Bei Microsoft läuft die Suche nach einem Nachfolger des Chefs

Steve Ballmer kündigt seinen Abschied an

| Redakteur: Harry Jacob

Steve Ballmer, seit 2000 Chief Executive Officer (CEO) des Microsoft-Konzerns, bleibt nur noch solange, bis ein Nachfolger gefunden ist.
Steve Ballmer, seit 2000 Chief Executive Officer (CEO) des Microsoft-Konzerns, bleibt nur noch solange, bis ein Nachfolger gefunden ist. (Bild: Microsoft)

Bis ein Nachfolger gefunden ist, maximal aber noch 12 Monate, solange wird Microsoft noch von Steve Ballmer geleitet. Der CEO hat heute seinen Abschied angekündigt. Er will Platz machen für einen Konzern-Chef, der den Software-Riesen in ein neues Zeitalter führt.

Schlechte Zahlen, Kritik am Hoffnungsträger Windows 8 und ein Abgesang auf die beherrschende Stellung des Desktop-PC und damit an der Wintel-Plattform allgemein, das ist die Begleitmusik für den Rücktritt auf Raten von Microsoft-Chef Steven Ballmer. Unter Leitung von Bill Gates hatte der Konzern bereits den Boom des Internet verschlafen, unter Steve Ballmers Herrschaft war der Trend zu Mobility und Social Media verpennt worden. Nun sind Smartphones und Tablets die dominierenden Geräte, und Windows spielt dabei kaum noch eine Rolle.

Zwar hatte Ballmer eine Aufholjagd eingeleitet, und zuletzt sogar mit eigenen Tablets die Hardware-Partner vor den Kopf gestossen, doch nennenswerte Erfolge blieben bislang aus. Windows RT, das Betriebssystem für ARM-basierte Tablets, scheint ein Rohrkrepierer zu werden.

Glücklose Führung

Es häufen sich auch die Absagen der Hersteller von Tablets an die Windows-Plattform. Das Wall Street Journal beispielsweise zitierte zuletzt den Acer-Präsident Jim Wang mit der Aussage, dass man künftig den Fokus auf ChromeOS lege und das „Non-Windows“-Geschäft so schnell wie möglich steigern werde.

Die eigenen Surface-Tablets verkauft Microsoft zu immer günstigeren Preisen, da sich die Geräte in den Lagern stapeln. 900 Millionen Dollar Abschreibungen musste Microsoft deshalb im letzten Quartalsbericht ausweisen.

Abschied innerhalb eines Jahres

Den Problemen des Konzerns will Steve Ballmer mit einer Umstrukturierung des Managements begegnen. Diese hatte der Konzern-Chef genau einen Tag nach Ende der Microsoft Partner Conference im Juli angekündigt. Schon damals hatten Analysten die Frage gestellt, wie lange ein Wechsel an der Spitze des Konzerns noch auf sich warten lassen würde.

Sechs Wochen später ist nun genau das eingetreten. Steve Ballmer kündigte an, innerhalb der kommenden zwölf Monate zurückzutreten. Er wolle nur noch so lange im Amt bleiben, bis ein Nachfolger gefunden sei. Der Konzern stecke mitten im Umbau zu einem Anbieter von Geräten und Services. Sein Nachfolger müsse jemand sein, der längerfristig diesen Richtungswechsel trägt.

Die Börse hat den Schritt mit Beifall der ihr eigenen Art quittiert: Derzeit steht die Microsoft-Aktie mehr als sieben Prozent besser da als am Vortag. Das kann durchaus als Votum gegen Ballmer verstanden werden.

Interne wie externe Kandidaten

Der scheidende CEO sieht das Unternehmen dagegen insgesamt gut aufgestellt. Es habe eine neue Strategie und eine neue Organisation sowie eine erfahrene Führungsmannschaft, mit der es die aktuellen Herausforderungen bewältigen werde.

„Es gibt niemals den perfekten Zeitpunkt für solch einen Wechsel. Aber ich glaube, dass jetzt der richtige Zeitpunkt dafür ist“, begründet er seine aktuelle Entscheidung.

Das Board of Directors hat derweil ein eigenes Komitee zusammengestellt, das sich auf die Suche nach einem Nachfolger für Steve Ballmer machen soll. Es gebe interne wie externe Kandidaten, so das Unternehmen.

Der künftige CEO wird erst der dritte Konzernchef in der fast 40-jährigen Unternehmensgeschichte werden. Gründer Bill Gates trat nach 25 Jahren ab, Ballmer ist nun bereits 13 Jahre am Ruder.

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