Viele Methoden zum Lizenzabgleich – und doch kein Durchblick

Softwarelizenzoptimierung ist mehr als Lizenz-Compliance

| Autor / Redakteur: Vincent Brasseur, Flexera Software* / Elke Witmer-Goßner

Der gute Vorsatz, sich über die in einem Unternehmen verwendeten Softwarelizenzen und Nutzungsberechtigungen einen vollständigen Überblick zu verschaffen, stößt trotz zahlreicher Hilfsmittel am Markt meist an seine Grenzen.
Der gute Vorsatz, sich über die in einem Unternehmen verwendeten Softwarelizenzen und Nutzungsberechtigungen einen vollständigen Überblick zu verschaffen, stößt trotz zahlreicher Hilfsmittel am Markt meist an seine Grenzen. (Bild: Flexera)

Der Compliance-Nachweis bei Softwarelizenzen stellt Unternehmen manchmal vor Herausforderungen. Denn einige der üblichen Lizenzvermessungen sind recht schwierig zu handhaben und führen auch nicht immer zum gewünschten Ergebnis.

Für einfach strukturierte – beispielsweise gerätebasierte – Lizenzen scheint das Vorgehen klar auf der Hand zu liegen: Die Lizenz-Compliance wird durch einen Vergleich der Lizenz-Berechtigungen mit den verbrauchten Lizenzen festgestellt. Besitzt ein Unternehmen mehr Berechtigungen als es verwendet, dann wahrt es die Compliance für diese Lizenz. Viele sind davon überzeugt, dass es für die meisten älteren Softwareprogramme tatsächlich der einfachste Weg ist, die Anzahl der Installationen eines bestimmten Softwareproduktes zu zählen und diese mit den eingekauften Lizenzen abzugleichen.

Aber in Wirklichkeit kann selbst dieser rudimentäre Prozess für einen Compliance-Nachweis – nur gerätebasierte Lizenzen und ohne Berücksichtigung von Produktnutzungsrechten für die Software – äußert schwierig zu organisieren sein. Moderne Lizenzmodelle – beispielsweise die IBM Processor Value Unit (PVU) – erschweren das Lizenzmanagement immens. Eine erste Hürde dafür ist das Wissen um die tatsächlichen Installationen. Unternehmen können unterschiedliche Werkzeuge – Lösungen für das Konfigurationsmanagement oder IT Service Management (ITSM) oder Identifikations- und Inventarisierungs-Tools – einsetzen, um einen nahezu vollständigen Überblick von den Installationen auf jedem einzelnen Gerät zu erhalten.

Die Schwächen vieler Tools

Alle diese Werkzeuge können die installierten Softwareprodukte identifizieren – jedoch nur zu einem gewissen Grad. Einige haben immer noch Probleme, neue Service Packs und Releases von den Softwareherstellern zu erkennen. Andere übersehen Unterschiede in Produktpaketen für unterschiedliche Regionen oder Sprachen. Eine dritte Gruppe kann nicht die genauen Editionen, Suites oder Bundles der einzelnen Softwaretitel identifizieren. Der Komplexitätsgrad des Lizenzmanagements wird zusätzlich erhöht, wenn im Unternehmen mehrere Identifikations- und Inventarisierungswerkzeuge eingesetzt werden, die unterschiedliche Softwareprodukte pro Gerät erfassen. Sofern diese Tools die Daten nicht aggregieren können, müssen an dieser Stelle die Ergebnisse der Inventarisierung manuell abgeglichen werden.

Virtualisierung ist eine weitere Herausforderung für das Softwarelizenzmanagement, die die meisten – wenn nicht alle – Unternehmen meistern müssen. Bei der Anwendungs- und Desktop-Virtualisierung müssen Unternehmen für gerätebasierte Lizenzen die Endgeräte, mit denen auf die Software zugegriffen wird, überwachen und nicht die Server im Rechenzentrum, auf denen die Anwendungen installiert sind. Zudem erschweren bestimmte technische Aspekte der Virtualisierung eine genaue Inventarisierung. Danach müssen die Daten der Anwendungs- und Desktop-Virtualisierungswerkzeuge extrahiert sowie normalisiert und anschließend mit den Installations- und Nutzungsdaten der virtualisierten Anwendung abgeglichen werden.

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