Heterogenität schaffen

Viele Clouds, viel Verwirrung

| Autor / Redakteur: Olf Jännsch* / Elke Witmer-Goßner

Cloud-Services sind auf den ersten Blick unkompliziert, schnell und günstig – haben aber auch ihre Schwächen.
Cloud-Services sind auf den ersten Blick unkompliziert, schnell und günstig – haben aber auch ihre Schwächen. (Bild: Ra2 Studio, Fotolia)

Der Erfolg von Enterprise-Cloud-Services wie Salesforce, Concur, Taleo oder Microsoft Office 365 ist darauf zurückzuführen, dass sie schnell, einfach und zu geringen Implementierungskosten profitabel einsatzfähig sind.

Damit entsprechen sie dem genauen Gegenteil der langjährig genutzten Systems of Record – auch als Legacy-Systeme bekannt –, die als komplex, träge und kostspielig bei Updates gelten. Wie fast alle Dinge, haben aber auch Cloud-Services ihre Stärken und Schwächen.

In Diskussionen mit Verantwortlichen aus den IT- und Fachabteilungen bezüglich der Einführung von Cloud-Services kommen immer wieder zwei Themen zur Sprache, die es zu bewältigen gilt: Die erste Herausforderung sind verstreute Daten. Unternehmensdaten befinden sich heute, zusätzlich zu den vielfältigen On-premise-Systemen, in Dutzenden von Cloud-Silos.

Eine 360-Grad-Sicht auf das Unternehmen zu erlangen, kann sich daher als enorm schwierig erweisen. Geht es beispielsweise um die Profitabilität einer Produktlinie, müssen eine Vielzahl von Details ermittelt werden: beispielsweise die Informationen aus den Auftragsbüchern und Ausgangsrechnungen der ERP-Systeme, die sich abzeichnenden Kundenpotenziale aus Salesforce, die Ermittlung der Kosten für Wartung und Support aus ServiceNow und die Reisekosten aus Concur.

Und Herausforderung Nummer zwei: heterogene Entwicklungssysteme. Viele Anbieter von Enterprise-Cloud-Services ermöglichen nicht nur eine Anpassung der vorhandenen Funktionalitäten, sondern auch die Erstellung von Anwendungen und Mobile Apps, die völlig neue Funktionalitäten bereitstellen.

Die meisten Softwarehersteller bieten aber nur proprietäre Entwicklungs-Tools, mit denen Unternehmen lediglich Applikationen für eine bestimmte Enterprise Cloud erstellen können. Nutzen sie mehrere Cloud-Services, müssen sie auch mehrere Tools verwenden – ganz zu schweigen von den zahlreichen proprietären Entwicklungswerkzeugen, wie sie die Hersteller von On-premise-Applikationen im Rahmen ihrer Anwendungsmodernisierungs- und Transformationsinitiativen bereithalten.

Überblick behalten

Für Unternehmen bedeutet das: Sie sollten den zunehmenden Einsatz von Cloud-Services durch eine grundlegende Strategie sowohl für die Datenintegration als auch für die Applikationsentwicklung begleiten. Ansonsten werden sie nicht die erwünschten Geschäftsvorteile der Cloud, wie Flexibilität, Agilität und schnelle Time-to-Market, realisieren können. Sie enden dann vielmehr mit einer Vielzahl von Dateninseln, die sich nur schwer für Data-Mining- und BI-Zwecke erschließen lassen, und mit schwerfälligen Entwicklungs-Tools, mit denen sie nicht in der Lage sind, einfach und schnell neue Applikationen zu erstellen.

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