Cloud-/Netzwerk-Dateisysteme wie Dropbox, Box.net, SkyDrive & Co.

Vermehrte Nachfrage von Web-Diensten für die Datensynchronisation

| Autor / Redakteur: Axel Oppermann / Florian Karlstetter

Cloud-/Netzwerk-Dateisysteme wie Dropbox, Box.net, SkyDrive & Co. sind auf dem Vormarsch. Doch wie steht es um die Sicherheit?
Cloud-/Netzwerk-Dateisysteme wie Dropbox, Box.net, SkyDrive & Co. sind auf dem Vormarsch. Doch wie steht es um die Sicherheit?

Netzwerk-Dateisysteme für die Synchronisation von Dateien zwischen verschiedenen Rechnern und Benutzern finden zunehmend auch in Unternehmen Einsatz. Der allzu sorglose Umgang beim Austausch gerade von geschäftskritischen Daten über einen File-Hoster birgt aber auch Gefahren hinsichtlich Datenschutz und Compliance.

Cloud Computing ist eine Technologie – so hat es die IT-Industrie in den letzten Jahren gepredigt – welche die enorme Leistungsfähigkeit von Computern und Rechenzentren auf der ganzen Welt ausnutzt, miteinander verknüpft und über das Internet verbindet. Dienste und Anwendungen werden zunehmend durch dieses Bereitstellungsmodel geprägt. Soziale Netzwerke, Messaging-Plattformen zum Hören von Online-Musik, Video-Sharing-Websites, die Verwaltung von Notizen, Cross-Plattform-Synchronisation von Dokumenten etc. sind Werkzeuge, die auf Cloud-Computing aufbauen und die bereits eine breite Mehrheit im alltäglichen Gebrauch nutzt.

Längst Alltag

Quasi jedermann, der im Internet aktiv ist, nutzt wissentlich oder in der Regel unwissentlich, Anwendungen, die auf Cloud Computing basieren. Privatanwender nutzen Webmail-Dienste (Yahoo! Mail, Hotmail, Gmail, ...), soziale Netzwerke (Facebook, MySpace, Twitter, ...), Dienste für den Austausch von Fotos und Videos (Flickr, Dailymotion, YouTube ...) oder Plattformen für das Hören von Musik (Spotify, Deezer, ...) und vieles mehr.

Eine Kategorie von Services, die sich auch immer öfter in Unternehmen verbreitet - teilweise ohne Wissen der IT-Abteilung oder Genehmigung der Unternehmensleitung – sind Netzwerk-Dateisysteme für die Synchronisation von Dateien zwischen verschiedenen Rechnern und Benutzern. Die Organisation dieser Prozesse erfolgt über spezielle Applikationen für die unterschiedlichen Client-Plattformen (Windows, iOS, Mac OS etc.) oder den Browser. Die Nutzung erfolgt losgelöst von Hardware-Formfaktoren (Pad, Smartphone, Notebook etc.).

Cloud-Netzwerk-Dateisysteme auf dem Vormarsch

Eine Abgrenzung dieser Services von denen der klassischen Filehoster kann über das Geschäftsmodell erfolgen. Filehoster monetarisieren ihre Services regelmäßig über unterschiedliche Preis- und Servicelevel, bezogen auf die Downloadgeschwindigkeit. Anbieter für Cloud-Netzwerk-Dateisysteme haben Speichervolumen oder Zusatzfunktionen wie etwa Freigaben für Benutzergruppen als monetäre Stellschraube für sich entdeckt. Gleichfalls arbeiten diese Anbieter stark mit Werbung zur Finanzierung ihrer Dienste.

Geprägt wird dieser Markt einerseits von jungen dynamischen Unternehmen - wie Dropbox oder Box.net - sowie etablierten Größen der IT-Industrie wie exemplarisch Microsoft (mit SkyDrive). Anbieter wie Box.net werden beispielsweise von Unternehmen wie Salesforce oder SAP finanziert. Während sich Dropbox besonders bei Privatanwendern, Studenten und zunehmend bei Unternehmen hoher Beliebtheit erfreut, zielt Box.net besonders stark auf Geschäftskunden ab.

Ziel dieser Services ist es, nicht eine „Mensch-zu-Mensch-“ Kommunikation in den Vordergrund zu stellen, sondern vielmehr eine Verbindung von „Mensch – Inhalt - Mensch“ zu forcieren. Dies erfolgt über Geräte- und Plattformgrenzen hinweg. Die Daten landen oftmals in den großen Cloud-Rechenzentren von Amazon (wie im Falle Dropbox) oder im schlimmsten Fall in Rechenzentren von Anbietern mit noch geringerer Reputation hinsichtlich Datenschutz und Datensicherheit.

Herausforderung für Unternehmen

Der Trend des Laissez-faire im Datenaustausch, der über die Gewohnheiten des Anwenders aus seiner privaten Lebenswelt und der geänderten Arbeitsweise entsteht, stellt IT-Abteilungen und Unternehmen vor große Herausforderungen. Auf der einen Seite werden durch den sorglosen Austausch von Daten die Unternehmens-Anforderungen hinsichtlich Compliance und Governance ausgehöhlt. Auf der anderen Seite zählen Dienste und Programme, die den Austausch von Daten über Geräte- und Unternehmensgrenzen hinweg ermöglichen, zu modernen Unified-Collaboration-Konzepten.

Lösungen wie SkyDrive oder Dropbox werden sowohl für den Ad-hoc-Austausch von Daten genutzt als auch als zentrale Plattform in kleinen Projekten oder als zentrales Cloud Repository. Bevorzugt werden diese Services, da sie für den Anwender eine unproblematische und pragmatische Lösung bereitstellen. Die Risiken für Unternehmen beginnen beim Datenschutz – hier insbesondere bei der Speicherung von personenbezogenen Daten außerhalb der EU – und geht hin bis zur „Datenakquise“ (=Wirtschaftsspionage) chinesischer oder indischer Organisationen.

IT-Verantwortlichen in Unternehmen ab 250 Mitarbeitern wird empfohlen, im Rahmen der UC- bzw. UCC-Strategie Konzepte zu entwickeln und Lösungen anzubieten, die es den Anwendern erlauben, den Ad-hoc-Austausch von Dateien mit Dritten zu orchestrieren. Gleiches gilt für die Bereitstellung der Inhalte, losgelöst vom Device und unter bestimmten Umständen auch außerhalb des Firmennetzwerks.

Experton Group Research: IT-Verantwortliche gesucht

Die Experton Group führt aktuell ein Researchprojekt im Themenfeld „Cloud-/Netzwerk-Dateisysteme“ durch. Hierzu sucht das Analystenhaus noch IT- und Fachverantwortliche die im Rahmen telefonischer Expertengespräche einige Fragen beantworten können. Kontaktaufnahme bitte direkt per E-Mail an Herrn Axel Oppermann von der Experton Group.

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