Open Banking für wiederkehrende Zahlungsprozesse Ausfallsichere Zahlungen auf der eigenen Webplattform

Autor / Redakteur: Sascha Nagel* / Elke Witmer-Goßner

Für die Zahlung von Cloud-Services und Subscriptions erfreut sich die Online-Lastschrift großer Beliebtheit. Aber nicht für jedes Szenario ist die Zahlungsmethode bisher nutzbar. Teure Zahlungsmethoden und fehlgeschlagene Zahlungen belasten Händler. Open Banking und Payment Intelligence machen es möglich, den Online-Zahlungsprozess zu optimieren.

Firmen zum Thema

Open Banking vereinfacht den Zahlungsprozess für Kunden und Unternehmen; die Online-Lastschrift z.B. ist für Cloud-Services und Subscriptions eine wichtige Zahlungsmethode.
Open Banking vereinfacht den Zahlungsprozess für Kunden und Unternehmen; die Online-Lastschrift z.B. ist für Cloud-Services und Subscriptions eine wichtige Zahlungsmethode.
(Bild: © nito - stock.adobe.com)

Die Vorteile der Lastschrift für wiederkehrende Zahlungen liegen auf der Hand: Einmal eingerichtet, müssen sich weder das Unternehmen noch der Kunde um die pünktliche, regelmäßige Zahlung kümmern. 29 Prozent der Verbraucher bevorzugen den Bankeinzug für die Bezahlung digitaler Abonnements, wie ein Report zu Zahlungspräferenzen der Verbraucher im Jahr 2021 von GoCardless zeigt. Die Lastschrift ist bei Verbrauchern beliebt und für Händler ausfallsicherer als andere Methoden, denn im Gegensatz zu einer auslaufenden Kreditkarte ändert sich ein Konto selten bis gar nicht. Die Lastschrift kostet Händler außerdem nur geringe Gebühren und verhilft zu kürzeren Forderungslaufzeiten von wenigen Tagen, während Kreditkartenzahlungen bis zu 30 Tage dauern können. In dieser Hinsicht gilt sie als die Zahlungsmethode Nummer eins, die den Cashflow optimiert.

Eine Zahlungsmethode für alle Szenarien

85 Prozent der von GoCardless befragten Händler mit wiederkehrenden Umsätzen wickeln zusätzliche, einmalige Zahlungen ab. Dies kann die erste Zahlung bei der Einrichtung einer Lastschrift sein, etwa bei der Anmeldung für eine Mitgliedschaft, aber auch der Kauf zusätzlicher Waren oder Dienstleistungen sowie das Aufladen eines Kontos außerhalb des Zahlungsplans eines Kunden.

Während Bank-zu-Bank-Zahlungen viele Vorteile für Verbraucher und Unternehmen bieten, ist die Geschwindigkeit der Zahlungsautorisierung ein Nachteil. Die Lastschrift, wie wir sie kennen, ist deswegen nicht für alle Zahlungsszenarien optimal einsetzbar. Wenn Kunden online kaufen, wollen sie auch sofort eine Leistung erhalten, während Händler Zahlungssicherheit brauchen. Deswegen sind viele Händler bei Einmal- und Sofortzahlungen gezwungen, auf Kartenzahlungen auszuweichen, um das Produkt oder die Leistung sofort freigeben oder liefern zu können.

Solche Bankkarten-Transaktionen sind mit hohen Kosten verbunden, da viele Parteien beteiligt sind. Und diese wollen Gewinn erzielen oder zumindest ihre Kosten decken: Inkassokosten, Netzwerkgebühren für Visa oder Mastercard sowie von der Bank erhobene Gebühren. Hinzu kommt, dass Kunden ohne Kreditkarte bei Erst- oder Zusatzzahlungen zeitaufwändige, manuelle Überweisungen vornehmen, also den umständlichen Weg über eine zweite Zahlungsmethode gehen müssen. Der Bruch im Kaufprozess ist programmiert.

Was ist Open Banking?

Das Gabler Banklexikon definiert Open Banking als ein Konzept, das Endkunden erlaubt, „ihre persönlichen Finanzdaten über offene Schnittstellen verschiedenen Banken bzw. Finanzdienstleistern oder FinTech-Unternehmen zugänglich zu machen“. In Zeiten zunehmender Digitalisierung sollen damit neue Finanz-Services entwickelt und angeboten werden können.

Die Verbindung zwischen Kunde und Finanzinstitut wird technisch über offene Schnittstellen wie API oder SOA realisiert. Zudem sorgen regulatorische Vorgaben wie die Richtlinie für Zahlungsdienste PSD2 ( Payment Services Directive) für die rechtliche Absicherung von bargeldlosen Finanz-Dienstleistungen.

Alternative für Einmal- und Sofortzahlungen

All diese Probleme von Händlern mit wiederkehrenden und einmaligen Zahlungen werden mit der Kombination von Open Banking und Lastschriftverfahren innerhalb einer Plattform gelöst. Open Banking wird eine sofortige Bestätigung der Zahlungsautorisierung liefern, so dass sie einen sofortigen Überblick über ihre einmaligen Zahlungen haben, und die Bankabbuchung wird weiterhin ihre Cashflow-, Kosten- und Kundenbindungs-Vorteile bieten. Instant Bank Pay von GoCardless wird Lastschrift- und Sofortzahlungen mit der Open-Banking-Technologie kombinieren, so dass jedes Zahlungsszenario – ob wiederkehrende, einmalige oder Sofortzahlungen von neuen oder bestehenden Kunden – über eine einzige Plattform abgewickelt werden kann. Kunden werden automatisch mit ihrer Online-Banking-Plattform verbunden und autorisieren die Zahlung. Händler können einfach eine Zahlungsaufforderung mit einem Paylink (Request to Pay) senden oder die Zahlungsoption direkt in ihren Checkout-Flow einbauen. Wie bei einer mobilen Geldbörse (Digital Wallet) sind die Zahler nahtlos mit ihrer Bank verbunden und können die Zahlung mit wenigen Klicks autorisieren.

Automatische Buchung sichert Cashflow und Kunden

Und wenn doch mal eine Zahlung fehlschlägt? Obwohl der Bankeinzug die ausfallsicherste Zahlungsmethode ist, kann es natürlich vorkommen, dass ein Konto mal nicht gedeckt ist. Insbesondere in Krisenzeiten tritt dieses Problem häufiger auf. Bei wiederkehrenden Zahlungen errechnet die Payment-Intelligence-Technologie Success+ von GoCardless den statistisch besten Zeitpunkt für ein gedecktes Konto und löst automatisch einen erneuten Bankeinzugsprozess aus. Dies spart Kosten für Rückbelastungen und administrativen Aufwand – denn Finanzabteilungen müssen Zahlungen nicht mehr hinterherjagen und vor allem keine Kunden mehr wegen fehlgeschlagener Zahlungen kontaktieren.

Diese Automatisierung wirkt sich besonders auf den Geschäftserfolg aus, weil sie das Risiko von Kundenabwanderung reduziert. Denn folgen auf Zahlungsausfälle Telefonate oder gar Mahngebühren, führt dies zu einer negativen Customer Experience. Deswegen kann schon eine einzige Zahlungsproblematik der Kundenbeziehung schaden oder sie beenden. In Deutschland führen fehlgeschlagene Zahlungen in durchschnittlich 11 bis 15 Prozent der Fälle zur Abwanderung von Kunden wie eine Studie von Forrester Consulting aus dem Jahr 2020 zeigt.

Mithilfe automatisierter Online-Lastschrift und Payment Intelligence können Unternehmen fehlgeschlagene Zahlungen und damit schlechte Customer Experience reduzieren. Außerdem können so die Forderungslaufzeit von Zahlungen minimiert werden. Die Zahlungsausfallrate von Kreditkarten, die in Deutschland branchenübergreifend im Durchschnitt bei 7 Prozent liegt, kann auf unter 2 Prozent gesenkt werden – ganz automatisch, ohne administrativen Aufwand.

Sascha Nagel, GoCardless.
Sascha Nagel, GoCardless.
(Bild: GoCardless)

Auf Basis neuer Technologien entwickelt sich die hierzulande so beliebte Lastschrift derzeit zum Allrounder unter den Online-Zahlungsmethoden – sowohl für Zahler als auch für Anbieter. Fintechs, die sich neue Technologien zunutze machen, schaffen mit Open-Banking- und Payment-Intelligence-Features ganz neue Möglichkeiten für den Online-Zahlungsprozess, der nicht nur einfach zu integrieren ist, sondern der Zahlungen für alle Beteiligten noch einfacher und sicherer gestaltet als bisherige Zahlungsmöglichkeiten.

* Der Autor Sascha Nagel ist Sales Director beim Fintech GoCardless.

(ID:47507347)