Cloud-Recht: Hilft eine Reform der Datenschutzgesetze?

US-Urteil führt Datensicherheit ad absurdum

| Autor / Redakteur: Ann Holz / Florian Karlstetter

Daten sind ein wertvolles Gut, die auch geschützt werden wollen - dies gilt auch und insbesondere beim Cloud Computing.
Daten sind ein wertvolles Gut, die auch geschützt werden wollen - dies gilt auch und insbesondere beim Cloud Computing. (© fotogestoeber - Fotolia.com)

Mehr zum Thema

Microsoft ist gezwungen, Kundendaten an US-Behörden herauszugeben, auch wenn diese in Europa gespeichert sind, so ein US-Urteil. Die Frage ist jetzt, wie sich das verlorene Vertrauen in Cloud Computing wiederherstellen lässt.

Das Urteil eines US-Gerichts zwingt IT-Riese Microsoft, E-Mails eines Kunden herauszugeben, dessen Daten auf einem Server in Irland gespeichert sind. Da es sich um ein amerikanisches Unternehmen handelt, unterliegt dieses auch dem US-Gesetz, so die Begründung der zuständigen Richterin. Damit wird europäisches Recht untergraben, das in Clouds gespeicherte Daten dem jeweiligen Gesetz des Landes unterstellt, in dem sich der Server befindet.

US-Behörden haben weltweit Zugriff auf Kundendaten

Immense Einbußen im Milliardenmarkt Cloud Computing?

US-Behörden haben weltweit Zugriff auf Kundendaten

05.08.14 - Harter Schlag für US-amerikanische Cloud-Anbieter: US-Behörden haben weltweit Zugriff auf Kundendaten, so ein aktueller Richterspruch aus den Vereinigten Staaten von Amerika. Dies widerspricht europäischen und deutschen Datenschutzvorschriften. Als Konsequenz empfiehlt Rechtsanwalt und NIFIS-Vorsitzender Dr. Thomas Lapp, künftig US-Firmen als Dienstleister zu meiden. lesen

Nach langem Hin und Her im Berufungsverfahren wurde die Vollstreckungsaussetzung des Urteils nun aufgehoben. Doch Microsoft weigert sich weiterhin, die geforderten Daten an die Behörden zu übergeben. Welche rechtlichen Konsequenzen das für den Konzern hat, bleibt abzuwarten. Die Folgen für Cloud-Anwender zeichnen sich derweil schon ab.

Microsoft plant Berufung gegen das jüngste US-Urteil

Statement Thomas Langkabel, National Technology Officer, Microsoft Deutschland

Microsoft plant Berufung gegen das jüngste US-Urteil

26.08.14 - Unternehmen müssen auch dann die Kundendaten an US-Behörden herausgeben, wenn diese in Europa gespeichert sind, so ein vorläufiges Urteil eines New Yorker Gerichts. Als betroffenes Unternehmen wird Microsoft dagegen Berufung einlegen, sagt Thomas Langkabel, National Technology Officer bei Microsoft Deutschland und gibt Auskunft über Rechtsauffassung und Initiativen des Unternehmens. lesen

„Firmen, die Cloud-Dienste von amerikanischen Unternehmen oder deren ausländischen Tochterniederlassungen nutzen, müssen damit rechnen, dass US-Behörden ihre Daten und somit auch sensible Firmeninformationen jederzeit abrufen“, so Alexander Krist, IT-Sicherheitsexperte der circular Informationssysteme GmbH. Als solcher ist er entsprechend beunruhigt. „Anwender können nicht mehr darauf vertrauen, dass ihre persönlichen Daten vor Zugriff durch ausländische Behörden geschützt sind.“

IT-Branche befürchtet Konsequenzen

Zahlreiche IT-Unternehmen in den USA rechnen nun damit, dass das Urteil für sie einen deutlichen Umsatzverlust nach sich zieht. Kunden können ausbleiben oder bestehende Verträge kündigen, weil das Vertrauen in die Sicherheit ihrer Daten fehlt.

Viele Firmen drängen daher schon seit einiger Zeit auf eine umfassende Datenschutzreform. Microsoft beispielsweise fordert in einem Brief an die National Telecommunications and Information Administration, dass dem Schutz von Daten innerhalb der Cloud höchste Priorität eingeräumt wird.

Außerdem soll verbindlich geregelt werden, unter welchen Umständen staatliche Stellen darauf zugreifen dürfen. Andere Cloud-Anbieter fürchten allerdings, dass durch eine strengere Regulierung die Entwicklung von Cloud-Geschäftsmodellen und Innovationen ausgebremst werden. Hier stellt sich aber die Frage, wie erfolgreich solche Entwicklungen wären, wenn ohnehin kein Datenschutz gewährleistet ist.

Nachfolgend beantwortet IT-Sicherheitsexperte Alexander Krist von Circular Informationssysteme drei Fragen zum Thema Datenschutz in der Cloud.

Inhalt des Artikels:

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 42859037 / Recht und Datenschutz)