Native Apps, HTML5 und die Suche nach einem geräteübergreifenden Standard App-Experten sehen Windows Phone 7 und Samsung Bada im Kommen

Redakteur: M.A. Dirk Srocke

Mobile Anwendungen und das Internet werden zunehmend verschmelzen, so der Tenor des Diskussionspanels „Medien-Apps“ auf dem Medientreffpunkt Mitteldeutschland. Trotz HTML5 werden Inhalteanbieter mittelfristig dennoch nicht an nativen Apps vorbeikommen. Experten rechnen dabei auch mit den Underdogs Microsoft Windows Phone 7 und Samsung Bada.

Firma zum Thema

Content-Anbieter bestanden in Leipzig auf der Kontrolle über eigene Inhalte.
Content-Anbieter bestanden in Leipzig auf der Kontrolle über eigene Inhalte.
( Archiv: Vogel Business Media )

Anfang des Monats haben sich Medienmacher, Analysten und Techniker auf beim Medientreffpunkt Mitteldeutschland in Leipzig zusammengefunden. Auf dem Panel „Medien-Apps - Monetarisierung und Marketing“ diskutierten die Experten über die Zukunft mobiler Apps.

Und die ist vielfältig, glaubt Heike Scholz, selbstständige Beraterin und Gründerin des Blogs mobile Zeitgeist: „Behalten Sie Microsoft und Samsung im Auge!“ Mit Windows Phone 7 und Bada könnten die beiden Hersteller künftig einen entscheidenden Anteil am Markt mobiler Betriebssysteme einnehmen. Eine Konsolidierung auf ausschließlich Apples iOS oder Google Android hält die Expertin für unwahrscheinlich.

Suche nach passender App-Plattform

Dem entsprechend schwierig wird für App-Anbieter auch die Entscheidung für passende Plattformen. Roman Schmelter von ARD-aktuell, Anbieter der Tagesschau-App, wünscht sich: „Es muss eine Technik gefunden werden, die Inhalte auf allen Endgeräten abbildet.“ Inwieweit HTML5 diesem Anspruch gerecht werden kann ist allerdings strittig. Gegen den Standard spricht, dass native Apps deutlich performanter laufen.

Bei der Podiumsdiskussion wurde zudem deutlich, dass die Medien-Anbieter möglichst wenig Kontrolle über eigene Inhalte abgeben wollen. Roman Schmelter begründet das einerseits mit einer möglichst komfortablen Nutzererfahrung beim Anwender und fasst plakativ zusammen: „Stumpf ist Trumpf“. RSS-Feeds seien lediglich für technisch versierte Nutzer aufrufbar und Videos laufen nur innerhalb einer dedizierten App garantiert auf mobilen Endgeräten.

Kontrolle und Nutzungsverhalten

Georg Maas vom MDR ergänzt die Argumentation um eine Anbietersichtweise. So wolle man Zugriff auf die Darstellung eigener Inhalte behalten und wissen was mit dem eigenen Content passiere.

Im weiteren Verlauf der Diskussion stellte sich zudem heraus, dass auch Apps keine Selbstläufer beim Kunden sind. „Man stolpert nicht zufällig über eine App“, meint etwa Dirk Reusch, Experte für Mobile Media bei iPUBLISH, einer Tochter der Ganske-Verlagsgruppe. Hohe Downloadzahlen allein sind jedoch kein hinreichendes Maß für den Erfolg mobiler Anwendungen, denn: „70 bis 80 Prozent aller Apps werden einmal geladen und dann nie wieder genutzt“, berichtet Heike Scholz.

(ID:2051441)