierende Private Cloud (SDDC) einfach auf Bare Metal in der Public Cloud von AWS transferieren. Das Ergebnis ist eine Hybrid Cloud, die von mehreren Hochverfügbarkeitsfunktionen geschützt wird. Bislang betrug die Mindestgröße für einen VMC-Cluster vier Hosts. In Frankfurt/Main kommt VMware den Kundenwünschen entgegen und stellt vorübergehend einen Single-Host „zu einem niedrigen, kalkulierbaren Preis“ bereit, auf dem sich Tests ausführen lassen. Die Laufzeit des Single Host SDDC ist auf 30 Tage begrenzt. Danach, so die Vorstellung VMwares, sollen die Kunden vom Single-Host auf den Vier-Host-Cluster upgraden. VMware garantiert Konformität mit DSGVO und HIPAA.

Weitere Verfügbarkeiten

Amazon Sumerian wird ebenfalls für die Frankfurt/Main Region verfügbar. Sumerian ist eine Entwicklungsumgebung für Virtual Reality, Augmented Reality und Avatare. Ein Avatar wird von AWS als „Virtueller Host“ bezeichnet. Da ein Avatar sowohl Sprache erkennen als selbst sprechen sollte, kommen dabei mehrere Services für Künstliche Intelligenz zum Einsatz: Amazon Lex, Amazon Polly und – für die Bilderkennung – Amazon Rekognition.

Wie Ralf Herbrich, Managing Director des Amazon Entwicklungszentrums Deutschland in Berlin, berichtete, sind bei Amazon rund tausend Mitarbeiter mit KI beschäftigt. „Das Ziel ist es, KI-Erkenntnisse in Code und Libraries zu überführen, um sie so den Buildern bereitstellen zu können: Entwicklern, Analytikern, Data Scientists und Designern.“

Als Plattform für KI dient Amazon Sagemaker, das bereits zwölf Algorithmen kostenlos bereitstellt. Laut Glenn Gore, soll mit Sagemaker und der darunterliegenden Infrastruktur die Entwicklung von Apps und Services, die auf Machine Learning basieren, um ein Mehrfaches im Vergleich zu herkömmlichen Methoden beschleunigt werden. Dabei hat der Entwickler die Wahl zwischen seinen bevorzugten Neuronalen Netzwerken, sei es Tensorflow, Caffé oder MXNet. Die GPUs von Nvidia (Tesla V100) dürften erheblich zur Beschleunigung beitragen. Jupyter-Support und Training mit Hyperparameter-Optimierung sollen Nutzern schnelle, brauchbare Ergebnisse liefern. Als Kunden nannte Gore Verizon, Erento sowie Datajet.

AWS zu Spot(t)-Preisen fast gratis nutzen

Kostengünstige Nutzung von Amazon Web Services

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30.07.18 - Auf dem AWS Summit 2018, der Anfang Juni in Berlin stattfand, erzählte Glenn Gore, der Chief Architect von Amazon Web Services, dass über 60 AWS-Services kostenlos zur Verfügung stünden und es zahlreiche Möglichkeiten gebe, die Abo-Gebühr für Services wie EC2 auf ein Zehntel des „Normalpreises“ zu senken. Diese verlockende Aussicht ist, wie eine Analyse zeigt, kein potentielles PR-Geflunker, sondern auf Euro und Cent nachprüfbar. lesen

Anwenderbeispiel Scout24

Scout24 betreibt große digitale Marktplätze wie etwa AutoScout24 und ImmobilienScout24. Sieben von zehn Nutzern gehen mobil auf diese Portale, wo der Kontakt zwischen Anbietern und Suchenden vermittelt wird. Durch das dynamische Wachstum und den Plan, weitergehende Consumer Services zu entwickeln, stößt die IT-Infrastruktur aber an ihre Grenzen. „Wir sind ein datengetriebenes Unternehmen“, erläutert Markus Schmidberger, Head of Data Technology bei Scout24.com. „Jeder zweite unserer 1.200 Mitarbeiter analysiert die Daten selbst.“ Die BI-Tools sind Microstrategy, Alation (als Data Catalog) und ein Hadoop-Cluster. Sie laufen alle bereits in der Cloud.

Seine IT-Abteilung plant aufgrund des hohen Nutzungsgrads, auch jene Ressourcen und Applikationen, die noch im Rechenzentrum laufen, in die Cloud zu migrieren, v.a. auf AWS-Ressourcen. „Die Vorteile liegen auf der Hand: schnelle Innovation, Agilität, Skalierbarkeit, Kosteneffizienz, aber vor allem Ausfallsicherheit.“ Als beispielsweise in Berlin eine Fliegerbombe am Hauptbahnhof gefunden wurde, konnte das IT-Team nicht zum Rechenzentrum gelangen.

Eines der bedeutendsten neuen Angebote von AutoScout24 ist die Preisbewertung. Ist ein Angebot für einen Wagen Top oder Flop? Anhand von 70 Kriterien findet die Prediction Engine heraus, welchen Marktwert ein Angebot für potenzielle Käufer hat. „Mit AWS“, erzählt Schmidberger, „gelang es uns, den komplexen Algorithmus für diesen Wert performant berechnen zu lassen.“ Was vor zwei Jahren noch 3,5 Tage (!) zu berechnen dauerte, werde mittlerweile in 17 Sekunden erledigt. „Und das bei Kosten, die hundert Mal niedriger liegen als vor zwei Jahren.“

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