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Bell Labs zeigen Netzwerkprotokolle und wirtschaftlichen OFDM-Generator auf InP-Basis Alcatel-Lucent schickt Daten mit 156 Gbit/s über 400 Kilometer

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Alcatel-Lucent hat gezeigt, wie sich Daten per Glasfaser noch schneller als bisher übertragen lassen. Der Forschungszweig Bell Labs erreicht mit einer verdoppelten Spektraleffizienz Transferraten von 156 Gbit/s über 400 Kilometer. Neben einem OFDM-Generator hat der Hersteller zudem Spezifikationen für neue Transportnetzprotokolle vorgestellt.

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Alcatel-Lucent verdoppelt die Leistung heutiger Übertragungstechniken.
Alcatel-Lucent verdoppelt die Leistung heutiger Übertragungstechniken.
( Archiv: Vogel Business Media )

Alcatel-Lucents Forschungszweig Bell Labs hat einen Blick auf die optischen Innovationen der nächsten Generation gewährt und optimierte Verfahren zur schnellen Datenübertragung vorgestellt. Als Podium hierfür nutzte der Anbieter die Optical Fiber Communication Conference and Exposition (OFC) und die National Fiber Optic Engineers Conference (NFOEC), die Anfang März in Los Angeles stattfanden.

Durch eine Verdopplung der Spektraleffizienz will der Anbieter künftig Übertragungsraten von 156 Gigabit/s über Strecken von 400 Kilometern Länge erreichen. Die dafür präsentierte Lösung arbeitet mit elektronischen Hochleistungsschaltungen. Diese nutzen eine 64-QAM-Modulation (Quadrature Amplitude Modulation) und setzen analoge in digitale Signale um. Glaubt man Alcatel-Lucent, lassen sich mit dem Verfahren doppelt soviele Informationen übertragen, wie mit den derzeit auf den Markt kommenden 100-Gigabit/s-Systemen.

Reduzierte Photonenzahl

Die für die Übertragung von Daten erforderliche Photonenzahl konnte Alcatel-Lucent auf die Hälfte reduzieren. Für entsprechend empfindliche Empfänger sorgt eine Impulsphasenmodulation (16-ary Pulse Position Modulation).

Erstmals hat Alcatel-Lucent auch die Informationsübertragung über eine neue Multimodefaser demonstriert. Mit dieser könne die Kapazität eines einzigen Faserbündels um Größenordnungen gesteigert werden, verspricht der Anbieter. Neben modernem Glasfaserdesign und digitaler Signalverarbeitung hat der Hersteller laut eigenen Angaben auch aufwändiges Mode- und Core-Coupling genutzt.

Indiumphosphid ermöglicht preiswerten OFDM-Generator

Bell Labs hat zudem einen voll integrierten optischen OFDM-Generator (Orthogonal Frequency Division Multiplexing) gezeigt, welcher integrierte, photonische Schaltungen auf Basis von Indiumphosphid (InP) nutzt. Mit dieser Technologie sollen künftig gleichermaßen leistungsstarke wie kostengünstige OFDM-Systeme gebaut werden.

Ebenfalls vorgestellte Spezifikationen für Transportnetzprotokolle sollen es Unternehmen künftig außerdem erleichtern, auf große Datenverarbeitungskapazitäten zuzugreifen. Anwendungsszenarien hierfür sind High Performance Computing und in die Cloud ausgelagerte Recheninfrastrukturen.

Die jetzt vorgestellten Ansätze sollen mittel- bis langfristig in die Entwicklung marktreifer Systeme einfließen.

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