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Digital Lifestyle 7 Gadgets für den Fahrradfrühling

Autor / Redakteur: Peter Koller / Rainer Graefen

Das schöne Wetter am Wochenende hat die Straßen wieder mit Fahrradfahrern bevölkert. Zeit, einen Blick auf elektronische Gadgets zu werfen, die für mehr Sicherheit, Komfort und Fahrspaß sorgen.

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Das Wetter lädt endlich wieder zum Radeln ein: Gadgets sorgen dabei für mehr Sicherheit, Komfort und Fahrspaß
Das Wetter lädt endlich wieder zum Radeln ein: Gadgets sorgen dabei für mehr Sicherheit, Komfort und Fahrspaß
(Cambridge Consultants)

Frühlingszeit – Fahrradzeit. Das Smartphone ist dabei für viele schon genauso selbstverständlich wie der Fahrradcomputer. Aber es gibt darüber hinaus noch eine ganze Reihe von anderen elektronischen Gadgets, die für mehr Sicherheit, Komfort oder einfach nur Spaß beim Treten in die Pedale sorgen. Das meiste davon kann man noch nicht im Fahrradladen um die Ecke kaufen – aber ein kleiner Blick in die nahe Zukunft lohnt sich für eingefleischte Radler auf jeden Fall: 7 Gadgets für den Fahrradfrühling:

1. Intelligente Automatikgangschaltung

(Cambridge Consultants)
Gangschaltungen, die sich elektronisch betätigen lassen, gibt es schon, etwa von Shimano. Konsequent weitergedacht wurde die Idee von den Ingenieuren von Cambridge Consultats, die die erste elektronisch gesteuerte Automatikschaltung für Fahrräder entwickelt haben. Dabei wird eine elektronische Shimano-Schaltung von einer iPhone-App gesteuert.

Das Smartphone ist am Lenker angebracht und berechnet die Schaltvorgänge aufgrund von Sensoren, die die Umdrehungszahl der Räder und der Kurbel per Bluetooth übermitteln. Gehen diese zurück – etwa weil es einen Berg hinaufgeht – wird automatisch einen Gang zurückgeschaltet. Das soll aber erst der Anfang sein. Chefentwickler Tim Ensor: "Wir könnten in Zukunft auch das GPS des Handys nutzen, um auf die Topologie der Route einzugehen oder einen Herzmonitor, um die Vitalwerte des Fahrers mit einzubeziehen." Bislang ist die intelligente Automatik nur ein Prototyp, Cambridge Consultants verhandelt aber dem Vernehmen nach bereits mit Herstellern.

2. Mind Rider Helmet

(Arlene Ducao)
Der Fahrradhelm ist ohne Zweifel das wichtigste "Gadget" beim Fahrradfahren – und vielleicht regt er gerade deswegen die Phantasie der Designer besonders stark an. Die Palette reicht vom Helm, der konzeptionell genau wie ein Schädel funktioniert bis zum Luma-Helm mit integriertem Blinker und Bremslicht. Auf integrierte LEDs setzt auch der MindRider-Helm der MIT Media Lab Studentin Arlene Ducao. Was die LEDs im Gedankenleser-Helm anzeigen, ist allerdings der Gemütszustand des Trägers. Grüne LEDs signalisieren den anderen Verkehrsteilnehmer einen fokussierten, konzentrierten und entspannten Fahrer. Rot bedeutet Zustände wie Angst oder Erschöpfung und blinkende rote LEDs signalisieren der Umgebung einen Panik-Zustand. Um das zu ermitteln, funkt eine EEG-Elektrode Elektroenzephalogramm-Daten per Bluetooth an einen Arduino-Mikrocontroller zur Auswertung und Ansteuerung der LEDs.

(Chaotic Moon)
Falls das nicht hilft und es dennoch zu einem Zusammenstoß kommt, könnte das Konzept des texanischen Designers John Poindexter zumindest sicherstellen, dass der Übeltäter nicht davonkommt. Nachdem er selbst von einem Auto, dessen Fahrer flüchtete, verletzt wurde, entwickelte er gemeinsam mit seinem Arbeitgeber Chaotic Moon einen Helm mit sieben integrierten Minikameras. Wenn sich ein Zusammenstoß anbahnt, dann aktiviert ein Bewegungssensor die Kameras, die ein 360-Grad-Panorame aufnehmen und bis zu zwei Stunden Video auf einen im Helm integrierten USB-Stick speichern. Nach einem Hersteller für die Kamerahelm-Blackbox wird gerade gesucht.

3. Bike Zone

(Bike Zone)
Neben den Helmen ist es besonders die Fahrradbeleuchtung, die es Gadget-Entwicklern angetan hat. Nachdem die LEDs die Bikes dank Leuchtkraft und Energieeffizienz im Sturm erobert haben – bis hin zu den Felgen – , sind nun Laser als Fahrrad-Trendbeleuchtung angesagt. Einen virtuellen Fahrradweg projiziert XFIRE Bike Lane zum Beispiel auf die Straße. Ein ähnliches Ziel verfolgt das Projekt BLAZE auf Kickstarter, das ein Fahrradsymbol auf die Straße wirft.

Ein Stück weiter geht das Konzept Bike Zone (Foto) der Designer Gran Guo, Hung Wang und Stuart Morrow, das den Radler in den Mittelpunkt einer Raute stellt und Richtungswechsel durch multiple Pfeile anzeigt. Die ringförmigen Strahler werden dabei um Lenker und Sattelstütze montiert.

In eine etwas andere Richtung zielt ein von Matt Richardson erdachter Prototyp, der vorwiegend der Information des Radfahrers dient und ihm in einer Kombination aus Temposensor, Raspberry Pi und Miniatur-Laserbeamer das jeweilige Tempo auf der Straße anzeigt, wie folgendes Youtube-Video von Richardson zeigt.

Ein Warnhinweis sei aber erlaubt: Mit der deutschen Straßenverkehrsordnung dürften sich diese Laser-Beleuchtungen wohl nur schwerlich in Einklang bringen lassen

4. EcoXPower

(ECOXPOWER)
Wer es deswegen bei der Fahrradbeleuchtung etwas konventioneller möchte, dem sei alternativ zum Beispiel ECOXGEAR empfohlen. Das System wird an der Vorderachse befestigt und integriert Stromgenerator, Lithium-Akku, LED-basierte Front- und Rückleuchten, sowie ein USB-Ladekabel für Smartphone oder GPS-Empfänger. Dafür werden im Shop des Herstellers rund 100 US-$ fällig.

5. BTPS Bike Tire Pressure System

(ibtps)
Beim Fahrrad ist der richtige Reifendruck vielleicht noch wichtiger als beim Auto: Schließlich muss man einen erhöhten Rollwiderstand hier selbst per Muskelkraft ausgleichen. Beim Auto sorgen mittlerweile oft integrierte Reifendrucksensoren für die richtige Luftmenge in den Pneus, nun sollen bald auch Fahrradfahrer in diesen Genuss kommen. Zumindest wenn es nach dem US-schweizerischen Startup IBTPS geht. Dessen Reifendruckmodul wiegt sieben Gramm, misst den Luftdruck bis zu 12 bar und wird wird direkt im Fahrradreifen montiert. Eine integrierte Batterie soll rund zwei Jahre halten, die Daten werden per energiesparendem Funkstandard ANT+ / Bluetooth 4.0 an das Smartphone oder einen Fahrradcomputer übertragen. Das System kann auf diesem Weg auch Alarm geben, wenn der Reifendruck während der Fahrt gefährlich absinkt.

6. PowerPac

(Ideso)
Damit man im Frühling auf der Straße eine gute Figur macht, lohnt es sich, vorab ein wenig zu trainieren. Dazu gibt es Rollentrainer, bei denen die Reifen auf Rollen laufen, so dass man quasi im Stehen treten kann. Schade nur, dass die viele Energie dabei ungenutzt verloren geht.

Aber das muss nicht so sein, dachte sich die südafrikanische Designschmiede Ideso und entwickelte das Konzept PowerPac, das die Bewegungsenergie in elektrischen Strom umsetzt und speichert. 80 Minuten Strampeln ergeben eine Ladung von 132 Wh. Ideal, um etwa ein Pedelec zu laden – auf dem man in jedem Fall eine gute Figur macht... Für das Konzept hat Ideso einen reddot design award bekommen

7. Vibrobelt

Der Vibrobelt leitet Radler mittels Vibrationen in die richtige Richtung.
Der Vibrobelt leitet Radler mittels Vibrationen in die richtige Richtung.
(Bild: Fitmax)
Navigation ist auch für Radfahrer eine feine Sache, jedes bessere Smartphone hat mittlerweile GPS integriert – aber schon einmal versucht, bei strahlendem Sonnenschein Google Maps auf dem Smartphone-Display zu entziffern? Eine Lösung glauben Wissenschaftler der Universität von Amsterdam mit dem Vibrobelt entwickelt zu haben. Der Gürtel hat vibrierende Aktuatoren integriert, die gespeist von einem Smartphone-Navi am Bauch, am Rücken oder an den Seiten vibrieren, um die entsprechende Richtung zu einem Ziel anzuzeigen. Über spezielle Vibrationsmuster wird zudem die Entfernung bis zum Ziel übermittelt.

Ein Vergleichstest mit einer Navigation per Smartphone am Lenker mit 20 Freiwilligen ergab, dass die Vibrationsgelenkten zwar nicht unbedingt schneller waren – sich aber an deutlich mehr landschaftliche Details von der Route erinnern konnten als ihre Kollegen, die meistens auf den Smartphone-Screen gestarrt haben. Und darum geht es ja schließlich beim Biken, oder?

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