iPaaS fügt Anwendungen in hybride Infrastrukturen ein

Wie Integrationsplattformen die digitale Transformation beschleunigen

| Autor / Redakteur: Michael Morton* / Elke Witmer-Goßner

iPaaS-Lösungen versetzen Mitarbeiter jedes Geschäftsbereichs ohne Programmierkenntnisse in die Lage, Integrationen im Drag-and-Drop-Verfahren vorzunehmen.
iPaaS-Lösungen versetzen Mitarbeiter jedes Geschäftsbereichs ohne Programmierkenntnisse in die Lage, Integrationen im Drag-and-Drop-Verfahren vorzunehmen. (Bild: © Trueffelpix - Fotolia)

Eine der größten Herausforderungen bei der digitalen Transformation ist es, die vielfältigen Subsysteme der IT miteinander zu verknüpfen, Schnittstellen zu Drittanbietern zu schaffen und zwischen Innovationsprojekten und Legacy-Lösungen eine Brücke zu bauen.

Auf diese Weise wird es möglich, Daten aus unterschiedlichen Quellen in Echtzeit zusammenzuführen und auszuwerten, Geschäftsprozesse zu beschleunigen oder neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Mitarbeitern, Kunden und Partnern zu etablieren.

Immer mehr Unternehmen greifen zu diesem Zweck auf Integration-Platform-as-a-Service (iPaaS) zurück. Dem Marktforschungsinstitut Arcluster zufolge wird das Marktvolumen für iPaaS bis 2021 auf 2,15 Milliarden US-Dollar ansteigen. iPaaS ist eine cloud-basierte Lösung, um Anwendungen innerhalb einer hybriden Infrastruktur zu integrieren. Laut der Analysten von Forrester streben aktuell viele Unternehmen danach, „die Integration mit Cloud-Anwendungen zu vereinfachen, unternehmensspezifischen Code zu vermeiden, die Agilität zu erhöhen und gleichzeitig den Bedarf an spezialisierten Integrations-Skills zu verringern. iPaaS kann dabei helfen.“ Wo früher Programmierkenntnisse vonnöten waren, können mit einer iPaaS-Lösung Mitarbeiter aller Geschäftsbereiche Integrationen im Drag-and-Drop-Verfahren blitzschnell entwerfen, testen und ausrollen. Der Umweg über einen Programmierer entfällt somit und die Innovationsgeschwindigkeit steigt.

Fünf Beispiele aus der Praxis

Die folgenden fünf Praxisbeispiele zeigen ganz konkret, welche Vorteile die Cloud-Integrationsplattformen bringen und wie iPaaS die digitale Transformation in Unternehmen unterstützt:

  • 1. Flexible Cloud-Anwendungen: Cloud-Anwendungen sind in Geschäftsbereichen wie HR, Kundensupport oder Sales längst Standard. Ein gutes Beispiel liefert Taleo Talent Management, eine Lösung von Oracle. Mit Hilfe von iPaaS macht Taleo es möglich, Mitarbeiterdaten im Kontext unterschiedlichster Geschäftsprozesse einzusehen und zu bearbeiten.
  • 2. Nahtlose Nutzererfahrung auf Mobilgeräten: Unternehmen bauen ihre Business-Plattformen aus, um Mitarbeitern überall und zu jederzeit Zugriff auf Unternehmensressourcen geben zu können. Zumeist erfolgt der Zugriff über Smartphones und Tablets. FieldFX entwickelt eine mobile Lösung für das Betriebsmanagement im Außendienst, die es zum Beispiel an Mineralölunternehmen und Erdgaskonzerne verkauft. iPaaS kommt hier zum Einsatz, um Kunden die Anbindung an ERP, CRM und andere Systeme zu ermöglichen. So können sie entscheidende Geschäftsprozesse wie Quote-to-Cash oder die Bestandsverwaltung straffen. In der Konsequenz steigen Umsatz und Effizienz.
  • 3. Kollaborationstools: Unternehmen versuchen die Zusammenarbeit zwischen Mitarbeitern, Partnern und Kunden fortlaufend zu verbessern. Die Kommunikation und der Austausch von Dateien sollen immer einfacher werden. SAP Ariba, ein Kollaborationsnetzwerk für Handelspartner, nutzt iPaaS, damit Kunden Transaktionen und Kollaborationen vollautomatisiert über das Ariba-Netzwerk abwickeln können und gleichzeitig nicht auf ihr bevorzugtes CRM-, ERP- oder Accounting-System verzichten müssen.
  • 4. Business Analytics in Echtzeit: Zugang zu Echtzeit-Informationen ist für Entscheidungsprozesse auf allen Ebenen der Unternehmenshierarchie von Bedeutung. Salesforce Wave Analytics hilft Unternehmen, ihre Salesforce-Daten in Echtzeit in entscheidungsrelevante Erkenntnisse umzuwandeln. Dank iPaaS sind Salesforce-Kunden in der Lage, auch Daten aus anderen Quellen in Wave zu integrieren und somit ein vollständigeres Bild zu erhalten.
  • 5. Zusammenführung von IoT-Daten: Sensoren, Wearables und andere Geräte aus dem Internet der Dinge (IoT) liefern Informationen, die Unternehmen kosten-effizienter, transparenter und reaktionsschneller machen. iPaaS dient hier dem Zweck, die Daten von Geräten, Gateways, Servern, On-Premise-Datenbanken, On-Premise-Anwendungen, Cloud-Datenbanken, Cloud-Anwendungen und aus anderen Quellen zusammenzuführen. So können sie systematisch ausgewertet werden und Einsichten schaffen, die Unternehmen zur Steuerung der zunehmend komplexen Prozesse im IoT dringend benötigen.

Ohne eine schnelle und flexible Integrationsstrategie auf der Basis von iPaaS wäre möglicherweise keines dieser Modelle umsetzbar gewesen, da lange Entwicklungszeiten und prohibitiv hohe Kosten das verhindert hätten.

Prinzipielle Vorteile von iPaaS

Neben diesen konkreten lassen sich drei prinzipielle Vorteile von iPaaS anführen. Der erste Vorteil ist die Freisetzung von Ressourcen für Innovationsprojekte. Gerade in großen Unternehmen stellt die fehlerhafte Allokation von Budget und Personal oftmals eine entscheidende Hürde für Innovation dar. Wenn die IT weniger Geld in neue Hardware oder schwierige Integrationsprojekte investieren muss und gleichzeitig Redundanz bei Daten und Anwendungen durch eine verstärkte Integration verringern kann, kann ein größerer Teil des Budgets in die Erschließung neuer Technologien und Geschäftsmodelle fließen. Der zweite Vorteil ist der Rückbau der Schatten-IT. Wenn es der IT-Abteilung nicht gelingt, neue digitale Services in angemessener Zeit bereitzustellen, weichen Nutzer im Unternehmen oft auf selbstgeschaffene Alternativen aus. So entsteht die Schatten-IT, die das Risiko für Datendiebstähle und -pannen signifikant erhöht. Wenn Unternehmen die Agilität und Geschwindigkeit ihrer IT-Abteilung durch iPaaS erhöhen, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass ungeduldige Nutzer auf Schatten-IT ausweichen. Drittens sichern sich Unternehmen durch die Implementation von iPaaS auch für die Zukunft ab. Es ermöglicht den sukzessiven Austausch von Legacy-Systemen durch Cloud-Apps und damit eine kontinuierliche Weiterentwicklung der hybriden IT.

Michael Morton, Dell Boomi.
Michael Morton, Dell Boomi. (Bild: Dell Boomi)

Je komplexer die IT im Unternehmen, desto schwieriger wird es, ein Entwicklungstempo aufrechtzuerhalten, das den Erfordernissen der digitalen Transformation angemessen ist. Eine flexible Integrationsstrategie auf Basis einer entsprechenden Plattform schafft hier Abhilfe.

* Der Autor Michael Morton ist Chief Technology Officer bei Dell Boomi.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44745875 / System-Management)