IBMs Cloud-Strategie fundiert auf Iaas und PaaS Analytik und Prozesse in cleveren Cloud-Apps zusammenbringen

Autor / Redakteur: Michael Matzer / Elke Witmer-Goßner

IBM will in seiner neuen Geschäftseinheit IBM Cloud seine Services für Infrastruktur und Analytik verbinden, um innovative Cloud- und Mobil-Applikationen zu unterstützen sowie die Modernisierung alter Anwendungen auf den Weg zu bringen. Dafür sind viele Data Scientists vonnöten, doch die sind Mangelware.

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IBM setzt mit Softlayer und Bluemix auf eine globale Cloud-Infrastruktur, die Datensicherheit wie Datenschutz sicherstellen soll sowie dem Kunden die Freiheit lässt, wo er seine Anwendung betreiben und seine Daten speichern will.
IBM setzt mit Softlayer und Bluemix auf eine globale Cloud-Infrastruktur, die Datensicherheit wie Datenschutz sicherstellen soll sowie dem Kunden die Freiheit lässt, wo er seine Anwendung betreiben und seine Daten speichern will.
(Bild: IBM)

Mit seinen weltweit verteilten Rechenzentren, die u.a. von Softlayer verwaltet werden, will IBM eine global vernetzte Infrastruktur anbieten, die sowohl Infrastructure-as-a-Service (IaaS) erlaubt, als auch Platform-as-a-Service (PaaS) für Public, Private, Dedicated und Hybrid Cloud bereitstellt. Auf der PaaS Bluemix können Entwickler ein Framework von über 2.000 IBM- und Partner-Services nutzen, um rasch Cloud- und Mobilanwendungen zu entwickeln und auf Softlayer bereitzustellen.

Robert LeBlanc, Senior Vice President, Cloud and Software Solutions, IBM.
Robert LeBlanc, Senior Vice President, Cloud and Software Solutions, IBM.
(Bild: IBM)
Diese globale Infrastruktur soll nach Angaben des weltweiten Leiters der IBM Cloud, Robert LeBlanc, die Datensicherheit wie auch den Datenschutz sicherstellen, indem erstens jedes Rechenzentrum die Gesetze des jeweiligen Landes befolgt und zweitens der Kunde die volle Kontrolle darüber hat, wo er seine Anwendung betreiben und seine Daten speichern will. „Die Sicherheit der Datenübertragung gewährleistet unser privater Netzwerk-Backbone, der die Daten in einem VPN verschlüsselt“, erläutert LeBlanc.

Die totale Anbindung

Durch Allianzen mit SAP und Apple hat IBM bereits dafür gesorgt, dass seine Rechenzentren jetzt und künftig gut ausgelastet sind. Während Apple von IBM die Daten der Smartwatch verwalten und auswerten lässt, stellt SAP seinen Kunden die HANA Enterprise Cloud auf Softlayer zur Verfügung. So können sie HANA-Funktionen flexibel und performant nutzen. „Wir sehen, dass immer mehr SAP-Kunden ihre Workloads auf Softlayer-Rechenzentren verschieben“, so LeBlanc, „denn sie wollen weltweit optimale Antwortzeiten für ihre Cloud- und Mobilanwendungen sicherstellen.“

Sebastian Krause, Vice President, IBM Cloud Europe, IBM Deutschland.
Sebastian Krause, Vice President, IBM Cloud Europe, IBM Deutschland.
(Bild: IBM)
„Unsere Kunden wollen agil, also in kurzer Time-to-Market, Anwendungen entwickeln, die innovativ sind und sich global nutzen lassen“, berichtet Sebastian Krause, auf europäischer IBM-Seite für die IBM Cloud zuständig. Dafür stehe ihnen mit Bluemix ein Ecosystem zur Verfügung, das auch zahlreiche deutsche Lösungen zusammenbringt. Der wichtigste Treiber, der laut Krause die Nachfrage befriedigt, ist die Anbindung der Frontend-Apps mit den Transaktionsdaten, die in den Backend-Systemen verarbeitet werden, um neue Prozesse zu erstellen – oder um alte auf Vordermann zu bringen. So wollen beispielsweise viele Firmen nicht nur ihre Außendienstler unterstützen, sondern auch enger und schneller mit ihren Endkunden interagieren, erzählt LeBlanc. Die optimale Anwendung dafür sei eine Analytics-App.

Die milliardenschweren Investitionen Big Blues in Datenbanken und Analytics scheinen sich nun auszuzahlen. Auf der PaaS Bluemix werden diese Datenquellen für Analysezwecke bereitgestellt, um damit Web und mobile Anwendungen mit Daten zu versorgen, so etwa mit den Watson Analytic Services. Die Cloud-Services von Watson Analytics stehen im Internet mit über hundert Diensten bereit. Das jüngste Angebots IBMs ist die Watson Health Cloud. „Wir sammeln Patienten- und andere Gesundheitsdaten, anonymisieren sie und stellen sie Medizinern und Forschungseinrichtungen auf Anfrage zur Verfügung“, berichtet LeBlanc und betont die Datensicherheit ebenso wie den Datenschutz der so erhobenen, weitergeleiteten und verarbeiteten Daten. „Wir sind uns der Vertraulichkeit der Daten bewusst; deshalb bleiben sie stets innerhalb des jeweiligen Landes.“

Alles nur zum Kundennutzen

„Der eigentliche Wert dieser im Web bereitstehenden Informationen erschließt sich aber erst in der individuellen Ansprache des Nutzers und seinem positiven Erlebnis der Nutzung“, gibt LeBlanc zu bedenken. Erst zufriedene, individuell angesprochene Kunden seien treue und somit profitable Kunden. „Alle 30 bis 60 Tage wird eine neu geladene App wieder vom Smartphone gelöscht – das muss nicht sein“, weiß der IBM-Manager. Die Nutzungsprofile lassen sich auswerten, um bessere Apps zu schaffen: „Erst Kontext und Einblick zusammen schaffen kognitives Computing.“ Diesem gehöre die Zukunft der Cloud.

Für die Kundenzufriedenheit durch ein positives Nutzungserlebnis spielt zusätzlich der Aspekt der Echtzeit eine wichtige Rolle. Mithilfe von Twitter und IBM können Unternehmen beispielsweise Nachrichten in Echtzeit auswerten, um herauszufinden, wie ihr neues Produkt ankommt. Social Media Analytics betreiben immer mehr IBM-Kunden, so etwa das Medienforschungsunternehmen Prime Research. Information Retrieval bietet der deutsche Branchenneuling Keeeb an. Personalisierte und lokalisierte Wettervorhersagen lassen sich vom Weather Channel in Echtzeit besorgen, und südkoreanische Supermarktkunden bekommen Sonderangebote auf ihr Handy geschickt, während sie noch vor der Kasse warten. Mit der Carsharing-App Moovel, einer deutschen Koproduktion mit der Daimler AG, kann der Kunde künftig nicht mehr nur in Deutschland, sondern auch in USA und Kanada personalisierte Carsharing-Angebote wahrnehmen.

Terrain für noch mehr Experten

Alle diese prozessorientierten Apps basieren auf der Integration von Cloud-Services auf einer einheitlichen IaaS- und PaaS-Plattform. Die Integration, die Entwicklungsarbeit sowie das optimierte Deployment nehmen Solution Architects vor, die in diversen Programmen IBMs Firmengründern weltweit unter die Arme greifen. Um die optimale Analytik kümmern sich zudem Data Scientists, nach denen weltweit eine wachsende Nachfrage, an denen aber auch eine große Knappheit besteht. „Wir haben diese Datenanalytiker in unseren Beratungsdiensten“, so LeBlanc, und Krause ergänzt: „IBM hat die höchste Quote von Mathematikern, die von einem Privatunternehmen beschäftigt werden.“ Daher investiere Big Blue signifikant in diesen Bereich. „Cloud Analytics und Beratung sind daher auch die Bereiche mit der höchsten Wachstumsrate in meiner Geschäftseinheit“, berichtet Robert LeBlanc.

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