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Windows Tools, die man kennen sollte – Windows Recovery Environment (WinRE) Automatische und manuelle Betriebssystemreparatur mit Windows PE

| Autor / Redakteur: Frank Castro Lieberwirth / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Windows Automated Installation Kit (WAIK) stellt eine Entwicklungsumgebung für ein Windows PE-Abbild bereit. Windows PE (Windows Preinstallation Environment) 3.0 basiert auf dem Windows 7-Kernel und ist ein 32-Bit-Betriebssystem mit eingeschränkten Diensten. Windows RE ist Teil von PE und erlaubt die OS-Reparatur.

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Der WinPE-Fischfang – Windows Recovery!
Der WinPE-Fischfang – Windows Recovery!
( Archiv: Vogel Business Media )

Die Hauptaufgaben von Windows PE sind die Image-basierende Installation von Windows 7 und die automatische und manuelle Betriebssystemreparatur.

Im Falle der Reparatur heißt Windows PE dann „Windows Recovery Environment“ oder kurz Windows RE. Dann erhält der Anwender die Windows-Wiederherstellungsumgebung als grafische Benutzeroberfläche. Wie beim Windows PE, können auch in Windows RE eigene Programme und Treiber benutzerdefiniert integriert werden.

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Der Sachverhalt findet sich in der technischen Referenz beschrieben. Er wird hier praktisch aufbereitet, um ihn so einem breiteren Publikum zugänglich zu machen (siehe Abbildungen). Auf mögliche Fehlerquellen wird ebenso hingewiesen.

Vorbereiten der Abbilder (Images)

Das WinRE-Abbild befindet sich im großen Windows-7-Abbild. Daher muss zunächst das Installations- Abbild ausgepackt werden, um anschließend das WinRE-Abbild in ein Arbeitsverzeichnis zu extrahieren.

Folgende Arbeitsschritte sind empfehlenswert:

  • 1. Vorbereiten der Entwicklungsumgebung (Beispiel): a.: Verzeichnis \OS7_image ist Quellverzeichnis für die Wim-Image-Datei; b.: Verzeichnis \OS7_image\mount ist Stammverzeichnis für ausgepackte install.wim-Datei aus a.; c.: Verzeichnis \WinRE ist Quellverzeichnis für WinRE-Abbild; d.: Verzeichnis \WinRE\Mount ist Stammverzeichnis für ausgepackte WinRE.wim-Datei aus c.
  • 2. Auspacken des aktuellen Windows 7- Abbilds, d.h. es kann auch ein benutzerdefiniertes install.wim mit aktuellen Patches usw. verwendet werden. Befehl: ImageX /mountrw ; Beispiel: ImageX /mountrw e:\OS7_image\install.wim 1 e:\OS7_image\mount
  • 3. Datei aus der Quelle kopieren: Im Verzeichnis „Recovery“ befindet sich die Datei „WinRE.wim“. Diese ist aus der Quelle zu kopieren. Beispiel: copy e:\OS7_image\Mount\windows\system32\recovery\winre.wim e:\winre
  • 4. Das kopierte Abbild wird wie im Schritt 2 ins entsprechende Arbeitsverzeichnis ausgepackt. Beispiel: ImageX /mountrw e:\winre\winRE.wim 1 e:\winre\mount

Hinzufügen von Treibern

Das Windows PE-Tool dism.exe fügt neue Treiber in das ausgepackte Windows RE- Abbild hinzu. Dism.exe kopiert die Inf-Dateien in das Standardverzeichnis für Treiber, z.B. in E:\WinRE\Mount\Windows\inf\.

Für den ersten neuen Treiber wird eine oem0.inf-Datei erstellt und für alle weiteren Treiber wird entsprechend „hoch gezählt“ (oem1.inf, oem2.inf, usw.).

Mit dem Parameter /Recurse werden nicht nur die Treiber des jeweiligen Quellverzeichnisses verwendet, sondern auch die in den Unterverzeichnissen. Nicht signierte Treiber benötigen den Parameter /ForceUnsigned. Dism.exe unterstützt nur Treiber im INF-Format und keine EXE-Dateien.

Der Befehl mit Option lautet wie Folgt:

Dism /image: /Add-Driver: /Recurse [/ForceUnsigned]

Beispiel:

Dism /image:e:\winre\mount /Add-Driver:f:\drivers /Recurse

Packen des Abbilds

Nachdem das Abbild mit Treibern oder Dienstprogrammen erweitert worden ist, muss es wieder neu gepackt werden. Hierbei ist die /commit-Option sehr wichtig, denn ohne sie würden die Änderungen nicht übernommen werden. Es ist sehr wichtig, dass alle mit dem Mount-Verzeichnis assoziierten Fenster und Anwendungen geschlossen sind!

Beispiel: ImageX /unmount /commit e:\winre\mount

Bemerkung: Das angegebene Verzeichnis im Beispiel ist der Abbildpfad. Falls noch ein Fenster offen sein sollte, gibt es eine Fehlermeldung und das Abbild wird nicht „/unmounted“. Eine Kontrolle im Task-Manager hilft, die störende Anwendung zu schließen. Da schon ein „Commit“ gelaufen ist, benötigt man anschließend nur noch ein „Unmount“. Falls dennoch etwas offen bleibt, hilft ein „Cleanup“.

Beispiel:

  • ImageX /unmount e:\winre\mount
  • ImageX /cleanup

Weitere Verwendung

Das neue WinRE-Abbild kann anschließend wieder in die Installations-CD unter Anwendung des oben genannten Verfahrens eingebaut werden. Oder man erstellt ein bootfähiges Medium in Form eines USB-Sticks oder einer CD.

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