Suchen

Kommentar zu brachliegenden Potenzialen im PaaS-Geschäft 2011-as-a-Service – Ein Herz für Teilprozesse

Autor / Redakteur: Raimund Schlotmann, Itella Information GmbH / Elke Witmer-Goßner

Die Analysten von Gartner haben das laufende Jahr als „Jahr der Platform-as-a-Service“ ausgerufen und wagen die Prognose, dass alle großen Softwarehäuser und Cloud-Spezialisten der Nachfrage entsprechend neue Angebote in diesem Bereich, wie etwa Business-Process-Management-Lösungen, auf den Markt bringen werden.

Firma zum Thema

Jeder Prozess im Unternehmen muss durchleuchtet werden und auf seine Effizienz hin überprüft werden, fordert Raimund Schlotmann von Itella Information.
Jeder Prozess im Unternehmen muss durchleuchtet werden und auf seine Effizienz hin überprüft werden, fordert Raimund Schlotmann von Itella Information.
( Archiv: Vogel Business Media )

Das Thema „as a Service“ hat jedoch längst noch nicht alle Unternehmensbereiche erfasst, kritisiert Raimund Schlotmann, Director Business Unit Purchase to Pay and Global Solution Marketing bei Itella Information. Warum gerade die oft nicht beachteten Teilprozesse eines Unternehmens großes Potential bieten, erklärt er im Folgenden:

Der Trend zu As-a-Service-Angeboten ist sicherlich eine spannende Entwicklung für Unternehmen. Jedoch wird hier oftmals zu kurz gegriffen. Denn meist geht es um Datenbanksysteme, Entwicklungs-Tools oder Applikationscontainer, wenn man im Unternehmen über solche Dienste spricht. Kostentreiber sind aber oft die Prozesse, die vom Unternehmen stiefmütterlich behandelt werden und allein deshalb zu viele Ressourcen binden – so etwa der Rechnungsprozess.

Verschwendetes Potenzial

Bei zunehmender Konkurrenz im Markt und sinkenden Margen ist eine solche Einstellung Teilprozessen gegenüber fast schon fahrlässig. Jeder Prozess im Unternehmen muss durchleuchtet werden und auf seine Effizienz hin überprüft werden. Zunächst mögen für die dann nötige Prozessoptimierung weitere Kosten anfallen, doch langfristig lohnt sich ein solches Unterfangen.

Als wesentlicher Aspekt im Betriebsablauf eines Unternehmens ist der Rechnungsprozess oft verkrustet. Hier besteht dann definitiv die Möglichkeit, die Effizienz zu steigern. Weil Rechnungen einen wesentlichen Aspekt im Betriebsablauf jedes Unternehmens darstellen, ist die Angst vor einem Kontrollverlust durch Outsourcing auf Unternehmensseite jedoch entsprechend groß.

Eine elegante Möglichkeit stellen Financial-Processes-as-a-Service dar, die die Umstellung der Prozesse erlauben, ohne dass das Unternehmen Kontrolle aus der Hand gibt. Durch den Einsatz von On-demand-Diensten können Kosten schnell und effizient reduziert werden. Als Ergebnis wird der Prozess kostentransparenter und günstiger abgewickelt. Zudem muss das Unternehmen keine Ressourcen vorhalten, um schwankende Rechnungsvolumina aufzufangen. Der Dienstleister kümmert sich as-a-Service – wie der Name schon sagt – on-demand auf Anfrage um die Abwicklung.

Effizienz durch Vollständigkeit

Für eine optimale Umstellung ist es wichtig, sich den gegenwärtigen Prozess genau anzuschauen und sein jeweiliges individuelles Optimierungspotenzial zu erkennen. Hierbei kann es sich um Zentralisierung gewisser Teilprozesse oder deren Konsolidierung etwa in Shared Service Centern, Standardisierung oder Industrialisierung des gesamten Prozesses handeln.

Wenn ein Unternehmen über Effizienz nachdenkt, sollte es sich fragen, ob es wirklich alle Prozesse in seine Überlegung mit einbezieht. Selbst ein rudimentärer Prozess birgt Optimierungspotenzial. Meine Forderung für die kommenden Monate ist daher nicht nur ein „Platform as a Service-Jahr“, sondern vielmehr ein „ Processes-as-a-Service-Jahr 2011“, in dem brachliegende Potenziale auch in Teilprozessen endlich gehoben werden.

(ID:2051206)