Testo Saveris 2-T3 im Praxistest

Temperaturlogger mit Cloudanbindung

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Florian Karlstetter

Das Datenlogger-System testo Saveris 2 überwacht beispielsweise Temperaturen bei Prozessabläufen oder in Lager-, Kühl- und Arbeitsräumen.
Das Datenlogger-System testo Saveris 2 überwacht beispielsweise Temperaturen bei Prozessabläufen oder in Lager-, Kühl- und Arbeitsräumen. (Bild: Testo)

Unter dem Namen Saveris 2 offeriert Testo Datenlogger mit Cloudanbindung, die das Klima in Lagern, Arbeitsräumen und Kühlschränken überwachen. Wir haben solch ein Gerät samt Analyse-Dashboard im Web getestet und mit dem Automatisierungsdienst IFTTT verbunden.

Je nach Modell überwachen die „Saveris 2“-Systeme Temperatur oder Luftfeuchtigkeit in regelmäßigen Abständen und speichern die Daten zur späteren Analyse in der Cloud. Werden Schwellwerte verletzt, verschicken die Systeme auch Alarme per E-Mail oder SMS. Anwender können mit den Datenloggern beispielsweise das Klima in Arbeitsräumen, Museen oder Lagern überwachen, per Internet von jedem Ort abfragen und dokumentieren.

Für unseren Test haben wir uns das Modell Saveris 2-T3 angeschaut. Testo liefert den für stationäre Einsätze gedachten Datenlogger komplett – inklusive Batterien, USB-Kabel und mit Schloss gesicherter Wandhalterung aus.

Das Format von 95 x 75 x 30,5 Millimetern erinnert an eine etwas zu groß geratene Zigarettenschachtel, mit 240 Gramm ist das System allerdings deutlich schwerer – die vier beigelegten AA-Batterien sind dabei bereits eingerechnet. Der Batteriedeckel an der Rückseite des solide wirkenden und nach IP54 geschützten Saveris 2 ist mit zwei Schrauben gesichert. An der Front befinden sich Status-LED, ein LC-Display sowie ein Folientaster – um das Gerät unverzüglich mit der Cloud zu synchronisieren und nicht erst auf den nächsten Kommunikationstakt warten zu müssen. An der Unterseite gibt es einen mit per Kappe geschützten Micro-USB-Port – über den wird das Gerät konfiguriert und alternativ mit Strom versorgt.

Zudem befinden sich an der Unterseite zwei ebenfalls geschützte Anschlüsse für Thermoelement-Fühler (TE). Die gehören nicht zum Lieferumfang und müssen separat erworben werden. Das bedeutet zwar zusätzliche Ausgaben, macht das Gerät aber ungemein flexibel: So gibt es die verschiedensten Luftfühler, Rohranlegefühler oder selbstklebende Folienfühler. Je nach Fühler deckt der Saveris 2-T3 einen Messbereich zwischen -195 °C und +1350 °C ab. Für unsere Versuche haben wir uns für ein vergleichsweise günstiges Mantelthermoelement mit Miniaturstecker (Typ K, gelb, Ø 1,0 mm, NL100) der B+B Thermo-Technik GmbH entschieden.

Einrichtung

Für die Einrichtung des Saveris 2 ist ein PC mit Internetverbindung nötig. Neue Nutzer führt die Saveris-Webseite weitgehend durch den Installationsprozess und erstellt dabei auch eine Konfigurations-Datei. Das XML-File wird per USB auf den Saveris übertragen und versorgt diesen mit Cloud-Key sowie die Zugangsdaten für das lokale WLAN. Ins Netz eingebunden wurde unser Saveris zunächst automatisch mit einem Firmware-Update versorgt.

Nach der Einrichtung verschwindet die Konfigurationsdatei wieder vom Dateisystem des Saveris 2. Es empfiehlt sich daher, die selbsterklärende Datei für spätere Anpassungen zu sichern. Der Saveris 2 kann sich übrigens immer nur in ein WLAN einwählen: Für mobile Anwendungen mit wechselnden Access Points ist die Lösung nicht ausgelegt.

Cloud ist Pflicht

Der Saveris 2 lässt sich vorübergehend auch ohne Netzwerkverbindung betreiben: Im internen Speicher kann die Lösung 10.000 Messwerte pro Kanal ablegen. Das LC-Display informiert nicht nur über Batterie- und Netzwerkstatus, sondern zeigt auch die aktuell gemessenen Temperaturwerte und Warnungen an. Mehr Nutzwert als ein besseres Thermometer bietet die Hardware aber erst im Zusammenspiel mit der webbasierten Analyselösung.

Das Dashboard ist dabei für mehrere Datenlogger und Nutzer ausgerichtet. Die Systeme lassen sich benennen und in Bereichen oder Messstellengruppen organisieren. Anwender können verschiedene Datenlogger so verschiedenen Gebäuden oder Räumen zuordnen.

Zudem können sich verschiedene Anwender den Zugriff auf das Webinterface teilen. Entsprechende Benutzerrollen sind vordefiniert und können lesend oder schreibend auf die gesammelten Daten zugreifen. Zusätzliche Anwender müssen dabei allerdings händisch eingepflegt und ebenso manuell über ihre Credentials informiert werden – das System versorgt neue Nutzer also nicht automatisch über deren Login-Daten.

Kommunikationstakt und Energiebedarf

Wie ausgiebig die Funkdatenlogger Daten erheben hängt von Lizenzmodell und Konfiguration ab. Technisch können die Systeme die Temperaturen minütlich messen und in die Cloud weiterleiten. Bis zu einer Stunde dürfen Mess- und Kommunikationstakt in Minuten gewählt werden, danach geht es in vollen Stunden weiter – gemessen und kommuniziert wird täglich mindestens einmal.

Die Lösung unterscheidet Tages- und Nachtkommunikationstakt – die beiden Zeitfenster hierfür lassen sich individuell festlegen. Daten können damit beispielsweise tagsüber häufiger übertragen werden als nachts – das spart Energie. Laut Hersteller halten die Batterien bis zu zweieinhalb Jahren, bei Kommunikationstakten von 15 Minuten am Tag und 90 Minuten in der Nacht. Der jeweils längere Kommunikationstakt gilt dabei übrigens auch als Minimum für Systemalarme: Wird in der Nacht nur stündlich kommuniziert, meldet das System einen ausgefallenen Datenlogger auch tagsüber bestenfalls im Stundentakt. Temperaturwarnungen leitet der Saveris 2 dagegen zeitnah weiter.

Mit entsprechend höheren Takten und Betriebstemperaturen zwischen fünf und 25 Grad haben wir die Kapazität der beigelegten „GP Alkaline“-Batterien im Test bereits in weniger als einer Woche auf 90 Prozent gedrückt – hochgerechnet würde unser Saveris bei diesem Nutzungsverhalten bestenfalls zehn Wochen durchhalten. Auch für eine moderatere Nutzung erscheint uns die Herstellervorgabe recht optimistisch. Nach ersten Tests haben wir Mess- und Kommunikationstakt verlängert. Dennoch sank Batteriestand innerhalb eines Monats auf 32 Prozent.

Des Rätsels mögliche Lösung: Der Anbieter bezieht sich bei seinen Angaben auf besonders leistungsfähige Stromspeicher. Die „Energizer L91 Photo-Lithium“-Batterien für anspruchsvolle Nutzer und Betriebstemperaturen unter -10 °C offeriert Testo im Viererpack zum Preis von 29 Euro (netto).

Auf der nächsten Seite erfahren Sie, welche Auswertungen mit Saveris möglich sind, wie man Alarme definiert und welche Automatisierungsmöglichkeiten es gibt. Außerdem: Kosten und Varianten sowie ein abschließendes Fazit.

Inhalt des Artikels:

Kommentar zu diesem Artikel abgeben
Klingt ja nach einer smarten Lösung, danke für den Testbericht! Karl-Heinz  lesen
posted am 21.12.2015 um 17:31 von Unregistriert


Mitdiskutieren

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 43696930 / System-Management)