Studie von Fujitsu und PAC

Veraltete Applikationen killen die digitale Transformation

| Autor: Elke Witmer-Goßner

Unternehmen sollten Themen wie Cloud, DevOps und Robotic Process Automation (RPA) angehen, um nicht in digitaler Steinzeit verharren zu müssen.
Unternehmen sollten Themen wie Cloud, DevOps und Robotic Process Automation (RPA) angehen, um nicht in digitaler Steinzeit verharren zu müssen. (Bild: © sharpner - Fotolia)

Das Ausmaß, in welchem Unternehmen abhängig von Anwendungen sind, die nicht für das digitale Zeitalter ausgelegt sind, ist mehr als besorgniserregend. Die veralteten Technologien verhindern zudem, dass Firmen in Europa Vorteile aus der digitalen Transformation ziehen können.

Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie „Business Application Services Trends in the EMEAI Region“ des Forschungsunternehmens Pierre Audoin Consultants (PAC) im Auftrag von Fujitsu. Untersucht wurden Trends und Strategien bei der Verwendung von Anwendungsdiensten, insbesondere von SAP und Oracle, in großen Unternehmen in mehreren europäischen Ländern. Dabei musste mehr als die Hälfte der 500 befragten Entscheider (57 Prozent) zugeben, dass ihre technologische Infrastruktur nicht mit den neuen Anforderungen der Digitalisierung mithalten kann.

Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen glauben, dass ihre aktuellen Anwendungen sie daran hindern, agiler auf Marktanforderungen zu reagieren. Damit spielt das Thema Agilität inzwischen eine viel größere Rolle als der Faktor Kosten bei der Geschäftsentwicklung.
Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen glauben, dass ihre aktuellen Anwendungen sie daran hindern, agiler auf Marktanforderungen zu reagieren. Damit spielt das Thema Agilität inzwischen eine viel größere Rolle als der Faktor Kosten bei der Geschäftsentwicklung. (Bild: PAC)

Überhaupt hat für viele Unternehmen die digitale Transformation bisher noch nicht höchste Priorität. Nur zehn Prozent der befragten Unternehmen sehen sich selbst als Vorreiter für den digitalen Wandel. Zwar gaben 42 Prozent der Befragten an, dass die Digitalisierung Einfluss auf ihr Geschäft haben wird. Aber nur 17 Prozent glauben, dass sie essenziell für das Überleben ihres Unternehmens sein wird. Andere Herausforderungen, wie zum Beispiel ökonomische Fragen, nehmen einen höheren Stellenwert ein. Besonders die Integration digitaler Anwendungen in bestehende Systeme stellt viele Unternehmen vor große Herausforderungen. Die veralteten Technologien wirken sich negativ auf die Agilität des Unternehmens aus und zehren an IT-Budgets, die stattdessen für neue Innovationen eingesetzt werden könnten.

Nur 20 Prozent der befragten Unternehmen nutzen bisher cloud-basierte Anwendungen. Allerdings soll sich diese Zahl in den nächsten 36 Monaten verdoppeln.
Nur 20 Prozent der befragten Unternehmen nutzen bisher cloud-basierte Anwendungen. Allerdings soll sich diese Zahl in den nächsten 36 Monaten verdoppeln. (Bild: PAC)

Allerdings könnten neue Technologien auch nicht implementiert werden, ohne eine angemessene Struktur und Unternehmenskultur zu fördern. Doch nur 6 Prozent der Firmen haben bisher entsprechende integrierte Produktivitäts- und Kollaborationstools im Einsatz. Die meisten Unternehmen arbeiten derzeit noch daran, das Potenzial dieser Tools voll auszuschöpfen. Für die Zukunft planen die Befragten vor allem neue Lösungen für Teams mit Kontakt zu Endkunden zu implementieren. Damit stehen die Bedürfnisse der Kunden an erster Stelle, wenn es um die Transformation digitaler Prozesse gehen soll. Auch was die Nutzung cloud-basierter Anwendungen angeht, sind hier bisher nur 20 Prozent der befragten Unternehmen dabei. Diese Zahl soll sich aber in den nächsten drei Jahren voraussichtlich mehr als verdoppeln.

Schnell aufwachen!

SAP S/4HANA spielt für fast alle der befragten SAP-Kunden eine zentrale Rolle in ihrer digitalen Strategie. Rund 40 Prozent planen ein Projekt, um SAP S/4HANA innerhalb der nächsten zwölf Monate einzuführen. Mit dem Ziel, existierende Prozesse zu verbessern und laufende Betriebskosten zu senken. Mehr als ein Fünftel der Befragten setzt derzeit Anwendungen von Oracle ein. Fast doppelt so viele planen, ein entsprechendes Projekt voraussichtlich innerhalb der nächsten zwölf Monate zu beginnen. Denn die Zufriedenheit mit Oracle ist so hoch, dass keines der befragten Unternehmen plant, zu einem anderen Anbieter zu wechseln. Und das trotz bestehender Schwierigkeiten bei der Einführung: Fast die Hälfte der Befragten nannte das Fehlen von internem Know-how und Expertise als die größte Herausforderung bei der Implementierung.

Dr. Rolf Werner, Head of Central Europe bei Fujitsu und Vorsitzender der Geschäftsführung bei Fujitsu, ist über das Ergebnis der Umfrage überrascht, dass bisher erstaunlich wenige europäische Unternehmen Vorteile aus der digitalen Transformation zögen. Er fordert die Unternehmen auf, erhebliche Anstrengungen zu unternehmen, um Technologien und Geschäftsprozesse entsprechend anzupassen und zu erneuern: „Nur Unternehmen, die den digitalen Wandel auch in ihrer Firma umsetzen, werden sich letztlich auf dem Markt behaupten können. Denn sie werden Schwierigkeiten haben, kritische Prozesse mit Jahrzehnte alter Software durchzuführen, die neuen Anforderungen nicht mehr gewachsen ist“, warnt er.

Zur Studie

Die Studie wurde von PAC im November 2016 durchgeführt. Insgesamt wurden 500 Entscheidungsträger in Deutschland, Finnland, Spanien, Schweden, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Großbritannien befragt. Jeweils die Hälfte der Befragten arbeitet in einer betriebswirtschaftlichen oder einer IT-Funktion in Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern. Die Unternehmen gehören zu unterschiedlichen Branchen, unter anderem Produktion, Handel, Services, dem Gesundheits- und Bankenwesen sowie die Automobilbranche.

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