Digitalisierung als Chance

Was Embedded Software für Unternehmen spannend macht

| Autor / Redakteur: Alois Schwarz * / Elke Witmer-Goßner

Auch Hardware-integrierte Softwarelösungen lassen sich über ihren ganzen Lebenszyklus hinweg schützen und monetarisieren.
Auch Hardware-integrierte Softwarelösungen lassen sich über ihren ganzen Lebenszyklus hinweg schützen und monetarisieren. (Bild: Forelle66, Fotolia)

Internet der Dinge, Big Data, Industrie 4.0 – die Schlagwörter der letzten Zeit zeigen eines deutlich: Der Wert eines Geräts steckt mittlerweile nicht mehr ausschließlich in der Hardware, sondern definiert sich auch durch die Embedded Software.

Immer mehr traditionelle Geräte-Hersteller wandeln ihre Produktlinien zu intelligenten und mit dem Internet verbundenen Geräten um. Folglich ändern sich auch die Geschäftsmodelle, denn mit margenstarken Softwareprodukten lässt sich ein höherer Anteil am Gesamtumsatz erzielen. Vor allem dann, wenn es Unternehmen gelingt den Wert ihrer Software über Lizenzierungen zu schützen und sie über den ganzen Lebenszyklus hinweg lückenlos zu managen.

Software Supply Chain als „Muss“

Hardware-Herstellern fällt die erfolgreiche Monetarisierung der Embedded Software und digitaler Lösungen oft schwerer als man denkt. Anders als bei materiellen Produkten wie Geräte erhalten Kunden bei einer Software eine „Nutzungslizenz“. Diese kann sich im Laufe der Zeit verändern und wachsen. Eine tragende Säule stellt dabei das Thema Supply Chain für Software mit automatisierten Prozessen für die Lizenzgenerierung, die Bereitstellung von Updates und Patches sowie für die Konfiguration der Geräte dar.

Sind Unternehmen nicht in der Lage, Software über ihre gesamte Lebensdauer auf diese Art zu managen, vergeben sie die Chance zusätzliche Umsatzquellen zu erschließen. Warnsignale für Unternehmen sind beispielsweise, das Erneuerungen von Wartungsangeboten und Abonnementverlängerungen unter den in der Branche üblichen 85 bis 95 Prozent liegen und Verlängerungen zu spät beantragt werden oder unvollständig sind. Außerdem besteht keine Möglichkeit gezielte Upselling-Kampagnen zu entwickeln, um Kunden zusätzliche Leistungen zu verkaufen. Der Umsatz sinkt dann um bis zu 5 bis 10 Prozent. Und schließlich zeigen Audits der umsatzstärksten Kunden eine in der Regel um zehn Prozent höhere Softwarenutzung als in den Lizenzbedingungen vereinbart.

Drei Schritte zu einer effektiven Supply Chain

Mit einfachen Schritten können Unternehmen die Potenziale von Embedded Software effektiv ausschöpfen:

  • 1. Preisgestaltung: Der angemessene Preis für Software hängt davon ab, wie wertvoll die Lösung für den Kunden ist. Daher ist es wichtig, flexible Preismodelle zu entwickeln, die den Wert der Software widerspiegeln, der Nachfrage am Markt entsprechen und sich nach Performance, Funktionalität, Nutzung oder Kapazität richten.
  • 2. Sicherheit: Verfügt eine Software nicht über angemessene Kontrollmechanismen kann sie leicht kopiert und über die Vereinbarung hinaus genutzt werden. Integrierte oder hinzugefügte Lizensierungstechnologien wie Anwendungseinschränkungen bei Compliance-Verstößen wirken dem entgegen.
  • 3. Planung: Unternehmen sollten sicherstellen, dass die Wertschöpfungskette den Anforderungen eines wiederkehrenden Umsatzmodells für Software gerecht wird. Eine Lösung hierfür ist ein Berechtigungsmanagement, mit dem Nutzer über ein Konto ihre Softwarelizenzrechte einsehen und verwalten können. In Verbindung mit Lizensierungstechnologien bietet es ein Verzeichnis aller Lizenzrechte und einen Überblick der Nutzungsaktivitäten.

Alois Schwarz, Flexera Software.
Alois Schwarz, Flexera Software. (Bild: Flexera)

* Alois Schwarz ist Vice President Software Monetization Solutions EMEA für Flexera Software.

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