IT-Branche: Trend zum Outsourcing ungebrochen

Sprachprobleme behindern IT-Auslagerung ins Ausland

| Autor / Redakteur: Dr. Stefan Schlöhmer, Steria Mummert Consulting* / Elke Witmer-Goßner

Schlagbäume sind kein Hindernis mehr für Outsourcing-Aktivitäten. Allerdings ging für Mittelständler noch mehr, wenn die Sprachkenntnisse besser wären.
Schlagbäume sind kein Hindernis mehr für Outsourcing-Aktivitäten. Allerdings ging für Mittelständler noch mehr, wenn die Sprachkenntnisse besser wären. (© Orlando Florin Rosu - Fotolia)

In der IT-Branche ist der Grad des Outsourcing in den vergangenen Jahren rasant gestiegen. 56 Prozent aller deutschen IT-Unternehmen schätzen ihn mittlerweile als hoch ein. Bevorzugter Standort ist dabei nach wie vor Deutschland. Allerdings rücken beim Thema Outsourcing vermehrt auch andere Länder in den Fokus.

Mehr als die Hälfte der deutschen IT-Unternehmen erwartet eine Zunahme des Offshoring, also der Auslagerung in Länder wie Indien oder Südafrika. Das ist das Ergebnis der Entscheiderbefragung „Erfolgsmodelle im Outsourcing“ von Steria Mummert Consulting.

Hauptantreiber für den starken Trend zum Outsourcing sind vor allem die Kosten: 72 Prozent der deutschen IT-Unternehmen rechnen durch die Auslagerung von Arbeitsprozessen oder ganzen Bereichen mit Einsparungen in Höhe von 20 bis 40 Prozent. Allein im vergangenen Jahr hat sich der Grad des Outsourcing verdoppelt: War 2010 nur jedes vierte IT-Unternehmen überzeugt, dass die Branche ihr Potenzial ausgeschöpft hat, ist es jetzt rund die Hälfte aller Firmen. 56 Prozent von ihnen sehen die Outsourcing-Maßnahmen im eigenen Unternehmen bereits als beinahe oder voll ausgeschöpft an.

Auslagerung ganzer Geschäftsprozesse

Die Firmen setzen dabei vor allem auf das „Business Process Outsourcing“ (BPO), also die Auslagerung ganzer Geschäftsprozesse. 88 Prozent verfolgen diese Strategie. 40 Prozent von ihnen haben sie bereits umgesetzt, die restlichen 48 Prozent planen entsprechende Maßnahmenkonkret. Zum Vergleich: 2010 verfolgten nur 16 Prozent der IT-Unternehmen entsprechende Pläne. Alle anderen befragten Unternehmen halten die Auslagerung ganzer Geschäftsprozesse zumindest für denkbar, 2010 war BPO noch für zwölf Prozent der IT-Firmen nicht vorstellbar. Damit ist dessen Akzeptanz deutlich gestiegen.

In der IT-Branche ebenfalls an Relevanz gewonnen haben „Shared Service Center“ (SSC) für die Industrialisierung von bestimmten Prozessen. Dazu gehören besonders typische Backoffice Prozesse wie HR, Finance und Accounting (F&A) oder Einkauf. In dieser Branche verfolgt die Hälfte aller Unternehmen Pläne, Shared Service Center zu gründen. Allerdings haben erst 24 Prozent der befragten Unternehmen SSC tatsächlich realisiert. Das bedeutet, dass dieses Modell in der IT-Branche noch nicht so stark vertreten ist wie im Bankensektor oder in der Telekommunikations-Branche.

Ausland wird attraktiver

In der Branche IT besteht noch Potenzial für weiteres Outsourcing der IT-Infrastruktur. Lediglich 28 Prozent der Befragten haben IT Infrastrukturen ausgelagert, bei 52 Prozent sind Maßnahmen in Planung. Application Management nehmen 64 Prozent der Entscheider in IT-Unternehmen in Angriff – davon haben allerdings 52 Prozent die Umsetzung erst geplant. Software Testing wollen 60 Prozent der befragten Manager auslagern.

Vorrangiges Ziel für Outsourcing-Aktivitäten ist nach wie vor das eigene Land: 64 Prozent der Befragten lagern Geschäftsprozesse innerhalb Deutschlands aus, bei der Infrastruktur sind es 57 Prozent. Für Managed Testing Services bevorzugen 48 Prozent das eigene Land als Standort.

Allerdings rückt beim Thema Outsourcing das benachbarte Ausland zunehmend in den Fokus deutscher IT-Unternehmen. So verlagern 30 Prozent von ihnen die Administration und das Service-Management komplexer Infrastruktur wie zum Beispiel Netzwerk oder Help Desk in osteuropäische Nachbarländer (Nearshore). Ganze Geschäftsbereiche verlagern immerhin 24 Prozent der Befragten in Länder wie Tschechien oder Polen – ein im Vergleich zu anderen Branchen hoher Wert.

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