Elcomsoft Cloud eXplorer

Wissen, was Google weiß

| Autor: Elke Witmer-Goßner

Google sammelt aus allen angebotenen Services Anwenderdaten, die sehr versteckt gespeichert werden und selbst dem Nutzer meist nicht zugänglich sind.
Google sammelt aus allen angebotenen Services Anwenderdaten, die sehr versteckt gespeichert werden und selbst dem Nutzer meist nicht zugänglich sind. (Bild: Gradt, Fotolia)

Google ist nicht gerade zimperlich, wenn es darum geht, persönliche Daten zu speichern und archiviert daher beinahe alles, was dazu beiträgt ein möglichst vollständiges Profil des Nutzers erstellen zu können.

Was viele Nutzer nicht wissen: Mit einem Google-Mail-Konto ist heute weit mehr verknüpft als nur ein E-Mail-Postfach. Loggt man sich bei irgendeinem Service von Google ein, kann Google die ganze Browser-History von Chrome, den Verlauf getätigter Suchanfragen oder auf YouTube angesehene Videos dem Nutzer zuordnen. Umso mehr Dienste Google anbietet, umso vollständiger wird das Bild, dass Google von einem Nutzer zeichnen kann. Und da die meisten Android-Nutzer für ihr Smartphone ein extra Google-Konto anlegen, können auch alle Smartphone-Aktivitäten ihrem Konto zugeordnet werden. Darunter fallen ebenfalls in Google Play hinterlegte Bezahlinformationen oder über Google Maps abgefragte Routen und Adressen. Noch gravierender dürfte sein, dass Google auch Adressbücher, Nachrichten und Passwörter von Android-Smartphones in der Cloud archiviert.

Informationelle Selbstbestimmung

Dass Nutzer sich mit ihrem Google-Mail-Konto auch bei Google+, YouTube, Google Play und vielen weiteren Diensten anmelden können, mag einerseits komfortabel für den Nutzer sein, ist auf der anderen Seite aber auch ein Risiko. Denn gelangt jemand Fremdes an die Login-Information, so hat er im Zweifelsfall nicht nur Zugriff auf E-Mails oder Fotos, sondern auch auf Adressen, Standort-Informationen, Passwörter, Bezahlinformationen und vieles mehr.

Mit dem Elcomsoft Cloud eXplorer (ECX) gibt es nun eine forensische Software, die alle Daten aus allen Quellen bei Google extrahieren kann. „Zielgruppe unserer Lösungen sind klassischerweise Behörden, die in ihre IT-Forensik investieren“, erläutert Vladimir Katalov, CEO des russischen Spezialisten für Passwort-Sicherheits-Software Elcomsoft. Allerdings habe man bei den Explorern wie dem Cloud eXplorer zunehmend eine zweite Kundengruppe. Gerade in Deutschland sei das Thema „informationelle Selbstbestimmung“ sehr groß, d.h. viele Nutzer wollen einfach wissen, was Google weiß. Sie wollen sehen, welche Daten gesammelt wurden und was sie wissentlich oder unwissentlich im Laufe der Jahre über sich preisgegeben haben.

Der ECE legitimiert sich bei Google einfach mit Google ID (zum Beispiel der Google-Mail-Adresse) und dem zugehörigen Passwort. Anschließend kann man mit dem ECE alle Daten aller Google-Dienste, die mit diesem Konto verknüpft wurden, auslesen und downloaden. Dazu gehören auch Passwörter im Klartext, mit denen Ermittler auch auf weitere Dienste Zugriff erlangen können.

Blick auf das Verborgene

Für Ermittler dürften vor allem jene Daten im Vordergrund stehen, die von Google auch dem Nutzer gegenüber verborgen werden. Einblicke in die Such- und Browser-History sind oftmals aufschlussreicher, als Bilder und Dokumente in der Google Cloud. Denn Dateien können willentlich gelöscht werden, während viele Nutzerdaten nur sehr versteckt gespeichert sind und selbst dem Nutzer oft nicht zugänglich sind.

Mit einer ungeheuren Marktmacht ist Google in vielen Bereichen bereits so dominant, dass es nur sehr wenige Personen gibt, zu denen Google so gut wie keine Daten gespeichert hat. Hinzu kommt, dass Google mit seinen zahlreichen Diensten und mit seinem Betriebssystem Android in nahezu allen Bereichen Daten sammelt. Ermittler finden also nicht nur zu fast jeder Person Daten, sie haben auch Zugriff auf ein breites Spektrum persönlicher Daten. Adressbücher, Nachrichten, Kalendereinträge, Fotos, Geoinformationen, Suchhistorie, Browserverlauf, Routenplaner, Passwörter, Verbindungsinformationen, YouTube-Konten, Google+ und vieles mehr sind einem Account und somit einer Person zuzuordnen.

Der Elcomsoft Cloud eXplorer ist ab sofort verfügbar. Der Preis liegt bei 1.995 Euro (zzgl. MwSt.). Aktuell steht das Tool zum vergünstigten Preis von 1396 Euro zur Verfügung. Für Kunden anderer Elcomsoft-Lösungen gibt es Rabatte. Eine verfügbare Testversion erlaubt den Zugriff auf die Google-Cloud, jeweils beschränkt auf die zehn neuesten Datensätze. Der Elcomsoft Cloud eXplorer läuft ab Windows Vista bzw. Windows 2003.

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Kommentar abschicken

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 43805550 / Recht und Datenschutz)