Was war, was wird

Verizon blickt auf Vergangenheit und Zukunft

| Redakteur: Elke Witmer-Goßner

Die digitale Welt wird die Unternehmen im vor uns liegenden Jahr wie auch in den kommenden Jahren verändern.
Die digitale Welt wird die Unternehmen im vor uns liegenden Jahr wie auch in den kommenden Jahren verändern. (Bild: Oakozhan, Fotolia)

Alljährlich veröffentlicht Verizon Enterprise Solutions seine Sicht auf die Frage, welche technologischen Trends sich im kommenden Jahr am stärksten auf Unternehmensebene auswirken werden. Lag das Unternehmen 2015 richtig mit seinen Vorhersagen und welche IT-Trends sind für 2016 zu erwarten?

Für 2015 hatte Verizon fünf wesentliche Trends ausgemacht. Die erste Prognose lautete, dass Unternehmen sich stärker auf strategische Netzwerk- und IT-Investitionen konzentrieren und damit der Bedeutung ihrer Kommunikationsnetzwerke als Grundlage für geschäftliches Wachstum Rechnung tragen werden. Genau das geschieht im Moment. Weniger aus herkömmlicher Sicht auf Netzwerkumgebungen, sondern vielmehr aus der Perspektive, wie man globale Hybridnetzwerke aufbaut, die Fest- und Mobilnetz sowie öffentliche und private Cloud miteinander kombinieren, so dass Anwendungen sicher, zuverlässig und einfach für End-User bereitgestellt werden können.

IT-Führungskräfte haben bereits erkannt, dass veraltete Netzwerke sich als Engpass auf dem Weg zum Erfolg herausstellen können und dass das Netzwerk bei einem Connected Business integraler Bestandteil des Wettbewerbsvorsprungs ist. Dies ist auch der Grund, warum 2015 die Diskussion über Software-Defined- Networking (SDN) zugenommen hat. SDN stellt eine reale Chance dar, mit der Firmen und Behörden neue Formen von Netzwerken aufbauen können, mit denen sie agiler sind und mehr mit weniger erreichen können, ohne dabei Kompromisse bei Performance und Kontrolle einzugehen.

IoT top, Big Data Flop

Als Nächstes nahm Verizon an, dass die Einführung des Internets der Dinge (IoT) deutlich an Dynamik gewinnen würde. Und so war es auch. Rund um die Welt wurde viel darüber diskutiert, wie das Internet der Dinge unsere Lebens- und Arbeitsweisen revolutioniert. Viel wichtiger aber: Das Wissen darüber, wie Privatpersonen und Unternehmen gleichermaßen echte Vorteile aus den vom IoT ermöglichten Prozessen ziehen können, wächst. Ein Anfang 2015 veröffentlichter Bericht zum Thema IoT zitiert Daten aus einer von Verizon in Auftrag gegebenen Untersuchung von ABI Research, denen zufolge bereits mehr als 1,2 Milliarden Geräte mit dem IoT verbunden sind. 2020 soll es rund um den Globus sogar 5,4 Milliarden Business-to-Business-Verbindungen geben.

Big Data verstehen und sinnvoll nutzen – gegen die Wichtigkeit dieser These kann man sich nicht verschließen. Ganz offensichtlich hat sich aber Verizons Prognose, dass nämlich Predictive-Analytics zum Mainstream-Thema werden wird, nicht ganz bewahrheitet. Die Menge an Daten wächst zwar kontinuierlich, aber Firmen und Behörden haben nach wie vor Probleme damit, Erkenntnisse daraus zu gewinnen. Analytics ist nur allzu zu oft ein Add-on und nicht in die vernetzte Infrastruktur integriert.

Ein Bericht der Aberdeen Group zu Predictive-Analytics deutet darauf hin, dass die Akzeptanz auf der Stelle tritt. Zurückzuführen ist dies auf Bedenken im Hinblick auf Rechtfertigung der Kosten, geschäftlichen Bedarf und unterstützende Ressourcen. Allerdings ist Firmen und Behörden durchaus bewusst, dass ihre Kompetenz, Daten zu sammeln, zu managen und zu interpretieren, enorme Auswirkungen auf die geschäftliche Performance und den Kundenservice haben wird. Organisationen sollten also dieses Thema ruhig weiter im Auge behalten.

Sicherheitsproblematik bleibt up-to-date

Eine weitere Prognose, wonach die IT-Organisation die Kontrolle übernimmt, wenn es um das Deployment von Unternehmens-Clouds geht, hat sich bewahrheitet. Ende 2014 griff eine regelrechte Angst vor einer „Schatten-IT“ um sich, die den Aktionsraum von Unternehmen infiltrieren könnte. Mit Beginn des Jahres 2016 sieht es ganz so aus, als ob die Cloud wieder fest zum Verantwortungsbereich der IT-Teams gehört. Entscheidend hierfür ist wohl die Tatsache, dass die Cloud nicht länger ein neues aufregendes Spielzeug, sondern eines von vielen Werkzeugen ist, die einem Unternehmen zur Gestaltung des Geschäfts zur Wahl stehen. Viele Unternehmen berichten im Verizon State of the Enterprise Cloud Report, dass sie mithilfe der Cloud einen oder mehrere Geschäftsprozesse umgestalten konnten und durch Verschieben unternehmenskritischer Workloads in die Cloud geschäftliche Abläufe verbessert werden.

Cyber-Attacken ohne Ende

Auch die abschließende Prognose war ebenfalls zutreffend, wenn auch in anderer Weise, als gewünscht. Verizon hatte prophezeit, dass die zunehmende Verbreitung von Endgeräten, Maschine-zu-Maschine-Vernetzung, eine immer komplexer werdende Bedrohungslandschaft sowie die Ausweitung von Computing-Umgebungen 2015 auch die Netzwerkabsicherung immer komplexer machen werde – und damit wichtiger als je zuvor. Der Verizon 2015 Data Breach Investigations Report (DBIR) kommt zu der Erkenntnis, dass Cyber-Attacken zunehmend raffinierter werden, auch wenn sich zahlreiche Kriminelle nach wie vor Jahrzehnte alter Techniken bedienen wie Phishing und Hacking.

Firmen und Behörden, die intelligente Geräte der nächsten Generation einführen, müssen also weiter der Sicherheit unbedingt höchste Priorität geben. Leider stellen wir nach wie vor fest, dass nur wenige von ihnen Sicherheit in den Mittelpunkt stellen und dafür sorgen, dass wenigstens das Allernötigste vorhanden ist. Die gute Nachricht lautet: Das Bewusstsein, dass es eine Bedrohungslandschaft gibt, nimmt weiter zu. Mit einem zunehmend kollaborativen Ansatz ist man weltweit bestrebt, den bösen Jungs zuvorzukommen. Das beweist auch ein Blick auf die Liste der Organisationen, die zum DBIR 2015 einen Betrag geleistet haben – insgesamt waren es über 70.

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