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Regeln und Strukturen sind Sache der Organisationen Agilität ist vor allem eine Frage der Architektur

| Autor / Redakteur: Knut Lünse * / Florian Karlstetter

Agile Software-Entwicklung kann letztlich nur auf der Basis einer flexiblen Architektur gelingen. Und die muss vor allem ein Diktum unterstützen: Weg von der Implementierung hin zur Modellierung.

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Knut Lünse, CTO bei SAPHIR: „Der Fokus muss weg von der Implementierung hin zur Modellierung.“
Knut Lünse, CTO bei SAPHIR: „Der Fokus muss weg von der Implementierung hin zur Modellierung.“
( Archiv: Vogel Business Media )

Es ist einer der größten Irrtümer der IT-Geschichte und er wird jeden Tag von Anwendern, Dienstleistern und Herstellern gleichermaßen aufs Neue begangen oder wiederholt: die Suche nach Standards.

Und das gilt besonders, wenn es um die Einführung neuer Software geht. Die Frage nach Standards fällt dabei fast schon zwanghaft. Gerade so, als ob es irgendwo auf der Welt zwei Unternehmen gäbe, die sich vollkommen gleichen würden.

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Viel wichtiger wäre es, stattdessen nach den Prioritäten zu fragen: Was macht das eigene Geschäftsmodell aus und wie kann die Technologie dazu beitragen, eben dieses Geschäftsmodell zu unterstützen.

Stattdessen fragen Unternehmen, wenn sie sich mit dieser Frage befassen, besonders oft nach Branchenstandards. Das mag daran liegen, dass sich in vielen Betrieben die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass der Diskurs mit der IT in aller Regel zu Missverständnissen führt und meist reichlich unerquicklich verläuft. Der Reflex nach Standards zu fragen, mag so betrachtet zwar nur der Versuch sein, der eigenen IT ein Schnippchen zu schlagen, um die Auseinandersetzung mit ihr zu vermeiden. Trotzdem bleibt das jedoch ein Fehler und ist viel zu kurz gesprungen.

Strukturen müssen von den Anwendern kommen

Wenn Technologie ein etabliertes Geschäftsmodell unterstützen soll, muss sie die Regeln und Strukturen der Organisation berücksichtigen. Die jedoch obliegen immer dem Unternehmen selbst. Das reicht von den ablaufenden Geschäftsvorgängen bis hin zu den Zuständig- oder Verantwortlichkeiten. Und zwar sowohl innerhalb als auch außerhalb des Unternehmens. Erschwerend kommt an dieser Stelle hinzu, dass sich diese Regeln in einer volatileren Geschäftswelt häufig ändern. Genau das führt jedoch die permanente Suche nach Standards einmal mehr ad absurdum.

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Freilich kann auch der konventionelle Software-Entwicklungsansatz keine befriedigende Lösung für dieses Problem bieten. Dazu ist er viel zu schwerfällig. Überhaupt sind die IT-Leute ja oft eine recht eigenwillige Spezies: Das Wissen über die Software steckt vielfach nur im Kopf der Entwickler. Und damit sind sie natürlich ein unverzichtbares Asset, auf das man gar nicht verzichten kann. Ein wirkliches Interesse für mehr Transparenz zu sorgen, kann so jedoch nicht entstehen.

weiter mit: Implementierung muss in den Mittelpunkt rücken

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